Kleine Seenplatte-Kommunen wollen Kurkarten einführen dürfen

Kleine Seenplatte-Kommunen wollen Kurkarten einführen dürfen

Kleine Kommunen an der Mecklenburgischen Seenplatte wollen Kur- oder Gästekarten einführen - und fordern gemeinsam mit der Tourismusbranche eine entsprechende Änderung des Kommunalabgabengesetzes im Nordosten. Bisher dürfen kleine Kommunen keine Tourismusabgaben erheben - das müsse sich ändern, forderte der Vorsitzende des Regionalen Tourismusverbandes, Wolf-Dieter Ringguth, am Dienstag auf einem Verkehrsforum in Waren an der Müritz. Dies sei ein Wettbewerbsnachteil - unter anderem bei der Ausweitung umweltfreundlicher Nahverkehrsprojekte wie «Müritz rundum», dem mehrere Gemeinden beitreten wollen. Im Nachbarland Brandenburg sei dies bereits geändert worden.

Ruderboote

© dpa

Ruderboote liegen im Morgennebel an einem See.

Mit solchen Kur- oder Gästekarten wird in Waren, Röbel, Klink und Rechlin seit 2018 «Müritz rundum» finanziert. Urlauber mit ihrer Gästekarte, die über die Kurabgabe im jeweiligen Übernachtungsort bezahlt wird, können kostenfrei mit Bussen rund um die Müritz unterwegs sein und wo sie wollen aus- und wieder zusteigen, darunter auch im Müritz-Nationalpark. Eine Ausweitung von «Müritz rundum zu Seenplatte rundum» sei möglich und nötig, sagte Verkehrsexperte Christoph Gipp. So sollte man unter anderem auch nach Rheinsberg in Brandenburg, wo es schon länger Interesse gibt, Plau oder Feldberg schauen.
«Seitdem wir das haben, nörgelt fast kein Besucher mehr über den Sinn der Kurabgabe», sagte Röbels Bürgermeister Andreas Sprick (CDU). Die für Nachhaltigkeit geehrte «Mobilitätsinitiative» hatte im ersten Jahr bereits 88 000 Fahrgäste, 2019 waren es 103 800. «Die Urlauber fragen danach schon bei der Anreise, weil sie ihr Auto stehen lassen können», sagte eine Vermieterin. Urlauber in Nachbardörfern seien dagegen neidisch, weil sie noch nicht kostenlos Bus fahren dürften.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Juni 2020 19:17 Uhr