Robben in freier Natur beobachten

Die Robben sind an die deutsche Ostseeküste zurückgekehrt. Auf Rügen legen Schiffe ab zu Beobachtungstouren.
Robben
Ein Seehund am Ostseestrand. © dpa

Robben an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern wurden Anfang des 20. Jahrhunderts noch als Fischräuber gejagt. Jahrzehntelang waren sie aus den Gewässern rund um Rügen verschwunden. Seit einigen Jahren nun beobachten Wissenschaftler wieder ein regelmäßiges Vorkommen in der südlichen Ostsee, auch rund um die Insel Rügen.

Die Ostsee-Reederei Weiße Flotte bietet in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen einmal pro Woche eine mehrstündige Schiffstour zur Robben-Beobachtung an. Im Hafen von Lauterbach auf Rügen legen die Schiffe ab.

Robben sollen möglichst nicht gestört werden

Voraussetzung für die Ausfahrten ist das Einhalten eines speziellen Verhaltenskodexes, der gemeinsam von den Naturschutz-Behörden erarbeitet wurde. Damit soll gewährleistet werden, dass die Tiere nicht gestört werden und die Wiederansiedlung der Kegelrobben durch diese touristischen Fahrten nicht gefährdet wird.

Die eingesetzten Schiffe der Weißen Flotte bieten bis zu 200 Passagieren Platz und sind mit Multimediatechnik ausgerüstet. Auch größere Gruppen können so problemlos teilnehmen. Ferngläser können an Bord ausgeliehen werden.

Rückkehr der Robben eine Sensation

Fischland-Darss-Zingst Robben
Seehund hat sich am Ostseestrand

Die Rückkehr der Robben in die Region ist für Wissenschaftler eine kleine Sensation. Erstmalig ist zu beobachten, dass eine in der südlichen Ostsee bereits verschwundene Säugetier-Art ihren ursprünglichen Lebensraum zurückerobert.

Die Beobachtungen bei den Touristenfahrten sollen auch die Forschung unterstützen. Bei jüngsten Zählungen haben Wissenschaftler zehn Kegelrobben im Bodden festgestellt. «Über Jahrzehnte gab es höchstens Einzeltiere, die ab und an gesichtet wurden», sagt Henning von Nordheim vom Bundesamt für Naturschutz auf der Insel Vilm. Seit fünf bis acht Jahren gebe es wieder ein regelmäßiges Vorkommen, anfangs seien es nur ein bis zwei Tiere im Winter gewesen. «2009 haben wir erstmals durchgängig einige Tiere auch im Sommer gehabt.»

Im Winter seien es natürlicherweise mehr, dann kämen auch Robben aus der nördlichen Ostsee. Junge Robben legten auf ihren Wanderungen locker 1500 Kilometer zurück, ehe sie sich dauerhaft an einem Ort ansiedeln. «Wir haben den Eindruck, dass dieser Prozess gerade stattfindet», sagt von Nordheim. Noch gebe es aber keine Nachweise für dauerhafte Liegeplätze der Robben an Land.

Robben-Forschungsanlage in Warnemünde

Warnemünde
Robbenforschungszentrum Rostock-Warnemünde

Der Wissenschaftler hofft, dass sich die Tiere von den Touristenschiffen nicht gestört fühlen. Dafür gebe es positive Anzeichen. Bei einer Testfahrt hätten die Robben "erstaunlich gelassen" reagiert. Die Chancen, bei den Touren Kegelrobben zu sehen, stehen nicht schlecht. "An manchen Stellen liegen Steine knapp unter der Wasseroberfläche. Wenn die Robben darauf liegen, kann man das ganze Tier sehen und nicht nur den Kopf."

Etwas westlich von Rügen beschäftigt man sich schon länger mit den Robben. In Warnemünde lädt eine 60 mal 40 Meter große schwimmende Robbenforschungsstationdazu ein, die Tiere zu beobachten, sie zu füttern und im Sommer sogar mit ihnen zu schwimmen.

Mehr zur Robben-Expedition auf Rügen:

Anreise nach Rügen:

Anreise mit dem Auto:
Von Berlin auf die A10 Richtung Frankfurt O./Prenzlau. Von dort weiter auf die A11 Richtung Stettin/Prenzlau/Bernau-Süd. Bei Ausfahrt Kreuz Uckermark weiter auf die A20 Richtung Stralsund/Prenzlau. Hier dann die Ausfahrt nach Stralsund nehmen und weiter auf die B96 Richtung Sassnitz. Von dort weiter auf die L29 bis nach Rügen.

Anreise mit der Bahn:
Mit dem Intercity von Berlin direkt nach Rügen. Oder mit der Regionalbahn bis Stralsund, dort umsteigen und weiter bis nach Rügen.

Mit dem Flugzeug:
Nächstgelegener Flughafen ist Güttin auf Rügen in ca. 20 Kilometer Entfernung. Der Flughafen Rostock ist ungefähr 100 Kilometer entfernt.

Quelle: dpa
Aktualisierung: 20. Januar 2011

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