Wohnen als Student: Tipps für das erste eigene Zimmer

Wohnen als Student: Tipps für das erste eigene Zimmer

Spärliches Mobilar muss nicht ungemütlich sein: Sieben Tipps für die erste Wohnung mit Stil.

Studentenbude

© Matthias Ropel / www.photocase.com

Daniel Otto aus Berlin wohnt seit einem Jahr in seiner Studentenwohnung. Möbel zu finden, war für ihn gar kein Problem: «Mein Vater ist damals einfach mit einem Transporter bei Familie und Freunden vorgefahren und hat die Keller leer geräumt.» Die Ausbeute: Küchenschränke, reichlich Geschirr, Bettwäsche, ein Sofa und eine Waschmaschine.

1. Alte Möbel aufstylen

Das sei der praktischste Weg - sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie- vor allem, weil neue Möbel oft recht teuer sind. «Irgendwer hat immer noch etwas im Keller stehen. Mit ein paar Sachen aus dem Baumarkt kann man die alten Teile super aufmotzen.» Auch im Internet lassen sich Markenmöbel zu Schnäppchenpreisen ersteigern. Es braucht nur etwas Zeit und Geduld.

2. Gebrauchte Möbel kaufen

Die Suche nach dem Besonderen ist auch für die Architektin Janin Pröpper ein großer Spaß. «Ich bin ein Fan von Flohmärkten oder Haushaltsauflösungen. Da wird man immer fündig.» Das Ganze sei schon fast wie eine Schatzsuche, sagt die Expertin für Wohndesign. Omas Stehlampe kann zum Beispiel neu inszeniert werden. «Wenn man diese Teile aus ihrem Kontext nimmt und umringt von jungen Möbeln platziert, können sie definitiv zu Eye-Catchern werden.»

3. Anschaffungen planen

Generell sei es ratsam, nicht alle Einrichtungsgegenstände auf einmal zu kaufen. «So eine Wohnung muss wachsen», rät Pröpper. Ist die Wohnung erst einmal zugestellt, sei es schwer, selbst ungeliebte Möbel wieder loszuwerden. «Man sollte sich Zeit nehmen für die Suche - auch wenn das heißt, zwei Wochen in einer Art Provisorium zu hausen.»

4. Wichtige Möbel zuerst anschaffen

Student Daniel Otto würde seinen Stil als «zusammengeschustert» bezeichnen. Alles kein Problem, sagt er. «Immerhin passt mein blaues Sofa zu meinem blauen Teppich und den grauen Regalen.» An einem Bett hat er erst einmal gespart, der Plasmafernseher hatte Vorrang. Die Folge ist, dass als Schlafgelegenheit auch nach einem Jahr noch die gute alte Matratze auf dem Boden herhalten muss. «Dabei ist ein Bett das wichtigste», sagt Anne Jung vom Trendunternehmen Form und Folgen in Siegen. Die Innenarchitektin hält ein Bett und einen guten Schreibtischstuhl für unerlässlich.

5. An der richtigen Stelle sparen

Dafür könnten junge Leute an großen Polstergarnituren sparen. Da reichen auch einige Sessel. Mit einem schönen Tuch darüber sehen selbst alte Modelle modern aus. Als Couchtisch eignet sich auch ein alter Koffer. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch ein Hocker mit einem Tablett darauf kann zu einem Tisch verwandelt werden.

6. Funktionsmöbel wählen

Wer sich außerdem für einige Möbel einen doppelten Nutzen ausdenkt, könne Platz sparen. In einer kleinen Studentenküche zum Beispiel sei ein Tisch zum Ausklappen praktisch. «Und auch billige Klappstühle können nach dem Besuch einfach wieder weggeräumt werden.»

7. Möbel auf Raten kaufen

Wer schon in jungen Jahren Wert auf Design legt, kann über den Möbelkauf per Ratenzahlung nachdenken. «Das ist dann wie beim Auto-Leasing. Ich bezahle über einen bestimmten Zeitraum etwa 50 Euro im Monat, bekomme die Möbel aber direkt», erklärt Geismann. Wem die Marke egal ist, der finde auch günstige Händler abseits von großen Möbelhäusern. «Man muss nur auf die Angebote schauen.»

8. Individuell dekorieren

Auch die erste Wohnung ist schon oft mit Selbstverwirklichung verbunden. So ist es kein Wunder, dass sie Persönlichkeit ausstrahlen soll. Auch Dekorationen schaffen Individualität. Jung rät, dafür eigene Fotografien vergrößern zu lassen und sie auf eine Leinwand zu spannen. «Aber auch große Glasvasen mit dicken Kerzen können Ambiente schaffen - Hauptsache, es ist unkompliziert.»

9. Stil entwickeln mit einfachen Mitteln

Einfache Mittel können die Einrichtung aufpeppen, sagt Pröpper. «Wenn sich ein Gegenstand überall in der Wohnung wiederholt, wirkt das sehr durchdacht und wohnlich.» So könne ein einfaches Weckglas als Gefäß für Blumen, Zahnbürste, Vorräte und Stifte verwendet werden. «So kommt das Symbol in jedem Zimmer wieder zur Geltung.»

10. Kostenlose Dekoration erfinden

In Daniel Ottos Räumen müssen Postkarten in jeder Form und Farbe als Dekoration herhalten. «In Cafés und Clubs gibt es die meist umsonst und bei mir hängen sie mittlerweile an den Türen und Wänden.» Auch Poster von Fußballstadien und Erinnerungen an seine Heimatstadt Berlin schmücken die Wände. Ein Konzept? «Habe ich nicht», sagt er. Das ist auch nicht wichtig, sind sich die Einrichtungsberaterinnen einig. Ein wenig Chaos in der ersten Wohnung hat eben auch Stil.

Fotostrecken:

Designmöbel mit Farbe und Funktion

  • Raumteiler© www.boconcept.de
    Raumteiler
  • ‚no limits in new arrivals‘© www.boconcept.de
    ‚no limits in new arrivals‘
  • Sofa "Milos"© www.boconcept.de
    Sofa "Milos"

Recycling-Möbel: Design und Ideen

  • Möbel aus Recycling-Stoffen© www.reestore.com
    Möbel aus Recycling-Stoffen
  • Möbel aus recycelten Materialien© dpa
    Möbel aus recycelten Materialien
  • Möbel aus recycelten Materialien© dpa
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Teppiche: Perser reloaded

  • Teppich «Saphir Red»© dpa
    Teppich «Saphir Red»
  • Teppich von Hossein Rezvani© dpa
    Teppich von Hossein Rezvani
  • Orientteppich wiederentdeckt© dpa
    Orientteppich wiederentdeckt

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 8. Oktober 2015 16:11 Uhr

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