Aarhus - Kulturhauptstadt 2017: Wikinger und nordische Küche

Aarhus - Kulturhauptstadt 2017: Wikinger und nordische Küche

Aarhus ist Dänemarks zweitgrößte Stadt. Im Jahr 2017 steht sie im Rampenlicht: Dann wird sie, gemeinsam mit Paphos auf Zypern, Europäische Kulturhauptstadt.

  • Idylle inmitten der Großstadt© dpa
    Idylle inmitten der Großstadt schaffen die bunten Wohnhäuser in der Møllestien-Gasse, die zwischen 1870 und 1885 erbaut wurden.
  • Segelturm aus Stahl© dpa
    Der Segelturm mit seiner Aussichtsplattform wurde von der Aarhuser Architektin Dorte Mandrup erschaffen. Abends erstrahlt dessen blanker Stahl im Schein der LED-Lampen - ein moderner Leuchtturm.
  • Isbjerget© dpa
    Das junge Viertel Isbjerget ist eines der Wahrzeichen von Aarhus. Noch beherrschen stellenweise Baukräne und Bagger die Szenerie, doch bald soll es die Heimat von 7000 Bewohnern sein.
  • Latinerkvarteret© dpa
    Modeboutiquen, Läden mit Vintagemöbeln und Kunsthandwerk im dänischen Designstil laden im Latinerkvarteret zum Einkaufsbummel. Manche der blutrot getünchten Häuser stammen aus dem 16. Jahrhundert und prägen das Bild des ältesten Stadtquartiers nahe der Domkirche.
  • «Your rainbow panorama»© dpa
    Die begehbare Installation «Your rainbow panorama» auf dem Dach des Kunstmuseums ARoS bietet ungewöhnliche Weitblicke über die Stadt.
  • Zeitreise© dpa
    Das 1909 gegründete Museum Gamle By (die alte Stadt) dokumentiert auch die 1970er Jahre.
  • 1000 Parkplätze unter einem Dach© dpa
    Die mit 1000 Stellplätzen größte Tiefgarage ihrer Art in Europa gehört zu Dokk1, dem 2015 eröffneten Bürgerhaus von Aarhus.
  • Begehrter Titel© dpa
    Endlich bekannt: Aarhus will mit dem Kulturhauptstadtjahr endlich aus dem Schatten von Kopenhagen heraustreten.
  • «Röde Orm»© dpa
    Echte Pferde, blutige Kämpfe: Die Wikingersaga «Röde Orm» ist eines der Highlights von Aarhus2017.
  • «Gastromé» in Aarhus© dpa
    Mit drei vom «Guide Michelin» ausgezeichneten Restaurants kann Aarhus aufwarten - darunter das «Gastromé».
  • «Tree of Codes»© dpa
    Das moderne Ballettstück «Tree of Codes» wird im Konzerthaus von Aarhus aufgeführt. Das visuelle Konzept stammt von dem bekannten Künstler Olafur Eliasson.
Aarhus gibt sich geheimnisvoll. Im Jahr 2017 ist die dänische Stadt Europäische Kulturhauptstadt. Ein paar Programmpunkte lässt sich Rebecca Matthews von Aarhus2017 dann aber doch entlocken.

Wikingersaga «Röde Orm» im Moesgaard Museum

So ist eines von vier Großevents die Aufführung von «Röde Orm», einer Wikingersaga. Das Ganze findet auf dem Dach des neuen Moesgaard Museums statt - dieses ist in die Erde gebaut, ragt schräg daraus hervor. «Echte Pferde, blutige Kämpfe - all das Wikingerzeug», erzählt Matthews. 29 Aufführungen wird es ab Mai 2017 geben, pro Nacht rechnet Matthews mit etwa 3500 Gästen.

«The Garden»: Vier Kilometer lange Kunstzone

Ein zweites Event, ebenfalls im Sommer 2017: «The Garden». Bei diesem Projekt verwandelt sich eine Strecke von vier Kilometern in eine Kunstzone. Sie zieht sich vom Aros Museum durch die Stadt bis zum Strand Ballehage, so Matthews.

«Tree of Codes»: Modernes Ballett im Konzerthaus Aarhus

«Tree of Codes» ist ein weiterer Höhepunkt der insgesamt mehr als 350 Projekte von Aarhus2017. Das moderne Ballett wird im Konzerthaus Aarhus aufgeführt, das visuelle Konzept stammt von dem bekannten dänischen Künstler Olafur Eliasson.
Land: Dänemark
Einwohner: 265.000
Sprache: Dänisch
Währung: Dänische Krone
Zeit: MEZ

Aarhus hofft auf 33 Prozent mehr Übernachtungen

Die Events unter dem Motto «Let's Rethink» sollen natürlich viele Touristen locken. «Wir möchten in Aarhus ein Plus von 33 Prozent an Übernachtungsgästen sehen», sagt Matthews und bezieht sich dabei auf internationale wie nationale Gäste.

Mehr Kreuzfahrtschiffe legen in Aarhus an

Schon jetzt steigt die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die in Aarhus anlegen. Waren es 2015 noch 12, sind für 2016 schon 29 vermerkt, und 2017 rechnet man aktuell bereits mit 34, Tendenz steigend. Ein Schiff sehe sogar einen dreitägigen Stopp in der dänischen Stadt an der Ostsee vor - und zwar wenn gleichzeitig «Röde Orm» sowie «The Garden» auf dem Programm stehen.

