MATERIAL NATION — Grenzen ins Ungewisse - MATERIAL NATION — Crossing Into Uncertainty

In der interdisziplinären Gruppenausstellung beschäftigen sich Künstler:innen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa auf sehr persönliche und zugleich hochpolitische Weise mit Fragen von Nation, Zugehörigkeit, Autonomie, Selbstbestimmung, Identität und Abschied.

Neun in die Urania eingeladene Künstler:innen nähern sich in ihren Arbeiten den Grenzverschiebungen im Innen und Außen an: Wie fühlt sich Sehnsucht nach einer Heimat an, die es nicht mehr gibt? Zum Beispiel weil man in einem Land geboren wurde, das nicht mehr existiert oder aktuell besetzt und zerstört ist. Was ist das Material von Nation und wer verfügt darüber?

Elektra KB, Künstler:in ukrainisch-kolumbianischer Herkunft, arbeitet von New York aus auf dem Gebiet von Gender, Migration, Transkulturalität und Machtmissbrauch. Die Werke sind weltweit in Sammlungen zu finden und zeigen einen einzigartigen hybriden Ansatz von Utopie und Dystopie. In der Urania zeigt Elektra KB Textilarbeiten und eine installative Performance. Zentral im Werk von Mykola Ridnyi ist die Stadt Charkiw, sie ist auch sein Geburtsort. Ridnyis interdisziplinäres Schaffen umfasst Installationen, Skulpturen und Fotografie. In der Urania zeigt er eine Videoarbeit aus den Jahren 2014-2015 zu dem brutal-gewalttätigen Konflikt zwischen pro-ukrainischen und pro-russischen Aktivist:innen.

Bereits jetzt ist im Garten der Urania die Installation The Temple of the Transfiguration des Kyiver Künstlers Sasha Kurmaz zu sehen, die er als Resident Artist an der Jungen Akademie (AdK) kreiert und 2022 dort zuerst gezeigt hat. Das Objekt setzt Kurmaz‘ lange Recherche zur orthodoxen Religion in der Ukraine und der Rolle der Kirche als Akteurin im Russisch-Ukrainischen Krieg seit 2014 fort. Andrii Dostliev und Lia Dostlieva beschäftigen sich in ihren fotografischen, performativen und Sound-Arbeiten mit den Themen Erinnerung, kollektives Trauma und Identität. Die sehr persönlichen Geschichten, darunter Erinnerungen an die Stadt Donezk, reichen bis in die 90er-Jahre zurück.

Kindheitserinnerungen spielen auch eine große Rolle im Werk von Lana Mesić, geboren in Jugoslawien (heute: Kroatien). In den 90er-Jahren suchte sie in Atomschutzbunkern Schutz, baute Kalaschnikows aus Legosteinen und fragte sich: Wer ist eigentlich der Feind? Die Mythen und Symbole, die Nationalismus braucht, um Bindungskraft zu entfalten, sind zentrale Motive ihrer Arbeiten. Robert Gabris beschäftigt die Frage, wem ein Land gehört und wer ein gleichberechtigter Teil davon sein kann. Der Künstler slowakischer Herkunft arbeitet oft autobiografisch und beschäftigt sich mit Identitätspolitik, queerer Körperlichkeit und den Grenzen der Mehrheitsgesellschaft. In seinen abstrakten Zeichnungen kreiert er eine ganz eigene „Landschaft der erträumten, naiven und vergangenen Liebe“.

Daria Svertilova wuchs in Odesa auf und benutzt ihre Kamera wie zur Beweisaufnahme: Zerbrechliche und verletzliche Erinnerungsstücke einer jungen Generation. Dabei untersucht sie auch die Koexistenz sowjetischen Erbes und eines neuen pro-europäischen Geistes. Junge Ukrainer:innen kurz vor Kriegsausbruch porträtierte auch die Berliner Fotografin und Journalistin Sina Opalka als sie Ende Januar 2022 noch auf den Straßen und in den Cafés Kyivs unterwegs war. Sie hielt damit letzte Momente des Friedens kurz vor Beginn des russischen Angriffskriegs fest.

MATERIAL NATION – Grenzen ins Ungewisse
Internationale Gruppenausstellung
15.7.-28.8.2022
Vernissage: 14.7.2022, 17:00 Uhr

Eintritt frei; Ticket erforderlich. Vorverkauf ab 1.6.2022

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 12:00 - 20:00 Uhr.
Gastronomische Begleitung der Ausstellung durch das Café Urania; Freitag und Samstag bis 22:00 Uhr im Urania-Garten.

Gefördert aus Mitteln der DKLB-Stiftung

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© dpa

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Material Nation — Grenzen ins Ungewisse

In der interdisziplinären Gruppenausstellung beschäftigen sich Künstler:innen aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa auf sehr persönliche und zugleich hochpolitische Weise mit Fragen von Nation, Zugehörigkeit, Autonomie, Selbstbestimmung, Identität und Abschied.

