Warnemünde: Robbenforschungsstation

Warnemünde: Robbenforschungsstation

Die weltweit größte Anlage zur Erforschung von Robben befindet sich in Warnemünde- und ist für Touristen offen.

Robbenforschungsstation

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Robbenforschungsstation der Rostocker Universität in Warnemünde.

Im Ostseebad Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern wollen Wissenschaftler die Sinne von Robben in ihrer Gesamtheit erforschen. Touristen dürfen sie dabei in der Robbenforschungsstation an der Ostsee nördlich von Rostock beobachten.

Die weltweit größte Anlage zur Erforschung von Robben dürfte zudem die einzige sein, in der sich die Forscher wie auf einem Präsentierteller rund um die Uhr bei ihren Experimenten und Übungen von Besuchern über die Schulter sehen lassen.

Relativ natürliche Lebensbedingungen für die Robben

Ein greller Pfiff, ein Streicheln, ein Fisch - mit viel Lob und Zuwendung bringt die Biologin Frederike Hanke die seehunde Nick, Moe, Filou und die anderen ihrer insgesamt neun Seehunde der Station immer wieder zu neuen Trainingserfolgen.

Für die Tiere, die 2008 aus dem Kölner Zoo in die Ostsee umzogen, bietet die Anlage an der Ostmole der Warnow im Yachthafen Hohe Düne mit mehr als 10.000 Kubikmetern echtem Seewasser relativ natürliche Lebensbedingungen, sagt der Leiter, Professor Guido Dehnhardt. Beschäftigt sind im Robbenforschungszentrum, dem Marine Science Center der Rostocker Universität, jetzt zehn Biologen, Physiker und Veterinäre. Ihre Arbeitsräume befinden sich direkt im Meer sowie auf einem umgebauten Fahrgastschiff, das früher Berlin-Touristen über die Spree schipperte.
Warnemünde Hohe Düne Robbenforschungsstation
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Dem Orientierungssinn der Robben auf der Spur

Nicht als Zootiere oder Schmusekatzen zeigen sich die Seehunde den Gästen im Forschungszentrum, betont Besucherchefin Petra Schumann. Die Meeressäuger seien Raubtiere und für die Wissenschaft von höchstem Interesse: In Warnemünde wollen die Verhaltensforscher dem Orientierungssinn der Robben auf die Spur kommen, um auch Rückschlüsse auf das «Navigationssystem» anderer Meeressäugetiere ziehen zu können.

So versuchen Forscher weltweit zu ergründen, wie Wale wandern und warum sie stranden. Zum Aufklären dieses und anderer Phänomene könnten auch die Rostocker Biologen beitragen, indem sie ein Gesamtbild der Orientierungsleistungen mariner Säuger zeichnen, hoffen die Wissenschaftler.

Mit 100 Kilo Körpergewicht pfeilschnell durchs Ostseewasser

Vom Sonnendeck des Forschungsschiffes aus haben große und kleine Zuschauer den besten Blick auf die massigen Schwimmer, die mit ihren rund 100 Kilogramm Körpergewicht pfeilschnell durchs Ostseewasser flitzen. Nick hört auf den Ruf von Frederike Hanke und robbt an Land zu ihrer ausgestreckten Hand.

Die Sehleistungen der Seehundmännchen erkundet die Biologin wie ein Optiker, nur nutzt sie statt Buchstabentafeln verschieden feine Streifenmuster, deren richtige Lage - horizontal oder vertikal - die Robben mit zuvor eingeübtem Kopfnicken bestätigen. Ein Pfiff heißt «Gut gemacht», dazu gibt's einen Hering zur Belohnung. An die sechs Kilo Fisch schafft so ein Seehund pro Tag.

Fell und Flossen, Maul, Nase, Augen und Barthaare

Selbst die kleinsten Gäste der Station halten aufgeregt den Atem an, wenn Seehund Nick seine Aufgaben löst. Frederike lässt die Kids ganz nah an die Robbe heran, erklärt ihnen Fell und Flossen, Maul, Nase, Augen und Barthaare, in Forschersprache «Vibrissen» genannt.

Mit diesen ertastet die Robbe sogar die «Spur» - die Wasserwirbel - anderer Meeresbewohner und erkennt so etwa die Richtung eines Heringsschwarms im Meer, erklärt Frau Hanke. Zugleich minimieren die Barthaare dank ihrer Wellenform den Widerstand des Wassers und könnten damit als Vorbild für die Gestaltung von Buhnen oder Brücken dienen, meinen die Forscher.

Schwimmen mit Robben

Verständnis zu wecken für die Arbeit der Grundlagenforschung sowie Wissensvermittlung - so umreißt Frederike Hanke ihre Motivation für Touristenführungen. Zugleich bringen die Besucher der Robbenstation, die unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gesponsert wird, mit ihrem Eintrittsgeld auch Einnahmen für die Wissenschaft.

Dafür kommen die Urlauber nicht nur hautnah an die possierlichen Wildtiere heran und tauchen direkt ins Leben der Meeresforscher ein. Ganz Wagemutige dürfen sogar mit den Robben schwimmen gehen.

Anreise von Berlin nach Warnemünde:

Anreise mit dem Auto:
Von Berlin auf die A10 Richtung Hamburg. Danach weiter auf die A24 Richtung Hamburg/Rostock/Kremmen. Von dort weiter auf die A19 in Richtung Rostock/Wittstock. Und dann schließlich weiter auf die B105 und bis nach Warnemünde durchfahren.

Anreise mit der Bahn:
Täglich verkehren mehrere Züge zwischen Berlin und Warnemünde. Zuerst geht es bis Rostock mit der RB oder schnelleren Zügen. Ab Rostock Hbf verkehrt die S-Bahn im 20-Minuten-Takt nach Warnemünde.

Anreise mit dem Flugzeug:
Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Rostock/Laage.

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Warnemünde

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Graal-Müritz

  • Graal-Müritz© picture-alliance / dpa
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  • Graal-Müritz Luftaufnahme© TuK
    Graal-Müritz Luftaufnahme
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Heiligendamm

  • Heiligendamm an der Ostsee© Antje Kraschinski
    Heiligendamm an der Ostsee
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    Ostseebad Heiligendamm

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 29. Oktober 2010

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