Camping im Land gefragt: Übernachtungszahl aber gesunken

Camping im Land gefragt: Übernachtungszahl aber gesunken

Camping in Brandenburg ist bei Einheimischen und Touristen gefragt - in diesem Jahr sind die Übernachtungszahlen aber geringer. Mit 1,5 Millionen Übernachtungen hatte die Branche laut der Tourismus Marketing Gesellschaft Brandenburg (TMB) im Jahr 2020 ihren bisherigen Höchststand verzeichnen können. 2021 seien die Übernachtungen leicht zurückgegangen, sagte TMB-Sprecherin Birgit Kunkel. Zwischen Januar und Ende September seien auf den 177 Campingplätzen 1,25 Millionen Übernachtungen registriert worden.

Königlicher Campingpark Sanssouci

© dpa

Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte stehen auf dem Königlichen Campingpark Sanssouci zwischen den Bäumen.

«Der Rückgang ist sicherlich auf den nicht ganz so guten Sommer zurückzuführen», so Kunkel. Camping sei immer sehr wetterabhängig und die Gäste buchten immer kurzfristiger. Der Wert 2021 liege damit etwas unter dem des ebenfalls sehr guten Camping-Jahres 2019. Dennoch sieht die TMB einen positiven Trend. «Der Campingurlaub ist in Brandenburg eine feste Größe und verzeichnet seit Jahren steigende Übernachtungszahlen», sagte die Sprecherin.
Bundesweit hat das Camping insgesamt einen großen Schub erfahren, wie Jörg Klofski, Vizepräsident des Landesverbands Campingwirtschaft in Brandenburg, berichtet. Davon zeugten schon die 90.245 bis Ende September neuzugelassenen Wohnmobile in diesem Jahr, wovon auch viele in Brandenburg unterwegs gewesen wären. «Vor allem Neukunden der Caravan-Vermieter sind im Inland geblieben», sagte Klofski. Im Corona-Jahr 2020 hatte der Verkauf von Wohnmobilen und Campingwagen kräftig angezogen.
In Schernsdorf (Oder-Spree) betreibt Jörg Klofski seit 26 Jahren den Campingplatz am Schervenzsee. Mit 24 Hektar Fläche sowie 450 Plätzen für Dauercamper und 80 Touristen gehört der Platz zu den größten in Brandenburg. Der Platz sei dieses Jahr, trotz corona-bedingten späteren Saisonstarts ab Pfingsten, überdurchschnittlich gut ausgebucht gewesen. «Per 31. Juli hatten wir mit 12.254 Übernachtungen das Gesamtergebnis 2019 schon erreicht. Und dies ohne Ostern, Himmelfahrt und eingeschränkter Pfingstöffnung», sagte Klofski. Bis Saisonende im Oktober habe der Platz fast 20.000 Übernachtungen verzeichnet. Mittlerweile ist der Campingplatz am Schervenzsee in die Winterpause gegangen. Die Wasserleitungen lassen laut Klofski keinen ganzjährigen Betrieb zu.
Allerdings ist in manchen Regionen Brandenburgs die Saison noch nicht beendet. «Es gibt durchaus Wintercamping-Angebote», berichtete TMB-Sprecherin Kunkel. Möglich ist Winter-Campen etwa auf dem Platz «Sonnenkap» Prenzlau (Uckermark) oder auf einigen Plätzen im Spreewald. Auch die Naturtherme Templin (Uckermark) biete einen ganzjährig geöffneten Wohnmobilstellplatz.
Nicht zuletzt die Bemühungen des Campingverbands bei der Landesregierung haben laut Klofski mit dazu beigetragen, dass auf Campingplätzen die 3G-Regel (Geimpft, genesen, getestet) gilt. «Camping wurde eben als sicherste Art des Reisens anerkannt», sagt Dieter Lübberding, der den «Königlichen Campingpark Sanssouci» in Potsdam betreibt.
Auch aufgrund des verspäteten Saisonstarts hat er in diesem Jahr gut 72.000 Übernachtungen verzeichnet, über 20.000 weniger als im «Rekordjahr» 2019.  Dafür reicht die Saison bei Lübberding mindestens noch bis Januar. Neben den 70 Dauercampern, die ganzjährig immer mal vorbeischauen würden, sei der Platz aktuell mit etwa 15 weiteren Campern belegt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 20. November 2021 19:11 Uhr