Hosenanzüge: 80er und Blüten im Trend

Hosenanzüge: 80er und Blüten im Trend

Der Hosenanzug ist wieder in - allerdings nicht in seiner gewohnten Erscheinung in gedeckten Farben wie Grau, Dunkelbraun und Schwarz.

  • Patrizia Pepe© dpa
    Designer gehen mit knalligen Hosenanzügen neue Wege. Weiterer Trend: Samt, wie ihn Patrizia Pepe verwendet (Blazer ca. 369 Euro, Hose ca. 169 Euro, Rollkragenpullover ca. 119 Euro).
  • Escada© dpa
    Grobe Stoffe sind im Winter immer gerne ein Thema. Auch Escada nutzt sie für einen angesagten Hosenanzug (Blazer 795 Euro, Hose 395 Euro).
  • Paul Smith© dpa
    Sehr klassisch und im maskulinen Stil gehalten ist dieser Hosenanzug für die Frau von Paul Smith (Blazer ca. 905 Euro, Bluse ca. 225 Euro, Hose ca. 450 Euro).
  • Sheego© dpa
    Auch klassische Hosenanzüge in dunklen Farben sind gefragt. Hier ein Beispiel von Sheego (Blazer ca. 80 Euro, Stretch-Hose ca. 60 Euro, Bluse ca. 40 Euro).
  • Rich&Royal© dpa
    Dezent, aber dank seines Karomusters dennoch ausgefallen: Rich&Royal setzt zum Beispiel auf einen karierten Hosenanzug (Blazer ca. 180 Euro, Hose ca. 120 Euro, Bluse ca. 100 Euro).
  • Marc Cain© dpa
    Der fällt auf: Plakative Muster und Blumenprints zieren derzeit viele Hosenanzüge. Marc Cain mischt zusätzlich Streifen darunter (Blazer 549 Euro, Bluse 279 Euro, Hose 279 Euro).
  • Marc Cain© dpa
    Ein Trend für den Winter: Hosenanzüge komplett in Knallrot. Auch Marc Cain setzt darauf (Blazer 429 Euro, Bluse ca. 180 Euro, Hose 269 Euro).
  • Michael Kors Collection© dpa
    Einige Hosenanzüge erinnern an den Stil der 80er Jahre: Michael Kors verwendet einen weich fließenden maskulinen Schnitt. (Jacke 1875 Euro, Hose 695 Euro, Schuhe 595 Euro).
Es gibt kaum ein Wort, das mehr Langeweile versprüht als «Hosenanzug». Die Versicherungskauffrau muss ihn genauso tragen wie eine Anwältin. Er steht für einen strengen Dresscode, Seriosität und Ordnung. Und seine dunklen Farben versprühen oft nur wenig Lebensfreude.
Doch das ändert sich in der kommenden Sauson: Ein Modetrend des Herbstes und Winters 2017/18 lautet nämlich: Hosenanzüge für die Frau. Die klassischen Varianten gehören zwar auch dazu, aber vor allem gehen Designer mit dem Hosenanzug in leuchtenden Farben und ungewöhnlichen Mustern neue Wege.

Hosenanzüge in Knallrot oder mit Blumenprint

«Knallrot als Signalfarbe von Kopf bis Fuß ist dabei ein Thema, aber auch plakative Designs und Blumenprints von oben bis unten», erklärt die Modeberaterin Stephanie Zarnic aus München. Das ist am Hosenanzug neu, passt aber perfekt in eine Ära, in der sich Designer und Modefans eigentlich nur ein Leitthema auf die Fahnen geschrieben haben: «Alles ist möglich.»
Doch das hat auch eine Kehrseite: Das Styling ist nicht einfach, wie die Imageberaterin Katharina Starlay aus Wiesbaden betont. «Je bunter der Look ist, umso stilsicherer muss man sein, weil der Erinnerungswert bei einem solchen Outfit sehr hoch ist». Deshalb sollten sich Frauen beim Kauf eines ausgefallenen Hosenanzugs überlegen, was sie mit dem Look ausdrücken möchten.

