Molli Bäderbahn: Eisenbahn Nostalgie an der Ostsee

Für Zugnostalgiker ein Pflichttermin: "Molli", die historische Schmalspurbahn zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn.
Bad Doberan Molli-Lok
Nach der feierlichen Indienststellung fährt die neue Lok der Schmalspurbahn "Molli" bei ihrer Jungfernfahrt im Juli 2009 durch Bad Doberan. © picture-alliance/ dpa

Die liebenswerte Schmalspurbahn zwischen Bad Doberan, Heiligendamm und Kühlungsborn heißt schon von jeher "Molli". Und das kam angeblich so: Vor mehr als 100 Jahren reiste eine Dame mit ihrem Mops namens "Molli" nach Bad Doberan. Natürlich wollte auch sie gern mit der damals neu eröffneten Dampfeisenbahn von Bad Doberan nach Heiligendamm fahren. Doch ihr Mops war unter keinen Umständen zum Einsteigen zu bewegen.

Alles nur ein Mißverständnis...

Plötzlich riss der kleine Mops bellend aus. Erschrocken rief die alte Dame: "Molli, bleib stehen!" Doch nicht etwa der kleine, freche Mops hörte auf diesen Ruf. Ein kurzer, kräftiger Ruck ging durch den gerade angefahrenen Zug. Es quietschte und knirschte. Der Lokführer hatte geglaubt, er und seine Bahn wären gemeint und hatte eine Vollbremsung eingeleitet. Der Zug stand – und fortan hieß die kleine Bäderbahn im Volksmund "Molli".

15 Kilometer Nostalgie

Diese Anekdote erzählt man Besuchern, die fragen, warum die Schmalspurbahn zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn eigentlich "Molli" heißt. Ob sie wirklich stimmt? Egal, der Name blieb jedenfalls und die Bäderbahn befährt heute mehrmals die 15 Kilometer lange Strecke von Heiligendamm nach Bad Doberan.

"Molli" kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Im Juni 1886 erteilte Großherzog Friedrich Franz III. die Genehmigung zum Bau einer Schmalspurbahn zwischen Doberan und Heiligendamm. Weniger als einen Monat später brachten die erste Züge Touristen in das Ostseebad, 1919 war die Strecke fertig.

Neue Dampflok seit 2009

Bad Doberan Kleinbahn Molli
Kleinbahn "Molli" 1994

1920 wurde die Strecke von der Deutschen Reichsbahn übernommen, in den Nachkriegsjahren war sie Lehrlinie für die Ausbildung junger Eisenbahner in der DDR. Von 1974 an wurde sie auf Weisung der Ost-Berliner Regierung zur Touristenbahn umgebaut. Seit Oktober 1995 pendeln auf der Trasse historische Züge.

Nach einer feierlichen ihrer Indienststellung in der Bad Doberaner Werkstatt dampft und bimmelt seit 2009 eine nagelneue neue Lok durch Wiesen und Felder Richtung Kühlungsborn. Im Dampflokwerk Meiningen wurde eigens eine Lok der Baureihe 99.32 nachgebaut. Damit entstand erstmals nach fast 50 Jahren in Deutschland wieder eine Dampflokomotive für den regulären Zugdienst.

Entlang der Strecke

Eisenbahn-Fans können sich zudem auf stilvolle Gemütlichkeit freuen: Rote Samtpolster im Salonwagen, glänzende Messinglampen und historische Fotos machen "Molli" zur Erlebnisbahn der Region.

Entlang der Strecke laden ebenfalls nostalgisch gestaltete Restaurants wie der "Herzogliche Wartesaal" in Heiligendamm und das Museumscafé im Bahnhof Kühlungsborn ein. Nun freut man sich auf noch mehr Fahrgäste. 2007 statteten immerhin rund 600.000 Bahnbegeisterte der "Molli" einen Besuch ab.

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Anreise von Berlin nach Bad Doberan:

Mit dem Auto:
Von Berlin auf die A 20 Richtung Hamburg. Von dort weiter auf die A29 Richtung Hamburg/Rostock/Kremmen. Dann weiter auf die A19 Richtung Rostock/Wittstock.Von hier weiter auf die A20 Richtung Lübeck/Rostock-West. Dann schließlich die Ausfahrt Richtung Bad Doberan nehmen und weiter auf die L13 bis nach Bad Doberan.

Mit der Bahn:
Mit einem Regionalexpress bis Rostock, dort umsteigen und weiter bis Bad Doberan. Oder mit dem Regionalexpress bis Wismar. Von hier weiter bis Bad Doberan. Die Fahrt von Berlin aus dauert etwa vier Stunden.

Mit dem Flugzeug:
Der nächstgelegene Flugplatz ist der Flughafen Rostock-Laage.

Quelle: BerlinOnline/dpa/Mecklenburgische Bäderbahn
Aktualisierung: 20. Januar 2011

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