Fitness: Der Computer ersetzt den Trainer

Fitness: Der Computer ersetzt den Trainer

Virtuelle Trainer sind einer der neuen Trends der Fitnessbranche. Können Computer den Fitnesstrainer ersetzen?

Bunte Hanteln auf der Fitnessmesse in Köln

© dpa

Fitnesstrainer bekommen durch Computer Konkurrenz.

Ein Schritt nach vorne, ein Schritt zurück, links, rechts, springen, klatschen. Der blonde Schopf einer jungen Frau wippt im Rhythmus der lauten Musik. Hastig schielt sie auf die große Leinwand vor ihr. Sie hat 3000 Punkte - ihr Mitspieler hinten links ist schon bei 5000. Die Arme hoch, nach rechts und drehen!

Computer wird zum virtuellen Trainer

Die junge Frau präsentiert das Workout-Spiel Playoke auf der weltgrößten Fitnessmesse Fibo in Köln. Das Computerprogramm bietet eine Mischung aus Big Brother und Aerobic-Stunde. Ein Trainer macht in einem Film, der auf einer großen Leinwand gezeigt wird, Übungen vor. Die Sportler machen die Übungen nach und werden dabei von mehreren 3D-Kameras gefilmt. Eine Computersoftware gleicht die Bewegungen mit denen des Trainers ab und vergibt Punkte- die dann live auf der Leinwand erscheinen.

Programme kommen vor allem bei Jüngeren gut an

Der virtuelle Trainer erinnert stark an ein Computerspiel- mit dem Unterschied, dass der Spieler im Fitnessstudio gegen eine große Gruppe von Unbekannten antritt und nicht alleine in seinem Wohnzimmer trainiert. Gerade bei Jüngeren, die Computerspiele gewohnt sind, komme das Programm gut an, sagt Sprecher Andreas Berlin. Der Hersteller setzt auf den Gaming-Gedanken: Die Punktevergabe live auf der Leinwand soll die Teilnehmer motivieren, die Übungen noch härter zu machen.

Fitnessstudios brauchen auch weiterhin Trainer

Ein anderer, nicht ganz so schöner Effekt: Das Programm ersetzt den Fitnesstrainer. «Das war eine Diskussion, die wir letztes Jahr hier am Stand mit vielen Fitnessleuten hatten», sagt Berlin. Die Trainer hätten sofort erkannt: Wenn da ein Video läuft, dann braucht mich mein Arbeitgeber nicht mehr. Dass manche Studios ihre Fitnesstrainer entlassen werden, glaubt Berlin aber trotzdem nicht. Bisher seien die Erfahrungen anders. Außerdem wolle sich die ältere Generation im Fitnessstudio noch nicht alleine mit einem Computer beschäftigen. «Die brauchen schon noch die persönliche Ansprache», sagt Berlin.
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Computer helfen bei der Diagnose

Ein ähnliches Produkt stellt ein Hersteller aus Hürth bei Köln auf der Fibo vor. Auch bei seinem Programm wertet ein Computer Bewegungen aus, die eine 3D-Kamera aufgenommen hat. Systrain Kinetics soll aber eher im Gesundheitsbereich und für die Diagnose eingesetzt werden. Laut Firmengründer Thilo Ruppert überwachen in vielen Reha-Zentren die Trainer nicht jede Übung persönlich. Hier springt der Computer ein: Er zeichnet genau auf, was richtig und was falsch gemacht wurde. Am Ende muss aber immer noch ein Mensch die Informationen auswerten. «Wir ersetzen den Trainer nicht», betont Ruppert.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 25. April 2016