In ihrer Ausstellung im Haus am Waldsee beschäftigt sich Rey Akdogan mit den Mechanismen, die unseren Blick im Alltag lenken. Sie greift auf Materialien zurück, die aus industriellen oder gestalterischen Zusammenhängen stammen und dort meist funktional eingesetzt werden, etwa um Aufmerksamkeit zu steuern oder Stimmungen zu erzeugen. In ihren Arbeiten werden diese Stoffe aus ihrem ursprünglichen Zweck gelöst und in neue räumliche Konstellationen überführt. Zwischen Projektion, Objekt und Installation entstehen Situationen, in denen Farbe, Licht und Oberflächen gezielt Wahrnehmung beeinflussen und sinnliche Erfahrungsräume formen.
Im Mittelpunkt der Präsentation stehen die sogenannten Carousel-Arbeiten, an denen Akdogan seit vielen Jahren arbeitet. Mehrere transparente Schichten aus farbigen Filtern, Kunststoffen und Restmaterialien sind in Dia-Rahmen montiert und werden von Projektoren in Bewegung gesetzt. Die rotierenden Elemente erzeugen wechselnde Lichtbilder, die keine klassischen Fotografien zeigen, sondern abstrakte Überlagerungen von Material, Struktur und Farbe. Mit jeder Veränderung im Ablauf verschieben sich visuelle Eindrücke: Töne verändern sich, Linien brechen auf, vertraute Oberflächen wirken plötzlich ungewohnt. Für das Haus am Waldsee werden erstmals zahlreiche dieser Arbeiten gemeinsam gezeigt und verbinden sich raumübergreifend zu einer vielstimmigen Installation.
Über Rey Akdogan:
Rey Akdogan wurde in Heilbronn geboren, studierte in Köln und lebt und arbeitet heute in New York. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Installation, Skulptur und Projektion und setzen sich mit Wahrnehmung, Materialität und medialen Bildräumen auseinander.
Kuratiert wird die Ausstellung im Haus am Waldsee von Beatrice Hilke
Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds; Haus am Waldsee – Freunde und Förderer e.V.
Laufzeit: Fr, 20.02.2026 bis Mo, 25.05.2026