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TOMORROW 4.0 Zur Zukunft unserer Welt

15.11.2019 21:30

Lulu und Nana – Darf der Mensch sein Erbgut verändern? –

Freitag, 15.11.2019, 19:00 – 21:30 Uhr

Gesprächsvortrag mit Wolfgang Ratzelt

Der Biophysiker He Jiankui hat eineKeimbahntherapie erfunden, die mittels der Genschere CRISPR/Cas9 das Erbgut zweier Babys, Lulu und Nana, verändert hat (um sie immun gegen HIV zu machen), d.h.: Lulu und Nana sind in sämtlichen Körperzellen genetisch verändert und geben diese Veränderungen an ihre künftigen Kinder weiter und niemand hat Nana und Lulu gefragt, ob sie das wollen. Der Gesprächsvortrag fragt nach den Folgen dieses monströsen Ereignisses für die Evolution des Menschen und für den evolutionären Prozess überhaupt. Wird der Mensch, der doch selbst nur ein Produkt der Evolution ist, mittels Eingriffe in beliebige Keimbahnen von Menschen, Tieren und Pflanzen zu
einem Beschleuniger der Evolution? 􀂱􀀃oder beschleunigt sich die Evolution durch eines ihrer Ergebnisse? Aber wohin und wozu beschleunigen? Gibt es eine „gute“ Erbgutveränderung des Menschen?
Der Eintritt ist frei.

Über das chinesische Sozialkreditsystem,

Freitag, 22.11.2019, 19:00 – 21:30 Uhr

… und wie weit wir noch davon entfernt sind – Gesprächsvortrag mit Wolfgang Ratzelt

Ranking für Dich und mich und für alle? Chinas „Sozialkreditsystem“ funktioniert nach den Regeln der Triage. Dieses Verfahren entscheidet, wer und in welcher Reihenfolge knappe Güter bekommt: z.B. sehr teure Krebsmedikamente oder Organspenden; wer von Terror- oder Katastrophenverletzten zuerst und wer zuletzt versorgt wird. Im Sozialkreditsystem und in der Triage handelt der Mensch, als ob er Gott wäre. Und nirgends sonst tritt klarer die Denkweise, das Wertesystem und der Zeitgeist eines Kulturkreises hervor als bei der Festlegung, wer zuerst versorgt und gerettet wird und wer zuletzt oder gar nicht; was als „gutes Verhalten“ und was als „schlechtes“ gilt; wer also Punkte oder Sternchen bekommt und wer nicht. Wo entfalten sich bei uns, im Westen, ähnliche Verfahren? Wo sind wir schon betroffen? Worin unterscheiden sie sich noch vom östlichen Sozialkreditsystem? Vor allem aber: Gibt es so etwas wie ein erstrebenswertes faires und gerechtes Auswahlverfahren, und wie müsste es funktionieren?
Der Eintritt ist frei.

Unsere Preise lügen!

Freitag, 22.11.2019, 19:00 – 21:30 Uhr
h4.
Ein Plädoyer für die Kosten- und Preiswahrheit – Gesprächsvortrag mit Wolfgang Ratzelt

Wer bezahlt die Produktionskosten eines T-Shirts? Natürlich ich! ? als Kundin oder Kunde. Weit gefehlt. Die Kosten bezahlen vor allem andere. Und das wird klar, wenn ALLE wirklichen Kosten „eingepreist“ werden, die jene Wertschöpfungskette verursacht, die letztlich mein T-Shirt erzeugt, inklusive Kosten der Entsorgung. Bislang zählen nur die Kosten für die Förderung oder den Anbau der Rohstoffe, die betriebsinternen Kosten für Maschinerie, Löhne, Werbung, Steuern und Abgaben; dazu kommt die Gewinnspanne.
Aber wer bezahlt die „externen“ Kosten der Baumwollproduktion, die z.B. aus dem Austrocknen des Aralsees, des ehemals viertgrößten Binnengewässers der Erde, resultieren? Und wie hoch sind die wahren Kosten der Kreuzfahrten, der Flugreisen oder des Fleischs aus Massentierhaltung, der Plastikproduktion? Der „wahre Preis“ könnte viele Probleme richten, viele Landschaften und Leben von Menschen und Tieren retten und uns Menschen vielleicht sogar etwas glücklicher machen.
Der Eintritt ist frei.