Nach Baustopp: Wiederaufbau der Garnisonkirche ungewiss

Der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Turms der Potsdamer Garnisonkirche stößt nach langem politischen Streit nun auf große technische Schwierigkeiten.
Der Standort der ehemaligen Garnisonskirche
Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1968 gesprengt. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv © dpa

Nach dem Stopp der Arbeiten auf der Baustelle ist der weitere Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ungewiss. Seit Jahresbeginn ruhe die Baustelle, weil die ersten Bohrungen für die Gründung des 90 Meter hohen Turms nicht erfolgreich verlaufen seien, sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg, am Mittwoch (14. Februar 2018).

«Nun prüfen Fachleute, mit welcher anderen Bohrtechnik die Gründungspfähle durch das alte Fundament gebracht werden können», sagte Eschenburg. Wann die Arbeiten am Fundament fortgesetzt werden könnten, sei ungewiss. «Wir sind aber optimistisch, dass das Projekt bald weitergeführt werden kann», betonte er.

Turm der Garnisonskirche muss bis 2020 stehen

Doch welche Auswirkungen die unerwarteten Probleme auf die Kosten und den Zeitplan haben, konnte Eschenburg nicht sagen. So ist unklar, ob die Arbeiten an dem Fundament wie geplant bis zum Mai abgeschlossen werden können. Dies könnte den ohnehin knappen Zeitplan für den Bau des Garnisonkirchen-Turms ins Wanken bringen. Das Projekt muss bis 2020 abgeschlossen sein, sonst läuft die Baugenehmigung aus.

Ungewiss seien auch die Auswirkungen auf die Kosten, die für eine komplette Fertigstellung auf rund 39 Millionen Euro veranschlagt sind, räumte Eschenburg ein. Allerdings betont die Stiftung, dass sie der beauftragten Firma ein umfangreiches Gutachten über den Baugrund vorgelegen habe.

Probleme bei der Pfahlgründung

Für den Sockel des 90 Meter hohen Turms muss zunächst das historische Fundament der alten Garnisonkirche durchbrochen werden. Dabei sollen 38 Gründungspfähle 38 Meter tief in den Boden getrieben werden, auf denen die Fundamentplatte errichtet werden soll. Beim ersten Versuch habe sich das Bohrrohr nur schwer aus dem Erdreich ziehen lassen, teilte die Stiftung mit. Bei einer zweiten Bohrung sei gar das Rohr abgerissen. Daraufhin wurden die Bauarbeiten zunächst eingestellt.

Gegen den Wiederaufbau der einstigen Militärkirche wenden sich mehrere Initiativen. Darunter auch evangelische Christen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den «Tag von Potsdam» im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben hatte.

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(Bilder: dpa; Digitalpress / www.fotolia.com; Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern)