Kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen in Brandenburg

Kaum Verstöße gegen Corona-Auflagen in Brandenburg

Obwohl in Brandenburg viele Menschen die Pfingsttage für einen Ausflug oder Kurzurlaub genutzt haben, ist es kaum zu Verstößen gegen die Corona-Beschränkungen gekommen. «Die Polizei hat ein sehr friedvolles Pfingsten erleben dürfen, besser geht es eigentlich nicht», sagte Polizeisprecher Torsten Herbst der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Er vermutete, dass viele Menschen die ersten Tage ohne weitestgehend größere Einschränkungen bei schönem Wetter friedlich im Freien verbringen wollten.

Ein Kahnfährmann angelt mit Kindern im Spreewald

© dpa

Ein Kahnfährmann angelt mit Kindern im Spreewald.

Innerhalb der letzten 24 Stunden verzeichnete die Polizei landesweit 15 Einsätze und 24 Ordnungswidrigkeiten. Der Samstag ergab mit 25 Einsätzen und 16 Platzverweisen ein ähnliches Bild. Laut Polizei werden üblicherweise an Feiertagen deutlich mehr Einsätze im Land gezählt.
Auch der Rückreiseverkehr auf Brandenburgs verlief nach Informationen des Lagezentrums bis zum frühen Montagabend ohne größere Störungen. Einzig auf der A11 staute es sich zwischen Gramzow und Joachimsthal Richtung Berlin auf einer Länge von 15 Kilometern. Aufgrund einer Baustelle war der linke Fahrstreifen nicht befahrbar.
An vielen Orten im Land tummelten sich die Ausflügler. Rund um Storkow (Oder-Spree) fuhren viele Radfahrer, aber auch Motorradfahrer waren unterwegs, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Auch der Naturlehrpfad am Groß Schauener See lockte viele Gäste. Umliegende Gaststätten waren ebenfalls gut besucht. Ähnliche Berichte über zahlreiche Ausflügler gab es auch aus der Gegend um Caputh mit anliegenden Seen. In Beelitz wurden im Waldpark Parkplätze nach dpa-Informationen wegen Überfüllung zeitweise geschlossen. In Teilbereichen des Geländes war das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes Pflicht.
«Die Zunahme von Aktivtouristen ist deutlich zu spüren», sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Brandenburg (Dehoga), Olaf Schöpe. Er hätte positive Rückmeldungen aus der Branche bekommen. Allerorts sei zu spüren gewesen, dass die Menschen wegen der Corona-Pandemie endlich raus wollten und mehr Lust aufs Rad fahren und Paddeln gehabt hätten als auf große Partys, zog er eine erste Bilanz.
So seien kleine Hotels mit touristischen Angeboten etwa im Spreewald sehr gut gebucht worden. «Die Kleinen sind momentan die Gewinner», schätzte Schöpe ein. Für den Monat Juni liefen die Buchungen gut. Tagungs- und Eventhotels vor allem in größeren Städten hätten dagegen wegen der Corona-Beschränkungen weiter das Nachsehen. Auch größere Hotels mit Wellnessangeboten seien noch zögerlich.
Ab dem 13. Juni sollen Hallenbäder, einschließlich Thermen und Thermalbäder, wieder öffnen dürfen. Sie müssen nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Personenanzahl begrenzen, Hygienekonzepte für Dusch- und Umkleideräume erarbeiten und die Luftaustauschraten erhöhen. Auch Trockensaunen ab einer Temperatur von 80 Grad Celsius ohne Aufgüsse dürfen öffnen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. Juni 2020 18:21 Uhr