Zubringer verspätet, Flug verpasst: Anspruch auf Entschädigung?

Zubringer verspätet, Flug verpasst: Anspruch auf Entschädigung?

Flugpassagieren steht ab drei Stunden Verspätung eine Entschädigung zu. Das gilt auch, wenn die Verspätung durch einen Zubringer verursacht wurde. Das Urteil im Detail.

Flugzeug

© dpa

Schon durch wenige Minuten Verspätung können Passagiere ihren Anschlussflug verpassen. Das kann die Gesamtverspätung so erhöhen, dass eine Entschädigung fällig wird.

Der Zubringerflug verspätet sich nur acht Minuten. Aber dadurch verpasst der Reisende den Anschlussflug und erreicht sein Ziel letztlich mit vier Stunden Verspätung.

Gesamtverspätung zählt

In diesem Fall muss die Airline, die den verspäteten Zubringer zu verantworten hat, eine Entschädigung zahlen - auch wenn deren Flug nur minimal verspätet war. Das entschied das Landgericht Frankfurt am Main (Az.: 29 C 341/14 (21)), worauf die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift «ReiseRecht aktuell» hinweist.

Weiterflug durch verspäteten Zubringer verpasst

Im verhandelten Fall wollten die Kläger von Frankfurt über Wien nach New York fliegen. Die Umstiegszeit war knapp bemessen, sollte aber ausreichen. Doch der Zubringer landete acht Minuten zu spät in Wien, die Kläger verpassten den Weiterflug mit der anderen Airline.

Ausgleichszahlung ab drei Stunden Verspätung

In New York kamen sie erst mit vier Stunden Verspätung an, und verlangten von der Zubringer-Fluggesellschaft eine Entschädigung. Denn ab drei Stunden Verspätung steht Passagieren laut EU-Recht eine Ausgleichszahlung zu.

Airline von Zubringer muss zahlen

Das Gericht gab den Klägern Recht. Maßgeblich sei die Verspätung am Endziel der Reise. Und diese habe die Airline zu verantworten, die die Kläger von Frankfurt nach Wien flog.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 18. Oktober 2016