Wilke: Frankfurt und Slubice nicht wegen Corona trennen

Wilke: Frankfurt und Slubice nicht wegen Corona trennen

Die Grenzen zu Polen sind seit Samstag wieder offen - drei Monate waren Städte wie Frankfurt (Oder) und Slubice an der deutsch-polnischen Grenze voneinander abgeschnitten gewesen. Der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder), René Wilke (Linke) lehnt eine Grenzschließung im Fall eines erneut Corona-Ausbruchs entschieden ab. «In Warschau und in Berlin muss ankommen, dass man die beiden Oder-Ufer genauso wenig trennen darf wie die beiden Spree-Ufer oder die beiden Weichselufer», sagte er im Interview mit dem Inforadio des «RBB» am Montag.

René Wilke (Die Linke)

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René Wilke (Die Linke), Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), spricht.

Die Schließung sei eine schwierige Zeit gewesen. Sowohl in Slubice (Polen) als auch in Frankfurt (Brandenburg) habe der Einzelhandel massiv gelitten. Zudem gab es auch Probleme für Pendler, sowie Schulen oder Kitas, die grenzübergreifend funktionieren.
«Mittlerweile ist es so, wir gehören zusammen. Es fühlte sich so an, als wenn ein Teil von uns abgeschnitten wurde», so Wilke. Grenzen würden bei der Virusbekämpfung keine Rolle spielen. Sie seien lediglich menschliche Konstrukte. Wichtiger sei es, bei lokalen Infektionsherden gleich aktiv zu werden und gemeinsam den Virus zu bekämpfen.
Am Wochenende feierten zahlreiche Menschen die Öffnung der deutsch-polnischen Grenze auf der Oderbrücke, die beiden Bürgermeister von Frankfurt (Oder) und Slubice umarmten sich.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. Juni 2020 09:54 Uhr