Guimarães: Die Wiege Portugals

Guimarães: Die Wiege Portugals

Guimarães war die erste Hauptstadt Portugals und gilt als Wiege der Nation. Der Besuch lohnt vor allem wegen der hübschen historischen Innenstadt.

Guimarães

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Die Altstadt von Guimarães wurde 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt.

Guimarães liegt im Norden Portugals am Fuße der Serra da Penha. Die heutige Universitätsstadt mit 52.000 Einwohnern war die erste Hauptstadt Portugals und gilt als die Wiege der Nation. Hier wurde der erste König des Landes Afons I. getauft und zum König gekrönt. Die Kapelle von Sao Miguel, in deren Taufbecken der spätere König angeblich getauft wurde, sowie die Burg von Guimarães gelten den Portugiesen als Nationalheiligtümer.

Burg von Guimarães: Guterhaltene Mittelalterfestung

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Die Burg von Guimarães ist für viele Portugiesen ein Nationalheiligtum.

Während Urlauber aus Europa, Asien oder den USA im Norden des Landes eher Porto oder Braga anschauen, suchen viele Portugiesen und Brasilianer in Guimarães nach ihren Wurzeln. «Hier wurde Portugal geboren», steht in großen Buchstaben auf der Wehrmauer.
Die Burg, in der sich Afonso Henrique die Krone aufsetzen ließ, zerfiel im Laufe der Jahrhunderte, nachdem die portugiesischen Könige nach Lissabon umgezogen waren. Doch Diktator Salazar ließ die Burganlage in den 1940er Jahren von Grund auf restaurieren, um es zu einem Wallfahrtsort der portugiesischen Nation zu machen. So gilt die Burganlage mit ihrem 27 Meter hohen Bergfried auch heute noch als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Festungen Portugals.

Mittelalterliche Altstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe

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Wandteppiche, Waffen und Möbel im Palast der Herzöge von Bragança.

Die Burg beeindruckt durch die Steinplatten, die die Gräber adeliger Krieger in der Kapelle bedecken, und die Wandteppiche, Waffen und Möbel im nahen Palast der Herzöge von Bragança. Sie zeichnen die gesamte Geschichte Portugals nach.
Jeder Stein in der mittelalterlichen Altstadt, die 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt wurde, scheint eine ganz besondere Geschichte zu haben. Zum Pflichtprogramm gehören das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, die Kirche de Nuestra Senhora da Oliveira und das Kloster Santa Marinha da Costa aus dem Jahre 1154.
Land: Portugal
Einwohner: 52.000
Sprache: Portugiesisch
Währung: Euro
Zeitzone: MEZ - 1h

Prächtige Herrenhäuser und lokale Spezialitäten

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Prächtige Herrenhäuser mit kunstvollen Kachelfassaden zieren den Toural-Platz.

Das mittelalterliche Erbe ist aber auch anderswo in der Altstadt zu spüren. Prächtige Herrenhäuser mit kunstvollen Kachelfassaden zieren den Toural-Platz. Bunte, schief gemauerte und mit Holzbalkonen verzierte Häuser umrahmen die malerischen Plätze Largo da Oliveira und Santiago. Abends servieren hier die Restaurants in mittelalterlichem Ambiente zu portugiesischem Wein lokale Spezialitäten wie Bacalhau (Stockfisch).

Kultur in Guimarães

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Der Platz Largo da Oliveira

Für kulturell Interessierte bietet sich ein Besuch der drei Museen der Stadt an. Das Museu Alberto Sampaio widmet sch der sakralen Kunst, das Museu de Arte Primitiva Moderna der modernen naiven Kunst, und das Museu da Socidedade Martins Sarmento archäologischen Artefakten aus der Region.

Romaria und Blumenschlacht in Guimarães

Die "Romaria Grande de Sao Torcato" findet im Juli in der Gemeinde Sao Torcato statt. Sie gilt als die größte Romaria in der Region. Insgesamt wird vier Tage lang gefeiert. Höhepunkt ist die Prozession zu Ehren des Heiligen Torcato. Zu den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen gehören auch die "Gualterianas" zu Ehren des Heiligen Gualter in der ersten Augustwoche mit Leinenfestzug, Blumenschlacht und großem Festumzug.

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Doppeldeckerbus London
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 8. August 2016