Fächer: Elegant durch die Hitzewelle

Fächer: Elegant durch die Hitzewelle

Der Fächer ist Klimaanlage und Modeaccessoire zugleich. Ob er aus Papier, Plastik oder Stoff besteht, ist für die optimale Kühlung gar nicht wichtig. Die richtige Technik schon.

Fächer aus Papier

© dpa

Auch ein einfacher Papierfächer kühlt an heißen Tagen genauso gut wie teurere Varianten.

Bei großer Sommerhitze sorgt der Fächer zuverlässig für eine angenehme Brise - und das schon für wenig Geld und mit deutlich mehr Eleganz als ein Taschenventilator jemals hergeben würde. Damit möglichst viel Luft ankommt, sollte man ihn am Dorn anfassen, so dass die bewegbare Fläche möglichst groß ist, erläutert Günter Barisch, Stifter des Deutschen Fächermuseums in Bielefeld.

Den Fächer richtig benutzen

Der Dorn ist der Zusammenschluss der einzelnen Streben unten am Fächer. Der Daumen greift die vordere Seite und die übrigen Finger die hintere Partie. So lässt sich der Fächer besser nur mit dem Handgelenk bewegen. Das erspart dem Körper mehr Energie, als wenn man den ganzen Arm bewegt. Übrigens: «Jeder Fächer öffnet sich von rechts nach links», erklärt Barisch.

Das Material spielt keine Rolle

Was ist denn nun besser: Fächer aus Papier oder Textilien? Und ist ein dicker, blickdichter Stoff besser als ein dünner, durchsichtiger? Das sei alles egal, sagt Barisch. «Ein Ein- oder Zwei-Euro-Fächer aus Papier oder Plastik tut es genauso wie ein sehr teuer. Egal womit, er erzeugt Luft und kühlt.»

Fächer aus Papier selber machen

Und wenn man keinen Fächer zur Hand hat? Einfach Papier entsprechend falten. Damit gehe es immer noch besser, als sich nur mit einem glatten Blatt Papier oder einer Zeitschrift Luft zuzufächern, lautet die Empfehlung von Barisch.

Warum Fächern Abkühlung bringt

Für Kühlung sorgt beim Fächern übrigens nicht die zugefächerte Luft selbst, sondern die Verdunstungskälte, die durch den Luftzug entsteht: Mit der Feuchtigkeit wird der Haut auch Wärme entzogen. Leider kommt irgendwann der Punkt, an dem auch das vehementeste Fächeln nichts mehr hilft.

Bei großer Hitze hilft kein Wedeln

Kann die Luft bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchte kein Wasser mehr aufnehmen, kann auch keine Feuchtigkeit verdunsten. Anders gesagt: Wenn es schwül ist, bringt der Fächer nichts. Auch wenn die Luft wärmer ist als die Haut, verschafft das schicke Accessoire keine Abkühlung. Und: Wer zu heftig wedelt, heizt den Körper durch die Anstrengung auf und erreicht das Gegenteil.

Die Geschichte des Fächers

Gefächert wurde übrigens schon im alten Ägypten. Statt Handfächern kamen allerdings große Wedel mit Palmblättern zum Einsatz. In Griechenland und Japan belegen künstlerische Darstellung die Nutzung von Handfächern im 6. Jahrhundert, in China sind sie sogar für das 2. Jahrhundert vor Christus nachgewiesen.

Hierzulande fächeln fast nur Frauen

In Asien sind Fächer nach wie vor weit verbreitet. Männer und Frauen nutzen sie gleichermaßen. In Europa kommen sie nur vereinzelt und an heißen Sommertagen zum Einsatz. Hier greifen fast nur Frauen zu den kleinen, praktischen Helfern. Warum eigentlich?

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: 26. Juli 2019

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