Calisthenics: Street Workout zwischen Parkour und Turnen

Calisthenics: Street Workout zwischen Parkour und Turnen

Anhänger von Calisthenics treffen sich in Parks, um akrobatische Turnelemente zu üben. Nur ums Fitwerden geht es dabei nicht.

  • Training an der Turnstange© dpa
    Akrobatisch: Eine gewisse Grundfitness ist Voraussetzung, wenn man mit Calisthenics beginnen möchte.
  • Anspruchsvolle Kraftübung© dpa
    Für das Calisthenics-Training braucht es nicht viele Geräte - eine Turnstange oder auch nur eine Parkbank oder eine Leiter reichen.
  • Florian Schachner© dpa
    Florian Schachner ist Mitglied im österreichischen Calisthenics-Verein Team Alpha Bar.
  • Übung am Barren© dpa
    Turnen, aber hip: Calisthenics beinhaltet viele Elemente des klassischen Turnsports.
Es lässt sich nicht verleugnen: Wenn Achim Gölles an die Stange geht und seinen Körper wie ein Brett in die Waagerechte bringt, sieht er dabei aus wie ein Turner. Tatsächlich ist es aber ein Trendsport, den der junge Österreicher auf der Fibo in Köln vorführt.

Calisthenics: Soziale Komponente ist sehr wichtig

Calisthenics heißt die Mischung aus Parcours und Turnen. «Dahinter steht ein Lifestyle», erklärt Florian Schachner vom österreichischen Calisthenics-Verein Team Alpha Bar. «Man trifft sich in Gruppen und trainiert gemeinsam, meist draußen im Park.» Es gehe nicht nur ums Fitwerden. «Die soziale Komponente ist sehr wichtig.»

Eigenes Körpergewicht steht im Mittelpunkt

Was die Anhänger des Sports schätzen: Sie brauchen nicht viel für ihr Training. «Im Mittelpunkt steht das eigene Körpergewicht», erklärt Gölles, der einen eigenen Youtube-Kanal hat, auf der Fitnessmesse. Letztlich könne man mit allem trainieren, was gerade da ist: einer Parkbank, einer Leiter, einer kleinen Mauer. Im professionelleren Umfeld gehören zur Ausstattung vor allem Reckstangen und Sprossenwände.

Grundfitness und Kraft Voraussetzung für Calisthenics

Eine gewisse Grundfitness dürfte nicht schaden, wenn man mit dem akrobatischen Sport beginnen möchte. «Die meisten kommen tatsächlich aus dem Fitnessstudio», sagt Schachner. «Man kann aber auch von Null anfangen», ergänzt Gölles. Wie das geht, verdeutlicht er an einem Beispiel: Um den Körper irgendwann im sogenannten Frontlever an der Stange in die Waagerechte zu bringen, beginne man mit Klimmzügen. Auch die kann aber nicht jeder. In dem Fall fängt der Neuling mit einer Armkraftübung an, bei der er festen Boden unter den Füßen hat.

Zu Hause mit dem Krafttraining beginnen

Wer mit dem Training beginnen möchte, kann das theoretisch zu Hause tun, sagt Gölles. Es gebe zahlreiche Tutorials im Internet. Wie bei allen anderen Sportarten auch, sollte man zu Anfang aber Acht geben, dass man sich nicht überfordert, und das Training langsam Stück für Stück steigern. Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln rät gänzlich Untrainierten, sich zuerst zum Beispiel im Fitnessstudio eine Grundfitness zu erarbeiten.
Ausbildung im Fitnessstudio
© dpa

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 10. April 2017