Landesregierung: Kein Schaden durch Privatunterkünfte

Landesregierung: Kein Schaden durch Privatunterkünfte

Immer mehr Internetportale bieten Touristen die kurzfristige Vermietung von Wohnraum an. In ländlichen Gebieten, in denen Hotels kaum wirtschaftlich betrieben werden können, kann der Fremdenverkehr davon profitieren.

Schlüssel mit Aufschrift «Ferienwohnung» hängt an einer Tür

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Ein Schlüssel mit der Aufschrift «Ferienwohnung» hängt an einer Wohnungstür. Foto: Britta Pedersen/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Die Vermittlung von privaten Zimmern und Ferienwohnungen an Touristen hat der Brandenburger Hotellerie nach Angaben des Wirtschaftsministeriums finanziell nicht geschadet. Zwar werde vermutet, dass einige Angebote vor allem den preiswerten Hotels und Pensionen Konkurrenz machten, teilte das Ministerium auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mit. Konkrete Verdrängungseffekte für Brandenburg ließen sich aber nicht feststellen. In strukturschwachen Regionen des Landes könne die Vermittlung von privaten Ferienunterkünften Lücken im Beherbergungsangebot schließen.
Laut Ministerium nahm die Zahl der Hotelleriebetriebe Ende 2018 im Vergleich zum Vorjahresstand um 1,2 Prozent zu. Im vergangenen Jahr gab es 1,3 Prozent mehr Gäste und 1,8 Prozent mehr Übernachtungen als 2017.
In der Antwort wird auf eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung verwiesen, nach der Gäste in Deutschland, die Privatunterkünfte über das Internetportal Airbnb buchten, 2016 im Schnitt täglich 50 Euro mehr für Gastronomie, Lebensmittel, Kultur, Transport und weitere Güter und Dienstleistungen ausgaben als andere Übernachtungsreisende.
Anfang 2017 wurden in Brandenburg nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums 1300 Unterkünfte auf Airbnb angeboten, darunter 900 Wohnungen. Nach einer Umfrage des Brandenburger Verkehrsministeriums unter allen Gemeinden des Landes mit angespanntem Wohnungsmarkt gab es nur in Potsdam ein Problem mit der Zweckentfremdung von Wohnraum. Mitte 2018 hatte die Stadt die Zahl der als Ferienwohnungen zweckentfremdeten Mietwohnungen auf 130 bis 200 geschätzt.
Wegen der angespannten Wohnungsmärkte in etlichen Gemeinden sehe die Landesregierung die private Vermittlung von Wohnraum zur Fremdenbeherbergung allerdings kritisch, heißt es weiter in der Antwort an die CDU. Daher sei ein Gesetz auf den Weg gebracht worden, mit dem die Gemeinden entscheiden könnten, ob sie die ungenehmigte Nutzung von Wohnungen für Feriengäste verbieten wollen. Das Gesetz, das noch vom Landtag beschlossen werden muss, sehe aber kein landesweites Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum vor.
In Berlin müssen seit Mai 2018 Einwohner, die Wohnungen oder Zimmer zeitweise an Feriengäste vermieten, bei ihrem Bezirksamt eine individuelle Registriernummer einholen. Wer die gesamte Wohnung anbietet, braucht zudem eine behördliche Genehmigung. So soll wegen des Mangels an Wohnraum sichergestellt werden, dass Wohnungen nicht durch Dauervermietung an Geschäftsleute oder Urlauber zweckentfremdet werden. Da sich viele Anbieter jedoch nicht an die Regeln halten, haben Senat und mehrere Bezirke das Internetportal Airbnb aufgefordert, Daten über private Anbieter solcher Unterkünfte herauszugeben, die sich nicht bei den Behörden registrieren lassen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 29. April 2019 06:20 Uhr