Flugausfall wegen Streik: Keine Entschädigung für Passagiere

Flugausfall wegen Streik: Keine Entschädigung für Passagiere

Streikt die Airline, haben Fluggäste keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung. Ganz ohne Rechte sind Passagiere aber nicht.

Eurowings Airbus

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Die Zeichen stehen am 27. Oktober 2016 auf Streik beim Kabinenpersonal von Eurowings.

Bei Flugausfällen und großen Verspätungen aufgrund eines Streiks steht Passagieren keine Entschädigung zu. Denn ein Streik zählt als höhere Gewalt - und dann ist die Fluggesellschaft von der Zahlungspflicht befreit. Das gilt unter der Bedingung, dass die Airline alles in ihrer Macht stehende unternimmt, um die Folgen des Streiks zu minimieren.

Entschädigung nur bei Annullierung und Verspätung

Eigentlich müssen Fluggesellschaften bei Annullierungen und Verspätungen von mehr als drei Stunden eine Ausgleichszahlung leisten, wie die EU-Fluggastrechteverordnung vorschreibt. Der Betrag liegt je nach Distanz bei 250 bis 600 Euro. Ganz ohne Rechte sind Passagiere bei einem Streik aber nicht.

Airline muss bei Streik Ersatzbeförderung anbieten

Die Fluggesellschaft muss Kunden so schnell wie möglich eine alternative Beförderung anbieten. Bei streikbedingten Flugausfällen oder deutlichen Verspätungen ist eine Umbuchung auf einen anderen Flug möglich. Die Airline kann jedoch auch andere Transportwege anbieten, wenn das Ziel per Bus oder Bahn erreichbar ist. Verschiebt sich ein Flug nur um wenige Stunden, können Kunden warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird. Fällt der Flug jedoch definitiv aus oder verspätet sich um mehr als fünf Stunden, dürfen sie das Ticket zurückgeben. Dann gibt es das Geld zurück.

Fluggesellschaft muss Kunden bei Streik versorgen

Verschiebt sich der Flug wegen eines Streiks, haben Passagiere nach EU-Recht Anspruch auf Essen und Getränke. Meist erhalten sie dafür Gutscheine von der Fluggesellschaft oder - bei einer Pauschalreise - vom Veranstalter. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter auch die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Bei einer Pauschalreise lässt sich Preis mindern

Verpassen Pauschalreisende durch den Streik wertvolle Urlaubszeit, dürfen sie den Reisepreis mindern. Denn der Veranstalter muss seine Leistungspflichten erfüllen. Sitzt ein Kunde zwei Tage am Flughafen fest, kommt das Unternehmen dieser Pflicht nicht nach. Bei Kurzreisen kann der Kunde unter Umständen sogar kostenlos von der Reise zurücktreten und sein Geld zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es aber nicht.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 27. Oktober 2016