Retro und Vintage: Kleider von gestern liegen weiter im Trend

Retro und Vintage: Kleider von gestern liegen weiter im Trend

Ob Hippiekleid im Stil der Seventies, Bleistiftrock à la 1950 oder ein Second-Hand-Teil: Der Trend zu Retro oder Vintage ist ungebrochen. Das Alte lässt die Mode nicht los.

Kreation im Hippie-Stil

© dpa

Bei der Kollektion von Etro für Frühjahr/Sommer 2015 ist der Hippie-Stil unverkennbar.

Sogar die guten alten Clogs sind wieder da. Mit den jetzt wieder angesagten Seventies-Holzbotten rollt eine mächtige Retro-Welle auf uns zu. In der beginnenden Sommer-Saison wimmelt es in der Mode nur so von Blumenkleidern und Schlaghosen, psychedelischen Mustern und Ethno-Oberteilen. Die 1970er-Jahre prägen Kollektionen wie die von Etro, von Pucci oder Dries van Noten.

Mode von heute muss von gestern sein

Ähnlich stark im Trend liegen die 1950er mit Bleistiftröcken, Dreiviertel-Hosen, schmalen Oberteilen und einem Comeback des Vichy-Karos. Die Modenschauen von Donna Karan und Altuzarra in New York oder Miu Miu in Paris haben es vorgemacht - vertikale Modeketten übersetzen es nun für den breiten Markt. Egal wie, Hauptsache von gestern muss es sein.

Mode der 1950er Jahre: Träume von der großen Welt

Auch wenn der Trend diesmal besonders stark ist: Retro-Mode dominiert  seit Jahren immer wieder die Laufstege. Als «Dauerbrenner» dienen die Fifties. Wohl kaum eine Epoche wird so häufig zitiert. «Die Mode der 1950er Jahre transportierte Träume. Deutschland wurde von den Entsagungen der Nachkriegszeit in den Wohlstand der 1960er katapultiert. Man orientierte sich an der großen Welt - Filmen, Stars aus Hollywood, Mode aus Paris», erklärt Dagmar Bily, Chefredakteurin des «burda style»-Magazins.
«Frauen wollten wieder wie Frauen aussehen», meint Bily weiter. Deshalb stehe diese Ära vor allem für Silhouetten, die auf eine extrem schlanke Taille setzten. Davon träumten Frauen noch heute.

Retro und Vintage

Eigentlich muss man zwischen «Retro» (rückwärtsgewandt) und «Vintage» (altehrwürdig, erlesen) unterscheiden. Im Englischen wird «Vintage» nur für wirklich Altes benutzt und nicht wie im Deutschen auch für auf antik Gemachtes. Zur Zeit liegt beides im Trend: Sowohl Kleider, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen, als auch alte Originale. Second-Hand-Mode boomt.

Retro ist Nostalgie und Verklärung

Wahrscheinlich drücken Vintage- und Retro-Trends den Wunsch nach einer individuelleren Kleidung aus jenseits globaler modischer Abziehbilder. Sicher aber speisen sie sich aus Nostalgie und einer gehörigen Portion Verklärung. Man sehnt sich nach einer Zeit, die im Rückblick als besonders stilvoll erscheint. «Das Ikonische jeder Zeit zieht uns später noch in seinen Bann», erklärt Bily. «Bei Retro träumen wir von den coolen oder sexy Aspekten einer Dekade - dass die Emanzipation in den 50er Jahren noch weit weg war, blenden wir natürlich aus.» 
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 26. Juni 2015