Campingplatzbetreiber in Brandenburg stehen vor Ausnahmesaison

Campingplatzbetreiber in Brandenburg stehen vor Ausnahmesaison

Campingplatzbetreiber in Brandenburg rechnen in diesem Sommer mit einem enormen Urlauberansturm und einem anhaltenden Camping-Trend. «Viele Camper, die sonst ins Ausland gefahren wären, werden sich dieses Jahr zu großen Teilen für Deutschland entscheiden», sagte der Vizepräsident des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Brandenburg (BVCD), Jörg Klofski, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwei Personen sitzen auf dem Campingplatz vor ihrem Wohnmobil

© dpa

Zwei Personen sitzen auf dem Campingplatz vor ihrem Wohnmobil.

Als Mitte Mai abzusehen war, dass Campen nach den ersten coronabedingten Maßnahmen im Sommer wieder möglich ist, sei bereits die Anzahl der Buchungen nach oben geschossen. «Viele Kollegen haben den Stecker gezogen, damit das Telefon mal still steht», sagte Klofski.

Auslastung zu Pfingsten bereits bei 70 Prozent

Nach ersten Öffnungen zu Christi Himmelfahrt konnte die Branche ihre Auslastung nach und nach steigern, berichtet Klofski. Dabei hätten zunächst die Bestimmungen rund um den Sanitärbereich den Betreibern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Viele Camper die keine eigene Dusche oder Toilette im Wohnwagen hatten, kamen daher erst gar nicht. Dementsprechend weniger Umsatz verzeichneten die Betreiber. Die weiteren Lockerungen auf den Plätzen entspannten die Situation für die Betreiber, sagte Klofski. «Zu Pfingsten lag die Auslastung auf unserem Campingplatz bereits wieder bei 70 Prozent.» Dennoch hätten die Absagen von traditionell großen Gruppen zu Pfingsten für ihn im Vergleich zum Vorjahr eine großer Umsatzlücke gerissen.

Corona-Lockerungen sorgen für Flut von Gästeanfragen

Nun steht das Sommergeschäft und somit die umsatzstärkste Zeit für die Branche bevor. «Die Sommerferien sind immer gut gebucht, allerdings verteilen sich diese Anfragen über Monate hinweg», sagte Christian Günther, Geschäftsführer des Bundesverbands der Campingwirtschaft in Deutschland. Nach den ersten Lockerungen seien die Anfragen nun sehr konzentriert binnen weniger Tage gekommen. Dabei wurden nach Angaben des Verbandes viele Mitglieder förmlich überrannt. Jörg Klofski empfiehlt Camping-Interessierten, rechtzeitig zu reservieren. Reisende, die spontan nach einen Campingplatz suchen wollen, liefen Gefahr, leer auszugehen.

Spreewald und Potsdam bei Campern besonders beliebt

In Brandenburg zögen seit Langem der Spreewald und das Gebiet um Potsdam die meisten Camper an, sagt Klofski. Auch die Region um Rheinsberg an der Mecklenburgischen Seenplatte und das Lausitzer Seenland seien beliebt. Die liebste «Reisegruppe» sind für Klofski und seine Kollegen die Sachsen, die jedes Jahr einen großen Teil des Umsatzes in die Kassen der Campingplatzbetreiber spülten. Sie stellen nach Angaben Klofskis die größte Besuchergruppe auf den brandenburgischen Campingplätzen. «Da freut sich die gesamte Branche, wenn in Sachsen die Schulferien beginnen», so Klofski.

Campingplätze an Seen locken Familien und Wassersportfans

Seit Jahren verzeichnet die brandenburgische Camping-Branche hohe Zuwächse. 2019 wurden nach Angaben des Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) auf den Campingplätzen in Brandenburg knapp 1,4 Millionen Übernachtungen gezählt. Dies entspräche einem Zuwachs von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und war ein erneuter Rekord. Nach Angaben der TMB gab es 2019 in Brandenburg 172 Campingplätze mit rund 42 000 Schlafgelegenheiten. Der überwiegende Teil der Campingplätze in Brandenburg liegt nach TMB Angaben am Wasser. Gerade für Familien mit Kindern, aber auch für Wassersportfans sei dies ein starkes Kriterium.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Juni 2020 08:43 Uhr