Bafög rechtzeitig beantragen

Bafög rechtzeitig beantragen

Wer im Studium Bafög bekommen will, muss es frühzeitig beantragen. Infos zu Fristen, Bearbeitungszeit, Antragstellung und Unterlagen.

Bafög beantragen

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Um das Bafög müssen Studenten sich rechtzeitig kümmern: Die Bearbeitungszeit für den Antrag kann bis zu zwei Monate dauern.

Wer sein Studium mit Bafög finanzieren will, sollte sich früh darum kümmern: Denn um die staatliche Ausbildungsförderung zu bekommen, ist oft ein kleiner Papierkrieg nötig. Ein Versuch lohnt sich aber auf jeden Fall.

Bafög rechtzeitig beantragen

Bafög wird nicht rückwirkend gezahlt. Studenten bekommen die Förderung frühestens von dem Monat an, in dem sie ihren Antrag stellen. Wer zum Beispiel im Oktober ein Studium beginnt und bereits für diesen Monat Bafög-Zahlungen erhalten will, muss allerspätestens Ende Oktober einen Antrag einreichen. Wer die Frist verstreichen lässt, verschenkt jeden Monat Geld. Wer auf die Zahlung des Bafögs mit Beginn des Semesters angewiesen ist, muss die Bearbeitungszeit mit einrechnen und sollte den Bafög-Antrag zwei Monate vor Studienbeginn stellen. In den meisten Bundesländern, so auch in Berlin, ist es inzwischen übrigens möglich, Bafög online zu beantragen.

Studentenwerk ist für Bafög zuständig

Zuständig für den Bafög-Antrag ist das Studentenwerk am Hochschulort. Dort sollten man sich bereits früh einen Beratungstermin geben lassen, damit ein realistischer Finanzierungsplan erstellt werden kann. Da für den Bafög-Antrag viele Unterlagen benötigt werden, ist es empfehlenswert, sich vorher genau zu informieren. Denn damit der Antrag genehmigt werden kann, müssen die Unterlagen vollständig sein. Grundsätzlich gehören zum Antrag unter anderem die Immatrikulationsbescheinigung, ein Nachweis der Mietkosten und ein Kontoauszug vom Zeitpunkt der Antragstellung.
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Den Bafög-Antrag geben Studenten am besten persönlich ab.

Unterlagen zum Bafög-Antrag

Um den Überblick über Form- und Zusatzblätter, Bescheinigungen und Nachweise zu behalten, ist die Antragsassistenz des Bildungsministeriums unter www.bafög.de hilfreich. Dort werden einem die benötigten Antragsformulare zum Herunterladen angeboten. Wer im Oktober auf den letzten Drücker den Antrag stellen will, schafft es vielleicht nicht, alle Unterlagen rechtzeitig zusammenzubekommen. Um die Frist zu wahren, reicht zur Not aber ein formloser Antrag. Eine Formulierungshilfe gibt es unter www.studentenwerke.de.

Bearbeitungszeit einrechnen

Die Bearbeitung des Bafög-Antrags dauert in der Regel vier bis sechs Wochen, es kann aber auch einmal länger dauern. Wer einen vollständigen Erstantrag eingereicht hat und nach zehn Wochen noch kein Geld bekommen hat, kann einen Vorschuss erhalten. Der beträgt bis zu 80 Prozent des Bafög-Betrags, den man voraussichtlich bekommt. Allerdings muss man eventuell zu viel gezahltes Geld später zurückzahlen.

Bestimmung des Satzes

Wie hoch die Unterstützung ausfällt, komme auf das Einkommen der Eltern an, welche Freibeiträge sie haben und ob man noch Geschwister in einer Ausbildung hat. Deshalb müssen die Eltern ein Formblatt zu ihren Familien- und Einkommensverhältnissen ausfüllen. Wenn man sich unsicher ist, ob man überhaupt Bafög beziehen kann, sollte man sich ebenfalls beim Studentenwerk beraten lassen. Selbst wenn sich herausstellt, dass man keinen Anspruch auf Bafög hat, stehen einem eventuell andere Sozialleistungen wie Wohngeld zu.

Befög verlängern

Bafög-Bezieher müssen jedes Jahr einen Antrag auf Weiterförderung stellen. Damit sie das Geld ohne Unterbrechung erhalten, sollten sie diesen Antrag spätestens zwei Monate vor dem Auslaufen ihrer bisherigen Förderung einreichen.

Förderung im Master

Studenten haben bereits vor der Aufnahme eines Masterstudiums einen Anspruch darauf verbindlich zu wissen, ob sie förderfähig sind. Das soll es Studierenden ermöglichen, die Finanzierung des Masters besser zu planen. Sie müssen dafür einen schriftlichen Antrag bei dem für sie zuständigen Bafög-Amt stellen.

Rückzahlung des Bafög-Darlehens

Etwa viereinhalb Jahre nach der Förderungshöchstdauer - also nach der Regelstudienzeit - schickt das Bundesverwaltungsamt den Rückzahlungsbescheid raus. Nach fünf Jahren beginnen normalerweise die Rückzahlungen. Allerdings nur die Hälfte, denn die anderen 50 Prozent werden vom Staat als Zuschuss gezahlt. Der Rest ist ein zinsloser Kredit. Mehr als 10.000 Euro Staatsdarlehen müssen Studenten nicht zurückzahlen - die Summe ist seit 2001 gedeckelt. Wann und in welcher Höhe die erste Rückzahlungsrate fällig werde, hängt von der finanziellen Situation nach Abschluss des Studiums ab, also zum Beispiel der Höhe des ersten Einkommens des Studenten.

Quelle: dpa/Berlin.de

| Aktualisierung: Montag, 22. August 2016 15:26 Uhr

Spezial: Bafög und Studienfinanzierung