Testament verfassen: Welche Arten von Testamenten gibt es?

Testament verfassen: Welche Arten von Testamenten gibt es?

Nicht jedes Testament lässt sich ändern und oftmals braucht man beim Abfassen einen Notar. Welche Unterschiede es zwischen den verschiedenen Testamenten gibt.

Testament verfassen

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Der Letzte Wille muss nicht als klassisches Einzeltestament abgefasst sein. Wer seinen Nachlass gemeinschaftlich regeln will, dem stehen weitere Formen zur Verfügung. Ein Überblick:

Einzeltestament

Das Einzeltestament ist die gebräuchlichste Form. Es ist jederzeit widerrufbar. Der Erblasser verfügt handschriftlich seinen letzten Willen, indem er Erben einsetzt, Vermächtnisse bestimmt und Auflagen anordnet.

Gemeinschaftliches Testament

Es kann nur von Ehegatten verfasst werden, Änderungen oder ein Widerruf wechselbezüglicher Verfügungen können nur gemeinsam vorgenommen werden. Stirbt ein Ehepartner, kann das gemeinsam Verfügte im Regelfall vom Überlebenden nicht mehr abgeändert werden, es sei denn, dass dieser das Erbe ausschlägt. Das Testament kann dem überlebenden Ehegatten allerdings einen gewissen Änderungsspielraum geben. Das Ehegattentestament wird bei Scheidung automatisch unwirksam.

Erbvertrag

Wie das Testament eine Verfügung von Todes wegen, kann nur vor einem Notar errichtet werden. Für den Vertragsabschluss ist die Anwesenheit aller Vertragspartner erforderlich. Der Erbvertrag wird gewählt, wenn Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gegenseitige, erbrechtlich bindende Erklärungen, ähnlich wie die in einem gemeinschaftlichen Testament, abgeben wollen. Über den Erbvertrag können z.B. Pflegenden oder andere Hilfsleistungen Erbringenden erbrechtliche Zuwendungen zugesichert werden. Neben der Festlegung von Rechten und Pflichten sollte auch vereinbart sein, was passiert, wenn die Verpflichtungen nicht erfüllt werden. Zivilrechtliche und steuerrechtliche Seiten bedenken!

Berliner Testament

Bei einem Berliner Testament setzen sich Ehe- oder Lebenspartner gegenseitig zu Alleinerben ein, oft in Form eines gemeinschaftlichen Testaments oder im Rahmen eines Erbvertrages.

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge regelt, wer das Vermögen eines Verstorbenen erhält, wenn es keine letztwillige Verfügung gibt. Liegt ein Testament vor, beeinflusst sie den Pflichtteil, der Hinterbliebenen grundsätzlich zusteht.
1. Ordnung: Abkömmlinge des Erblassers (Kinder, einschl. nichteheliche und adoptierte, Enkel, Urenkel),
2. Ordnung: Eltern und deren Abkömmlinge wie Bruder, Schwester, Neffe, Nichte, Großneffe, Großnicht
3. Ordnung: Großeltern und deren Abkömmlinge wie Onkel, Tante, Cousin, Cousine
4. Ordnung: Urgroßeltern und deren Abkömmlinge
5. und fernere Ordnungen: entferntere Voreltern

Quelle: Otto Berg Bestattungen

| Aktualisierung: 2. Oktober 2019

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