Tallinn: Die bunte Stadt am Meer

Tallinn: Die bunte Stadt am Meer

Tallinn in Estland erzählte als Europäische Kulturhauptstadt 2011 Geschichten am und vom Meer.

Tallinn - Die Kulturhauptstadt

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Die bunte Stadt am Meer - Wehranlagen, Stadtmauer und etliche Kirchtürme von Tallinn sind viele Jahrhunderte alt.

Tallinn an der Ostseeküste von Estland war 2011 Europäische Kulturhauptstadt und hatte sich für diese zwölf Monate viel vorgenommen. Das galt nicht nur für das neue Meeresmuseum. Die Nähe zur Ostsee spielte auch bei vielen anderen Projekten eine Rolle, in einigen Fällen auch über 2011 hinaus.
Tallinn war als Grenzgebiet während des Kalten Krieges und auch danach noch weitgehend vom Meer abgeschnitten. Die Häfen waren bis 1991 militärisches Sperrgebiet. Im Jahr 2011 erzählte Tallinn nun als offene Kulturhauptstadt mit vielen Veranstaltungen «Geschichten am Meer».
Alexander-Newski-Kathedrale
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Alexander-Newski-Kathedrale in Tallinn

Das einstige Reval ist wieder offen

Der historische Stadtkern mit seiner Ober- und Unterstadt ist bereits seit längerem herausgeputzt. Dazu hat die friedliche Wende 1991, als Estland von der Sowjetunion unabhängig wurde, nur bedingt beigetragen. Viele Fassaden seien 1980 restauriert worden, als im Rahmen der Olympischen Spiele in Moskau die Segelwettbewerbe vor der estnischen Küste stattfanden, erzählt die Stadtführerin Õie Kirs.

Gegründet wurde die Stadt Reval, das heutige Tallinn, im Hochmittelalter von deutschen Ordens- und Kaufleuten. Am Burgturm, dem «Langen Hermann», wehte über die Jahrhunderte immer die Fahne des jeweils aktuellen Herrschers. Gegenüber liegt die Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren typischen Zwiebeltürmen. Die Alexander-Newski-Kathedrale in Tallinn wurde im Jahr 1900 fertiggestellt - ihre rot-weiße Fassade und ihre Zwiebeltürme sind typisch für russisch-orthodoxe Kirchen.
Tallinn: Schwarzhäupterhaus
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Das Schwarzhäupterhaus in Tallinn

Kontorhäuser aus der Hansezeit in der Unterstadt

In der Unterstadt finden sich zahlreiche Kontorhäuser aus der Hansezeit. Das Schwarzhäupterhaus etwa, heute für Staatsempfänge genutzt, hat eine auffällige Renaissance-Fassade. Das Haus der Großen Gilde schräg gegenüber beherbergt das Estnische Historische Museum.

Ganz fertig ist auch die Altstadt noch nicht - aber das kann auch ein gutes Omen sein. Schließlich gibt es die Legende, dass Tallinn nie fertiggebaut sein darf - sonst passiere ein Unglück: Ein Gnom aus dem vor den Toren der Stadt gelegenen Ülemiste-See will dann den See über die Ufer treten lassen. Von Touristen überschwemmt wird die Stadt zumindest in den Sommermonaten allerdings jetzt schon.
Tallinn - Die Kulturhauptstadt
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Wehranlagen, Stadtmauer und etliche Kirchtürme von Tallinn

Meeresmuseum am Hafen

Im Meeresmuseum am Hafen von Tallinn sind unter anderem der 1914 gebaute Dampfeisbrecher «Suur Tõll» und das einzige U-Boot zu sehen, das der estnische Staat je besessen hat. Letzteres ist das Prunkstück in dem rekonstruierten Hangar.
Urmas Dresen vor Tallinns U-Boot
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Urmas Dresen vor Tallinns U-Boot

Betonbunker aus der Zarenzeit

Der Betonkomplex stammt ursprünglich aus der Zarenzeit und war als Parkplatz für Wasserflugzeuge gedacht. «Kurz vor dem Ersten Weltkrieg schien diesen Flugzeugen eine große Zukunft bevorzustehen», erzählt Museumsdirektor Dresen. Ein dänisches Ingenieurteam habe den Hangar so entworfen, dass die Flugzeuge innen wenden konnten, ohne irgendwo anzustoßen. Doch schon 1917 durchkreuzte die Russische Revolution die Pläne, so dass der Hangar nie ganz fertig wurde.
Land: Estland
Einwohner: 430.000
Sprache: Estnisch
Währung: Euro
Zeit: MEZ + 2h
Flugzeit ab Berlin: ca. 1h 40 m
Kulturhauptstadt entdeckt die Ostsee
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Tallinn

Seepromenade mit «Kulturkilometer»

Das Museum ist Ausgangspunkt einer Seepromenade, dem «Kulturkilometer». Dieser führt vorbei an einem alten, leerstehenden Gefängnis zur Linnahall, einem aus Sowjetzeiten stammenden Konzertgebäude, nur einen Steinwurf entfernt von der Altstadt. Der neue Küstenstreifen ist nur eines von vielen Projekten, die schon lange im Gespräch waren und für die das Kulturhauptstadtjahr den letzten Anstoß gegeben hat.
Tallinn: Künstler Anatolij Ljutjuk
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Künstler Anatolij Ljutjuk

Kunstprojekt «Arche Noah von Tallinn»

Einer davon ist das auf längere Zeit angelegte Projekt «Arche Noah von Tallinn» von Anatolij Ljutjuk, einem aus der Ukraine stammenden Künstler. Der graubärtige, mit seinem braunen Kapuzenpullover fast mönchisch wirkende Ljutjuk lebt in der Altstadt von Tallinn über einer kleinen ukrainisch-orthodoxen Kirche.
Sein Projekt: Je 100 Holztiere aus fünf Kontinenten sollen eines Tages den Dachstuhl des Grusbeketurms in der mittelalterlichen Mauer füllen, die noch heute weite Teile der Altstadt umschließt.

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Tallinn und Turku

  • Tallinn: Alexander-Newski-Kathedrale© dpa
    Tallinn: Alexander-Newski-Kathedrale
  • Tallinn: Estlands Kulturhauptstadt 2011© dpa
    Tallinn: Estlands Kulturhauptstadt 2011

Riga

  • Riga© Antje Kraschinski
    Riga
  • Riga© Antje Kraschinski
    Riga

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 3. August 2016