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Der »Zigeuner«baron

Der für seinen Bayreuther "Tannhäuser" gefeierte Regie-Star Tobias Kratzer inszeniert eine der berühmtesten Strauss-Operetten als Parabel auf die Konflikte einer multikulturellen Gesellschaft.

Komische Oper Berlin

Jan Windzsus Fotografie

Komische Oper Berlin

Siebzig Jahre nach Walter Felsensteins "Zigeunerbaron", der einzigen Aufführung dieses Werks in der Geschichte der Komischen Oper Berlin, inszeniert Tobias Kratzer die Strauss-Operette erneut und wird dabei mit Stefan Soltesz am Pult von einem ausgewiesenen Experten für die Wiener Operette unterstützt.

Ein mittelloser, junger Emigrant, der in seine Heimat zurückkehrt und den elterlichen Besitz nur mehr als Ruine vorfindet; ein reicher Schweinezüchter, der sich eben dieses Besitzes bemächtigt hat; ein königlicher Kommissär, der sich als konservativer Sittenwächter aufspielt, und eine unterprivilegierte Volksgruppe, die kollektiv als »Zigeuner« bezeichnet wird es ist eine explosive Mischung, die Ignaz Schnitzer in seinem Libretto zum Zigeunerbaron vereint. Und das nicht aus Zufall: Als Reflexion des österreichisch-ungarischen Ausgleichs von 1867 geschrieben, thematisiert die Operette in unterhaltsam spielerischer Form das Selbstverständnis und den Selbstfindungsprozess des k. u. k. Vielvölkerstaates.

Für den Regisseur Tobias Kratzer ist es eine reichhaltige Vorlage, um mit Mitteln der Situationskomik und des absurden Humors ähnliche Konflikte der Gegenwart zu untersuchen.

Livestream der Premiere: Sa, 30. Januar 2021, 19 Uhr


Künstler/Beteiligte: Manuel Braun (Videodesign), David Cavelius (Chöre), Tobias Kratzer (Inszenierung), Ulrich Lenz (Dramaturgie), Bernd Purkrabek (Licht), Rainer Sellmaier (Bühnenbild und Kostüme), Stefan Soltesz (Musikalische Leitung), Dominik Köninger (Graf Peter Homonay), Thomas Blondelle (Sándor Barinkay), Philipp Meierhöfer (Kálmán Zsupán, ein reicher Schweinezüchter), Alma Sadé (Arsena, seine Tochter), Helene Schneiderman (Mirabella, ihre Erzieherin), Alexander Fedorov (Ottokar, ihr Sohn), Nadja Mchantaf (Saffi), Jasmin Etezadzadeh (Czipra)

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