Rom: Alle Wege führen zum Kolosseum

Rom: Alle Wege führen zum Kolosseum

Das Kolosseum, das Wahrzeichen Roms und Italiens, erstrahlt fast wieder in altem Glanz.

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    Fast sechs Millionen Besucher pro Jahr: Das Kolosseum zählt zu den bekanntesten Attraktionen der «Ewigen Stadt» Rom.
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    Ausflug in die Antike: Das Kolosseum liegt gleich in der Nachbarschaft des Forum Romanum und des Palatinhügels.
Das Kolosseum in Rom ist der größte Besuchermagnet in der «Ewigen Stadt». Fast sechs Millionen Besucher im Jahr zieht die Ruine des Amphitheaters - eines der größten antiken Denkmäler der Stadt - an. Lange war das Kolosseum von der Vergänglichkeit bedroht. Es hatte «Krebs», die Luftverschmutzung nagte an den Steinen. Also bereitete die Tiber-Metropole eine Rettung vor - mit Erfolg. Im Jahr 2016 sollen die dann fast vier Jahre währenden Renovierungsarbeiten endlich abgeschlossen sein.

Roms Kolosseum wurde als Steinbruch missbraucht

Das größte Amphitheater der römischen Welt wurde im Jahr 80 nach Christus von Kaiser Titus eingeweiht- mit 100-tägigen blutigen Spielen. Roms Baumeister verarbeiteten etwa 100.000 Kubikmeter Travertinstein im Kolosseum. Bretter bedeckten den Boden im Inneren, darunter lagen die «Eingeweide» des Amphitheaters.

«Morituri te salutant»

Hier hielten sich die Gladiatoren auf und Tiere, die bei den Spielen eingesetzt wurden, nachdem sie mit Flaschenaufzügen aus ihren Käfigen in die Arena gehievt worden waren. «Morituri te salutant» hieß der Spruch der Sklaven oder Abenteurer, die sich hier zerfleischen ließen: «Die Todgeweihten grüßen dich.»
Land: Italien
Einwohner: ca. 2,9 Millionen
Sprache: Italienisch
Währung: Euro
Zeitzone: MEZ
Flugzeit ab Berlin: ca. 2 Stunden
Kolosseum
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Steinerner Zeitzeuge: Weil der Arenaboden nicht mehr da ist, können Besucher auch in die unterirdischen Gänge des Kolosseums für Gladiatoren und wilde Tiere schauen.

Doch die Zeit der Gladiatoren ging zu Ende, und das 50 Meter hohe Kolosseum war irgendwann «out». Es diente als Steinbruch unter anderem für den Bau des Petersdoms. Denn es gab in Rom eine lange Zeit, in der die Antike nichts mehr galt. Nach und nach wurde aus dem stolzen Amphitheater mit einem Ellipsendurchmesser von 188 Metern eine riesige Ruine, die zeitweise von Unkraut fast überwuchert war.

Das krankende Kolosseum ist gerettet

Und heute? Das Kolosseum wird derzeit noch in einer Public-Private Partnership zum ersten Mal seit Bestehen vollständig gesäubert und restauriert. Die Anlagen- und Überwachungstechnik des «Anfiteatro Flavio», wie das Monumentalwerk auf Italienisch auch heißt, wurde modernisiert, die Einfriedung erneuert und die Wandelgänge im ersten und zweiten Stock repariert. Der durch Umweltverschmutzung, Vibrationen durch den Verkehr und Einflüsse starker Wetterveränderungen verursachte "Gesteinskrebs" ist inzwischen Geschichte.

Fürs Schlangestehen wird einiges geboten
Kolosseum
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Schnappschuss für Zuhause: In Legionärsmontur bieten sich einige Römer vor dem Kolosseum als Fotomotiv an - natürlich nur gegen entsprechende Bezahlung.

Auf alle, die das Amphitheater bestaunen wollen, wartet ein beeindruckendes Zeugnis römischer Architektur, aber auch ein Spießrutenlauf und ein Beine-in-den-Bauch-Stehen. Jede Menge Römer drängen sich in billiger Legionärsmontur Touristen für Fotos auf. Sie werden auch manchmal untereinander ziemlich handgreiflich im Kampf um die Kunden. Nicht jeder Führer hat die geforderte Lizenz, und wie bei «wilden Taxis» läuft man Gefahr draufzuzahlen.
Vor allem in Stoßzeiten, wenn die Reisebusse Tausende von Insassen ausspucken, bilden sich oft lange Schlangen, im Sommer in der Regel in brütender Hitze bis an die 40 Grad. 16 Euro kostet der Eintritt, und manchen entgeht, dass sie damit auch das Forum Romanum durchwandern und den in der Nachbarschaft gelegenen, äußerst sehenswerten Palatinshügel besteigen dürfen.

Karte

Doppeldeckerbus London
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Quelle: dpa/Berlin.de

| Aktualisierung: 1. August 2016