Hosenanzug mit Fingerspitzengefühl stylen

Starlay erklärt die Optionen: «Verspielte Muster wirken auf den Betrachter nicht sonderlich professionell.» Ein geblümter Hosenanzug im Geschäftsumfeld ist eine Gratwanderung, für die viel modisches Fingerspitzengefühl nötig ist. Dazu gehört etwa, auf Details des Anzugs zu schauen: «Wenn man sich für ein Blütendessin entscheidet, sollte man auf einen festeren Stoff achten», rät Starley. «Weiche, fließende Materialien machen den Look nämlich noch verspielter.»
Apropos Materialien: Neben den klassischen Schurwollstoffen werden im Herbst und Winter auch Hosenanzüge aus Samt oder Cord getragen. Beide Stoffe sind in der Mode ohnehin schwer angesagt.

Oversized statt schlanker Silhouette

Die Silhouette dominiert vor allem eine Linie: Es geht weg vom auf Taille geschnittenen Modell. «Oversized ist wieder angesagt», sagt die Stilberaterin Silke Gerloff aus Offenbach. Die Blazer sind weit und gerade geschnitten, die Schultern betont.
Wer dabei an die 80er Jahre zurückdenkt, liegt nicht so falsch, wie Zarnic findet: «Man fühlt sich eindeutig in diese Dekade zurückversetzt. Jil Sander, Armani und viele andere entwarfen damals überdimensionierte, weich fließende, breitschultrige und vor allem maskuline Damenanzüge», erläutert die Beraterin. «Androgyn, wenn nicht sogar maskulin flanierten Naomi, Cindy, Linda, Claudia und Kate über den Laufsteg. Cool, lässig und elegant.» So sieht das nun wieder aus. Bei dieser eher maskulinen Linie wird meistens auf ganz klassische Materialien wie eben Schurwolle gesetzt, auch die Muster sind zurückhaltend, sofern überhaupt vorhanden.

Zwei Trends bei Hosenanzügen: Retro und feminin

Zusammengefasst dominieren bei den Hosenanzügen also zwei Trends: der klassische mit Retro-Elementen aus den 80er Jahren und der ultrafeminine mit Blüten, aber auch mit Stickereien oder Intarsien.
Für welche der beiden Linien man sich entscheidet, ist sicherlich Geschmackssache und hängt vor allem mit der eigenen Figur zusammen. Stilberaterin Gerloff hat ein paar Tipps: «Allgemein kann man sagen, dass die Oversized-Silhouette zwar gut verstecken und kaschieren kann, andererseits auch viel Volumen bringt und mit den langen Jacken auch staucht.» Diese Form eignet sich daher gut für eine große Trägerin, die schlank, aber auch etwas fülliger sein kann. «Eine kleine, zierliche Person wird von dieser Silhouette allerdings erdrückt, sie versinkt darin.»

Blüten und Intarsien stehen zierlichen Frauen

Auch die opulenten Hosenanzüge mit Blüten und Intarsien sind nicht zwingend für jede Frau die richtige Wahl. «Gemusterte Stoffe und Materialien wie Samt tragen nämlich durchaus auf», erläutert Gerloff. «Für kleine, zierliche Frauen sind sie allerdings gut geeignet, vorausgesetzt man achtet auf eine schmale Silhouette. Allzu weite Hosen machen nämlich optisch noch kleiner.»
Auf der sicheren Seite ist man beim Kauf seines Anzugs dann, wenn man auf eine gemäßigte, klassische Linie achtet – und auf hochwertige Materialien. Dann stehen die Chancen gut, dass man den Hosenanzug länger als nur eine Saison tragen kann. «Damit liegt man überdies im Trend für mehr Nachhaltigkeit und einen bewussten Umgang mit Rohstoffen», findet Starlay.
Hut von Seeberger
© dpa

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 30. August 2017