Inhaltsspalte

Zur Zukunft unserer Welt, wie sie sein könnte und sein sollte

12.04.2019 19:00

Vortragsreihe und Gesprächsrunde mit Wolfgang Ratzelt in Kooperation mit der VHS Pankow

Die Reihe widmet sich an fünf Abenden keinem geringeren Thema als der Welt und unserer Zukunft und hinterfragt im Gespräch mit den Gästen, wie unsere Gesellschaft in einer Zeit des Umbruchs zukünftig aussehen könnte.

Wie viel Mensch (er-)trägt die Erde?

Freitag, 12.04.2019 19:00 – 21:30 Uhr

Über die Notwendigkeit der Bevölkerungspolitik-Vortragsreihe Teil 5
Zwischen 1960 und März 2018 wuchs die Weltbevölkerung von drei auf über 7,6 Milliarden Menschen. Bei sinkender Geburtenrate und steigender Lebenserwartung kommen 230.000 Menschen pro Tag, d.h. jährlich über 80 Millionen Menschen, dazu. Derzeit benötigt der Lebensstil der Menschheit im globalen Durchschnitt deutlich mehr als eineinhalb Erden, der deutsche Lebensstil fast drei, der US-Lebensstil gar fünf Erden. Tendenz steigend. Dazu kommen die Auswirkungen der menschengemachten Klimaerwärmung, die eine Deckelung des CO2-Ausstoßes auf maximal zwei Tonnen CO2 pro Kopf notwendig machen (BRD 2017: 9,8 Tonnen CO2 pro Kopf). Tragische ökosoziale Katastrophen laufen bereits; andere sind vorprogrammiert. Umso mehr tut eine Bevölkerungspolitik not, die sich von der Tragfähigkeit der Erde für alle Lebewesen – Menschen, Tiere und Pflanzen – leiten lässt. Welche politischen Maßnahmen wären erforderlich und welche Folgen hätte das für unsere Lebensform? Kontakt: wolfgang.ratzel@t-online.de

Thema Digitalisierung 4.0

Freitag, 15.02.2019, 19:00 – 21:30 Uhr

Die ersten zwei industriellen Revolutionen ersetzten die Muskelkraft durch die Maschine. In der dritten begann die Ersetzung der Denkleistung des Menschen durch die Maschine, die in der Industrie 4.0 perfektioniert wird: Jetzt geht es um das Internet der Dinge, um die intelligente Fabrik durch Computer Integrated Manufacturing (CAM) und um grundlegend andere Maschinen wie den 3-D-Drucker oder gar Bio-Printer. Die Arbeitswelt 4.0 wird zumeist unter dem Gesichtspunkt des Stellenverlusts diskutiert. Woher sollen Abermillionen neue Stellen kommen? Der Gesprächsvortrag verschiebt jedoch die Fragestellung: Was ist das für ein Staat 4.0 und Sozialversicherungssystem 4.0, das dieser neue Wertschöpfungsprozess braucht? Und endet mit den Sorgen des Apple-Chefs Tim Cooks: „Viel ist gesagt worden über die möglichen Risiken von künstlicher Intelligenz, aber mir bereiten nicht Maschinen Sorgen, sondern Menschen, die denken wie Maschinen.“

Chinas Sozialkredit-System und Regeln der Triage

Freitag, 22.02.2019, 19:00 – 21:30 Uhr

“Ich arbeite für das Forstamt. Ich brauche eine Beurteilung für eine Beförderung und dafür wiederum muss ich meinen Sozialkredit-Kontostand einholen. Wenn der nicht gut genug ist, werde ich auch nicht befördert. Ich achte auf mein Benehmen und mein Handeln. Ich sollte keine großen Abzüge haben.” Das ist keine Science-Fiction. Das ist soziale Wirklichkeit, soeben jetzt, in China. Triage ist der Name für ein Auswahlverfahren, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn für eine Überzahl von Hilfsbedürftigen nur begrenzte Ressourcen und knappe Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Das Verfahren entscheidet dann, wer und in welcher Reihenfolge die knappen Güter bekommt. Im Sozialkreditsystem und in der Triage handelt der Mensch, als ob er Gott wäre. Und nirgends sonst tritt klarer die Denkweise, das Wertesystem und der Zeitgeist eines Kulturkreises hervor als bei der Festlegung, wer bevorzugt und wer benachteiligt, wer zuerst gerettet und wer dem Sterben überlassen wird. Aber welches Auswahlverfahren wäre fair und gerecht? Kontakt: wolfgang.ratzel@t-online.de