Wann die Weiterbildung Arbeitslosen wirklich hilft

Wann die Weiterbildung Arbeitslosen wirklich hilft

In der Regel finanzieren Arbeitagenturen die Weiterbildung für Arbeitslose. Doch verbessert ein Kurs die Chance auf einen Job?

Weiterbildung für Arbeitslose

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Arbeitslose können mit Lehrgängen wie hier in Ludwigsfelde ihre Jobchancen durchaus verbessern - aber nicht jeder Kurs bringt sie wirklich weiter.

Weiterbildung kostet Zeit und Geld. Letzteres können Arbeitslose selbst meist nicht aufbringen. Und Zeit geht auf Kosten der Stellensuche. Sie müssen daher gut überlegen, ob sich eine Weiterbildung für sie auszahlt.

Wann finanzieren Arbeitsagenturen die Weiterbildung?

Jörn Saß ist sich dessen sicher: «Ohne die Weiterbildung, die ich gemacht habe, wäre ich noch immer arbeitslos. Die Anforderungen werden immer höher. Wer den Anschluss verpasst, hat auf dem Arbeitsmarkt keine Chance.»
Saß hat seit kurzem wieder eine Stelle. Zunächst hatte der gelernte Bankkaufmann verzweifelt versucht, einen Job zu finden: «Ich hab' mich in München, Stuttgart, Berlin und sonst wo beworben - erfolglos.» Saß setzte alles darauf, eine Weiterbildung für den Umgang mit einer Finanzsoftware finanziert zu bekommen. Dass die Arbeitsagentur dem zustimmt, ist nicht selbstverständlich - schon wegen der Kosten von mehr als 13.000 Euro. «Aber ich habe sehr darauf gedrungen, nicht zu Hause rumzusitzen.»
Bildungsgutschein
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Bei der Suche nach passender Weiterbildung können die Arbeitsagenturen helfen.

Prinzipiell sei Weiterbildung für Empfänger von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II möglich, erklärt Joachim Schade vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Einen Anspruch darauf haben sie aber nicht: Bevor sie einen Kurs belegen dürfen, muss die Arbeitsagentur einen Bildungsgutschein ausstellen. «Das ist seit Juli 2004 so», erklärt Schade. Den Weiterbildungsanbieter könne sich der Arbeitslose dann selbst suchen.

Leere Kurse: Wenn Arbeitslose zu Platzhaltern werden

Das neue System soll Arbeitslosen mehr Mitsprache einräumen. «Davor hatte das Arbeitsamt Verträge mit Bildungsträgern geschlossen und bestimmte dann, welche Arbeitslosen in welchen Kurs müssen», sagt Schade, der selbst beim Arbeitsamt gearbeitet hat. Manchmal regierte der Sachzwang: Wenn ein Kurs noch nicht voll war, wurde er mit dem einen oder anderen Arbeitslosen aufgefüllt. Heute soll der Arbeitsvermittler nur zustimmen, wenn er überzeugt ist, dass die Weiterbildung die Jobchancen tatsächlich erhöht.
«Weiterbildung, die nichts bringt, ist verschenkte Zeit und verschenktes Geld», sagt Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. «Und sinnlose Weiterbildung hält Arbeitslose davon ab, sich eine Stelle zu suchen.»

Gültigkeit des Bildungsgutscheins ist befristet

Der Regelfall sind solche Fördermaßnahmen nicht: Im Februar 2010 verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit 190.000 Arbeitslose, die an einer beruflichen Weiterbildung teilnahmen. «Das ist nur ein kleiner Teil aller Arbeitslosen», sagt Schäfer.
Die Bandbreite des Förderangebots ist groß: «Das kann ein PC-Kurs sein, einer für ein Buchführungsprogramm oder für SAP», erklärt Knut Böhrnsen, Sprecher der Arbeitsagentur in Hamburg. Abwarten, bis ein bestimmter Bildungsträger das Passende im Angebot hat, geht nicht: «Die Gültigkeitsdauer des Bildungsgutschein ist befristet.» Mit der Weiterbildung allein ist noch nicht viel gewonnen. Entscheidend ist, damit hinterher zu punkten. Jörn Saß hat das geschafft. Er und andere Teilnehmern seines Seminars haben Personalchefs zu einer Veranstaltung eingeladen und sich ihnen dabei vorgestellt. Von den zehn Arbeitslosen haben vier bereits eine Stelle, zwei eine in Aussicht - eine rekordverdächtige Erfolgsquote.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 26. April 2010 11:11 Uhr

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