Halloween kurbelt die Geschäfte an

Halloween kurbelt die Geschäfte an

Wenn es um Halloween am 31. Oktober geht, scheiden sich die Geister. Dieses in Mode gekommene Spektakel begeistert nicht jeden, schon gar nicht die Kirchen. Aber der Handel verdient gut, nicht nur die Kostümverkäufer.

Halloween

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Eine zu Halloween ausgehöhlte Futterrübe leuchtet durch das Licht einer Kerze im Inneren der Rübe.

«Süßes, sonst gibt`s Saures!» Mit diesem Spruch ziehen Kinder und Jugendliche am 31. Oktober von Haustür zu Haustür - denn es ist Halloween. Hat das aus Amerika kommende Spektakel dem Reformationstag in Deutschland den Rang abgelaufen? Aus kirchlicher Sicht ist Halloween kaum etwas anderes als ein Verkaufsrummel, der allerdings jedes Jahr mit dem Reformationstag zusammenfällt. Eine Konkurrenz zu den kirchlichen Feierlichkeiten sieht die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo) nicht.
Mit seinen Konzerten und Gottesdiensten finde der Reformationstag wachsendes Interesse, sagte Ekbo-Sprecherin Heike Krohn-Bräuer. Man solle Halloween als das sehen, was es sei: letztlich ein Kinderspaß mit gruseligen Verkleidungen und Süßigkeiten. Der Reformationstag stehe hingegen für das prägende Wirken des Mönches Martin Luther. Anders als in anderen nord- und ostdeutschen Bundesländern ist der Tag in Berlin kein arbeitsfreier gesetzlicher Feiertag. Im Jahr nach dem Reformationsjubiläum 2017 hätte sich die Kirche gewünscht, dass Berlin seine Insellage in dieser Hinsicht aufgebe, so Krohn-Bräuer.

Für den Einzelhandel ist Halloween mittlerweile ein wichtiges Datum

«Der Verkauf läuft seit Beginn der Nuller-Jahre auf Hochtouren - die öffentliche Wahrnehmung hat sich verändert, auch wenn der Trend aus Amerika kommt», sagte Günter Päts, stellvertretender Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Berlin-Brandenburg mit Sitz in Neuruppin. Neben Kostümen seien auch Taschen und Schokolade sehr gefragt. Vor allem in familiären Kiezen, wo sich die Nachbarn kennen. «Dort spielt Halloween eine ähnlich große Rolle wie in Städten und kleinen Dörfern in Brandenburg.» Auch seine Frau würde Süßigkeiten für Kinder in Neuruppin bereit halten.

Nicht jeder gibt gern Süßes

Allerdings ist nur jeder zweite Deutsche bereit, den an der Haustür klingelnden Kindern Süßigkeiten in die Hand zu drücken, wie eine aktuelle YouGov-Umfrage zu Halloween in Kooperation mit Statista zeigt. Besonders spendabel sind demnach Deutsche im Alter von über 55 Jahren (57 Prozent). Für die Umfrage wurden im Oktober 1124 Personen ab 18 Jahren online befragt.

Kostüme und Kostümverleih im Berlin Finder

Die Berliner Verkleidungsgeschäfte scheinen indes der Nachfrage nach Halloween-Artikeln kaum noch hinterher zu kommen. «Die Bereitschaft zum aufwendigen Schminken wird immer größer, die Kunden sind dank Internet und der neuen Medien gut informiert, sie wissen was man machen kann», sagte Jörg Reisemann von Deko Behrendt in Berlin. Im Trend bei verschiedenen Altersklassen liegen nach seinen Worten Gesichtsschminke, Narben, farbige Kontaktlinsen, Perücken, Modellierwachs und Latex. Die Kontaktlinsen gibt es ab 18 Jahren, Schminke ab 14.

Zombies gehen immer

Gefragt seien immer wieder Kostüme mit Bezug zu Horrorfilmen - der Clown aus dem Horrorfilm «Es» sei gerade sehr in, berichtet Reisemann. Es gebe aber auch Anfragen zu Kostümen aus Filmen, die nicht so bekannt seien. Zombies, Hexen, Teufel, Nonnen und Mönche seien besonders beliebt. «Die Zombies gibt es in allen Kombinationen, vom Zombie-Piraten bis zur Zombie-Krankenschwester», sagte Reisemann. Und nicht zu vergessen: Horrorclowns gibt es auch.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 27. Oktober 2018