Kommunikation in der Partnerschaft: Richtig miteinander reden

Kommunikation in der Partnerschaft: Richtig miteinander reden

Reden hilft. Doch wenn es zwischen Partnern Konflikte gibt, ist das leichter gesagt als getan. Ein paar Spielregeln helfen trotzdem weiterzukommen.

Streitendes Paar

© dpa

Fliegen die Fetzen, ist es meist zu spät. Daher sollten Paare sich ab und an zusammensetzen und die Beziehung pragmatisch bilanzieren.

Es sind typische Streitsätze: "Immer schnüffelst Du hinter mir her! Kannst Du Dich auch mal um die Kinder kümmern!" Häufig führen sie zu allem Möglichen- nur nicht zu einer Lösung des Problems. Psychologen empfehlen bei Partnerschaftskonflikten gerne ein "klärendes Gespräch".

Regeln für eine gute Kommunikation

Die Regeln dafür sind nicht kompliziert. Man soll möglichst die eigenen Empfindungen schildern, Vorwürfe vermeiden und konkretes Verhalten des anderen ansprechen. "Wenn man mit Fremden spricht, kann man das alles. Es bricht zusammen beim Partner", beobachtet Prof. Kurt Hahlweg von der Technischen Universität Braunschweig. Beide kennen sich gut, Gefühle sind im Spiel. Und weil sich beide so gut kennen, glauben sie, schon vorher zu wissen, was der andere meint.

Den Partner respektieren

Vor jedem Problemgespräch macht man sich besser klar: "Das Gespräch ist ein freiwilliger Informationsaustausch", rät Jutta D. Blume, Diplom-Psychologin in Nürnberg. "Der andere macht es so gut wie er kann." Roswitha Defersdorf empfiehlt, sich vor dem Gespräch in Erinnerung zu rufen, dass man den anderen liebt: "Den Menschen magst du, nur das Verhalten nicht", erklärt die Diplom-Philologin vom Lingva Eterna Institut für Pädagogik und Bewusste Sprache in Erlangen.

Gespräch beginnen

Sitzen beide gerade ungestört zusammen, lassen sich Probleme spontan ansprechen. Es könne aber auch sinnvoll sein, einen Termin dafür vorzuschlagen, sagt Prof. Hahlweg. Blockt der andere dann ab, sollte man das akzeptieren- aber auch nachhaken: "Wann hättest Du Zeit?"

Wünsche klar formulieren

"Ich habe gehört, dass das Theaterstück gut sein soll", sagt sie und möchte, dass ihr Partner mit ihr hingeht. Tut er es nicht, folgt drei Wochen später ein "Nie verstehst Du mich!", schildert Defersdorf eine typische Gesprächssituation. Das führt zu Konflikten. Um die zu vermeiden, sollte man sich klarmachen, was man eigentlich sagen möchte und das präzise in kurzen Sätzen formulieren.

Typische Fehler in der Kommunikation

Worte wie "immer" oder "nie" sind im Problemgespräch tabu. Denn sie verallgemeinern. Wichtig ist außerdem, die Sätze des anderen nicht selbst zu beenden. Ein Standardtipp lautet: Ich- statt Du-Botschaften senden. Sagt er "Du lässt immer alles rumliegen", bedeute das übersetzt: "Ich brauche mehr Ordnung, um mich wohl zu fühlen", erklärt Blume.

Aussagen des Anderen nicht interpretieren

Jeder kommuniziert anders. So könne es passieren, dass der eine zwar die Worte des anderen hört, die Bedeutung aber falsch versteht, sagt Blume. Sollen daraus nicht neue Probleme entstehen, ist es sinnvoll nachzufragen: "Habe ich das richtig verstanden?" Gefährlich sind Interpretationen: Wer jeder Atempause des Partners Bedeutung beimisst, provoziert Missverständnisse. "Man muss immer nachfragen: 'Du hast gerade gestockt, warum?'"

Mit Schweigern umgehen

Im hitzigen Gespräch reden schnell beide gleichzeitig- obwohl stets geraten wird, den anderen aussprechen zu lassen. Es könne helfen, Redezeiten zu vereinbaren: Eine halbe Stunde für den einen, eine halbe für den anderen, rät Blume.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 8. Oktober 2014