Touristiker hoffen auf Gäste nach Beherbergungsverbot-Stopp

Touristiker hoffen auf Gäste nach Beherbergungsverbot-Stopp

Der vorläufige Stopp des Beherbergungsverbots in Brandenburg weckt Hoffnungen in der Reisebranche. «Ich hoffe, dass wir einige Gäste gewinnen können und sich Touristen auf den Weg in den Kurzurlaub machen», sagte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Brandenburg Olaf Schöpe am Samstag. Wegen des Beherbergungsverbots seien rund 50 Prozent der Buchungen in den Herbstferien verloren gegangen. «Die Entscheidung ist eine Erleichterung und eine Verpflichtung, weiter Maßnahmen zu ergreifen, damit sich die Gäste sicher fühlen können».

Hotel-Schriftzug

© dpa

Der Schriftzug an einem Hotel.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte am Freitag zwei Eilanträgen eines Hotels und einer Vermieterin von Ferienwohnungen gegen das Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten stattgegeben. Das Beherbergungsverbot sei voraussichtlich unverhältnismäßig, begründete das Gericht die Entscheidung. Die zu erwartende Eindämmung des Infektionsgeschehens stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu den Einschränkungen, die das Hotel und die Vermieterin hinnehmen müssten.
«Wir waren für die Herbstferien komplett ausgebucht, dann kam das Beherbergungsverbot», sagte Burkhard Theiselmann, der mit seiner Frau das Gut Tornow (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) betreibt, der «Berliner Zeitung» (Samstag). Er habe durch das Verbot seine Existenz in Gefahr gesehen und deshalb geklagt. Für ihn sei es völlig unerklärlich gewesen, warum am Tag Hunderte Menschen über seinen Hof spazieren und im Hofladen einkaufen, nicht aber übernachten durften.
Der Landestourismusverband zeigte sich erleichtert über die Entscheidung: «Für die Gastgeberinnen und Gastgeber in Brandenburg ist das eine überaus wichtige Entscheidung. Das bestehende Beherbergungsverbot drohte der Branche in den nächsten Wochen die wirtschaftliche Existenz zu entziehen», sagte Markus Aspetzberger, Geschäftsführer des Landestourismusverbands Brandenburg.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Grüne) kündigte am Samstag an, das Beherbergungsverbot aus der Verordnung zum Umgang mit dem Coronavirus zu streichen. «Wir leben in einem funktionierenden Rechtsstaat, in dem staatliches Handeln stets durch die Gerichtsbarkeit überprüft werden kann», sagte Nonnemacher. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts werde selbstverständlich akzeptiert. Die Umgangsverordnung werde am Dienstag im Kabinett angepasst.
«Mit der unnötigen Niederlage verspielt die Brandenburger Landesregierung das Vertrauen der Bürger in die angeordneten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie», sagte Brandenburgs FDP-Landesvorsitzende Linda Teuteberg.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 18. Oktober 2020 13:32 Uhr