Sanddorn: Ostsee-Früchtchen mit Heilkraft

Sanddorn hat mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Aber nicht nur deshalb wachsen die Sträucher überall an der Ostsee.
Sanddornbeere
Sanddornbeeren. Bei der Ernte muss man auf die zahlreichen Dornen achten. © dpa

Wer im Herbst einen Spaziergang am Strand der Ostsee macht, kann sie überall entdecken. Mit ihren orangefarbenen Beeren sind die vielen Sanddornsträucher nicht zu übersehen. Dicht an dicht reifen die Beeren, deren Vitamin C Gehalt um ein Vielfaches höher ist als der von Zitrusfrüchten und die auch sonst allerlei Gesundes enthalten. Zwar sind die kleinen Früchte auch roh essbar, aber wegen ihres säuerlich-bitteren Geschmacks kaum dazu geeignet.

Regional-exotische Zutat

Sanddorn
Äste voller Sanddornbeeren

Sehr gut genießbar ist Sanddorn dafür in den zahlreichen Sanddorn-Produkten, die überall an der Ostsee und auf der Insel Rügen angeboten werden. Das Sortiment auf Märkten, in Souvenirläden und Cafés reicht von der klassischen Marmelade über Tee, Säfte, Liköre bis zu Gummibärchen und Hautpflegeprodukten- natürlich alles in leuchtendem Orange. In Restaurants wird Sanddorn als regionale Zutat gefeiert, es passt in Saucen und Suppen oder verfeinert fruchtige Desserts. In jedem Spa stehen Sanddorn-Wellness-Behandlungen auf dem Programm und abends wird an der der Hotel-Bar ein Sanddorn-Secco serviert. Kein Zweifel, Sanddorn ist heute das Image-Produkt der Ostseeregion- was auch ein später Erfolg der Mangelwirtschaft in der DDR ist.

Multivitaminpräparat Sanddorn

Sanddornbeeren enthalten deutlich mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Abhängig von der jeweiligen Sorte sind es zwischen 200 und 900 mg pro 100 Gramm Beeren, bei Zitronen und Orangen sind es lediglich 50 mg. Dazu enthält Sanddorn Provitamine und Tocopherol (Vitamin E) sowie Carotinoide, Flavonoide, Mineralien und Spurenelemente.

Vitamin-C-Lieferant und Küstenschutz

Die Verbreitung der teils meterhohen Sanddorn-Sträucher entlang der Ostseeküste ist nämlich keineswegs eine großzügige Geste der Natur, sondern menschliches Kalkül und Ergebnis harter Arbeit. Zu DDR-Zeiten war Sanddorn als Ersatz für teuer zu importierende Südfrüchte sehr gefragt und man begann 1980 die Sträucher in Ludwigslust zu kultivieren. Weil die dornigen Sträucher auch auf mageren, trockenen Böden prima gedeihen und Wind und Kälte trotzen, wurden sie überall entlang der Ostsee angepflanzt. Dort haben sie seitdem die Funktion eines natürlichen Küstenschutzes übernommen, denn ihre flachen Wurzeln verzweigen sich weit in die Dünen, die sie so befestigen.

Sanddorn-Öl in Cremes

Cremes mit Sanddorn wirken entzündungshemmend und fördern die Wundheilung. Bei Entzündungen oder schlecht heilenden Wunden hilft Sanddornöl dirkt aufgetragen. Ein paar Tropfen Sanddornöl im Mund verteilt, lassen Reizungen sowie Zahnfleischentzündungen schneller heilen.

Sanddorn-Anbau auf Rügen

Ein Zentrum der Sanddornproduktion ist bis heute die Plantage in Ludwigslust, wo die Sträucher inzwischen auf einer 100 Hektar großen Plantage angebaut und deren Beeren direkt verarbeitet werden. Auf der Insel Rügen wird Sanddorn auf dem Rügenhof bei Putgarten angebaut und anschaulich präsentiert. Besucher können bei der Ernte mitarbeiten, mit den Arbeitern werden dann Beeren geschnitten, geputzt und zum Pressen vorbereitet. Nach der frischen Kaltpressung des Sanddorns geht es an die Verarbeitung zu fruchtig-herben Leckerbissen; die anschließend direkt am Hof verkostet und gekauft werden können.

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