Quelle: Reservix-System

Neun in die Urania eingeladene Künstler:innen nähern sich in ihren Arbeiten den Grenzverschiebungen im Innen und Außen an: Wie fühlt sich Sehnsucht nach einer Heimat an, die es nicht mehr gibt? Zum Beispiel weil man in einem Land geboren wurde, das nicht mehr existiert oder aktuell besetzt und zerstört ist. Was ist das Material von Nation und wer verfügt darüber?

Elektra KB, Künstler:in ukrainisch-kolumbianischer Herkunft, arbeitet von New York aus auf dem Gebiet von Gender, Migration, Transkulturalität und Machtmissbrauch. Die Werke sind weltweit in Sammlungen zu finden und zeigen einen einzigartigen hybriden Ansatz von Utopie und Dystopie. In der Urania zeigt Elektra KB Textilarbeiten und eine installative Performance. Zentral im Werk von Mykola Ridnyi ist die Stadt Charkiw, sie ist auch sein Geburtsort. Ridnyis interdisziplinäres Schaffen umfasst Installationen, Skulpturen und Fotografie. In der Urania zeigt er eine Videoarbeit aus den Jahren 2014-2015 zu dem brutal-gewalttätigen Konflikt zwischen pro-ukrainischen und pro-russischen Aktivist:innen.

Bereits jetzt ist im Garten der Urania die Installation The Temple of the Transfiguration des Kyiver Künstlers Sasha Kurmaz zu sehen, die er als Resident Artist an der Jungen Akademie (AdK) kreiert und 2022 dort zuerst gezeigt hat. Das Objekt setzt Kurmaz‘ lange Recherche zur orthodoxen Religion in der Ukraine und der Rolle der Kirche als Akteurin im Russisch-Ukrainischen Krieg seit 2014 fort. Andrii Dostliev und Lia Dostlieva beschäftigen sich in ihren fotografischen, performativen und Sound-Arbeiten mit den Themen Erinnerung, kollektives Trauma und Identität. Die sehr persönlichen Geschichten, darunter Erinnerungen an die Stadt Donezk, reichen bis in die 90er-Jahre zurück.

Kindheitserinnerungen spielen auch eine große Rolle im Werk von Lana Mesić, geboren in Jugoslawien (heute: Kroatien). In den 90er-Jahren suchte sie in Atomschutzbunkern Schutz, baute Kalaschnikows aus Legosteinen und fragte sich: Wer ist eigentlich der Feind? Die Mythen und Symbole, die Nationalismus braucht, um Bindungskraft zu entfalten, sind zentrale Motive ihrer Arbeiten. Robert Gabris beschäftigt die Frage, wem ein Land gehört und wer ein gleichberechtigter Teil davon sein kann. Der Künstler slowakischer Herkunft arbeitet oft autobiografisch und beschäftigt sich mit Identitätspolitik, queerer Körperlichkeit und den Grenzen der Mehrheitsgesellschaft. In seinen abstrakten Zeichnungen kreiert er eine ganz eigene „Landschaft der erträumten, naiven und vergangenen Liebe“.

Daria Svertilova wuchs in Odesa auf und benutzt ihre Kamera wie zur Beweisaufnahme: Zerbrechliche und verletzliche Erinnerungsstücke einer jungen Generation. Dabei untersucht sie auch die Koexistenz sowjetischen Erbes und eines neuen pro-europäischen Geistes. Junge Ukrainer:innen kurz vor Kriegsausbruch porträtierte auch die Berliner Fotografin und Journalistin Sina Opalka als sie Ende Januar 2022 noch auf den Straßen und in den Cafés Kyivs unterwegs war. Sie hielt damit letzte Momente des Friedens kurz vor Beginn des russischen Angriffskriegs fest.

Material Nation – Grenzen ins Ungewisse
Internationale Gruppenausstellung
15.7.-28.8.2022

Eintritt frei; Ticket erforderlich.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 12:00 - 20:00 Uhr.
Gastronomische Begleitung der Ausstellung durch das Café Urania; Freitag und Samstag bis 22:00 Uhr im Urania-Garten.

Gefördert aus Mitteln der DKLB-Stiftung

Laufzeit: Fr, 15.07.2022 bis So, 28.08.2022

Hinweise zu Ermäßigungen: Ermäßigte Eintrittspreise: Rentner, Pensionäre, Schwerbehinderte (Karten für die Begleitpersonen erhalten Sie nur in der Urania), Schüler, Studenten, Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger sowie Mitglieder kultureller und anderer Organisationen mit denen eine entsprechende Vereinbarung getroffen wurde.
Bitte halten Sie den entsprechenden Nachweis am Einlass bereit.
Urania-Mitglieder geben ihre Mitgliedsnummer in dem Feld "Aktionscode" ein und erhalten dann ihre ermäßigten Tickets zum Mitgliedspreis.

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