Aarhus: Europäische Gastronomieregion 2017

Natürlich hofft Matthews, dass die Urlauber nicht nur 2017 eine Reise nach Aarhus planen. «Wir möchten, dass diese Gäste wiederkommen.» Dafür könne auch der Reiz der Gastronomie sorgen: Schließlich ist Aarhus und die Region Midtjylland auch Europäische Gastronomieregion 2017.

Drei Restaurants mit Michelin-Sternen

Aarhus habe drei Restaurants, die mit Michelin-Sternen ausgezeichnet wurden, erklärt Matthews. So schafft es die zweitgrößte Stadt Dänemarks im nächsten Jahr vielleicht, aus dem Schatten der großen Schwester Kopenhagen zu treten. Matthews ist optimistisch: «Aarhus beginnt damit, sich mehr Bekanntheit zu verschaffen.»

Hypermoderne Architektur am Hafen

Die Zukunft von Aarhus ist schon jetzt an vielen Orten in der Stadt zu sehen. Die Besucherin aus Holland schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: «Was passiert mit unserem Auto? Es ist weg, im Keller verschwunden!» Autos fahren Aufzug, fahrerlos hinunter in die hypermoderne, unterirdische Parkgarage am Hafen von Aarhus.

Dokk1: Architektonisches Statement direkt am Wasser

Die mit 1000 Stellplätzen größte Tiefgarage ihrer Art in Europa gehört zu Dokk1, dem 2015 eröffneten Bürgerhaus inklusive Stadtbücherei. Mit aufsteigenden Rampen, Treppen, Terrassen und großflächigen Glasfronten setzt Dokk1 ein architektonisches Statement: «Seht her, das ist die Zukunft von Aarhus!»

Zweitälteste Stadt Dänemarks

Dabei hat die Universitätsstadt in Mitteljütland eine große Vergangenheit aufzuweisen: Bereits um das Jahr 770 wurde sie von Wikingern an der Mündung des Flüsschens Aarhus Å in die Ostsee gegründet und ist damit die zweitälteste Stadt Dänemarks.

Aarhus zu Fuß erkunden

Am besten lässt sich die Stadt zu Fuß bei einem Stadtrundgang erkunden. Zwar ist Aarhus die zweitgrößte Stadt in Dänemark nach Kopenhagen. Doch das Zentrum ist ziemlich klein, alle Sehenswürdigkeiten sind in 30 Minuten Fußweg erreichbar.

Kunstmuseum ARoS: Blick über die Ostseebucht

Zuerst geht es zum Kunstmuseum ARoS, auf dessen Dach 2011 die beeindruckende Kunstinstallation «Your rainbow panorama» gelandet ist. Von dem dänisch-isländischen Künstler Olafur Eliasson geschaffen, eröffnet der 150 Meter lange, kreisrunde Laufsteg ungewöhnliche Weitblicke über das Häusermeer, den Hafen und die Aarhuser Ostseebucht. Schillernd wie ein Regenbogen sind die intensiven Farben des begehbaren Kunstwerkes.

Den Gamle By: Stadt in der Stadt

Von zeitgenössischer Kunst geht es aber schnell wieder zurück in die Vergangenheit: Im Park liegt das Museum Den Gamle By, die alte Stadt. Dutzende wiedererrichtete Bauwerke aus ganz Dänemark - Wohnhäuser, Werkstätten, Geschäfte vom 16. bis zum 19. Jahrhundert - bilden eine kleine Stadt inmitten der Stadt.

Latinerkvarteret: Ein Hauch von Paris

Wuseliges Treiben bietet auch das Latinerkvarteret, Quartier Latin - und einen Hauch von Paris in Aarhus? Modeboutiquen, Läden mit Vintagemöbeln und Kunsthandwerk im dänischen Designstil laden dort zum Einkaufsbummel. Manche der blutrot getünchten Häuser stammen aus dem 16. Jahrhundert und prägen das Bild des ältesten Stadtquartiers nahe der Domkirche.

Cafés und Restaurants in den Innenhöfen

In den Innenhöfen gibt es zahlreiche kleine Cafés und Restaurants. Einige Restaurants wurden hier mit den begehrten Michelin-Sternen ausgezeichnet. Also doch Paris - ein bisschen wenigstens.

Streetfood an der Rutebilstation

Für Streetfood machen sich Jung und Alt auf zur Rutebilstation, dem Busbahnhof. In einer kahlen Werkhalle parken Streetfood-Trucks: Asiatisches Curryhühnchen und heimische Enten als Pulled Duck werden aufgetischt.

Aarhus Ø: Neues Stadtviertel am Hafen

Nur ein paar Straßen weiter an der Hafenpromenade wird der Kontrast zwischen Vergangenheit und Zukunft besonders sichtbar. Wo bis um die Jahrtausendwende noch Frachtschiffe anlegten, wächst heute in rasantem Tempo das junge Stadtviertel Aarhus Ø heran. «Ø», das heißt Insel. Altes wird hier neu gedacht. Noch beherrschen Baukräne und Bagger die Szenerie, doch in Zukunft soll Ø die Heimat von 7000 Bewohnern sein. In den Wohnkomplex Isbjerget (Eisberg) sind die ersten Familien bereits eingezogen.

Segelturm mit Aussicht

Eine weitere Landmarke können Besucher abgesperrt hinter den hohen Baustellenzäunen entdecken: Der Segelturm aus Stahl mit der Aussichtsplattform, die über dem Hafenwasser schwebt. Die Aarhuser Architektin Dorte Mandrup hat den Turm geschaffen. Abends erstrahlt dessen blanker Stahl im Schein der LED-Lampen - ein moderner Leuchtturm.

Karte

Fotostrecke:

  • Isbjerget© dpa
    Aarhus

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 27. Dezember 2016