WG-Casting: So klappt's mit dem Zimmer

WG-Casting: So klappt's mit dem Zimmer

Ein WG-Zimmer zu finden, wird für Studenten immer schwieriger. Wie Erstsemester Fehler bei der Wohnungssuche vermeiden und ihre Chancen erhöhen.

Zimmersuche

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Wohin nur? Viele Studenten suchen zum Semesterbeginn noch händeringend nach einer Wohnung oder einem WG-Zimmer.

Viele Studenten suchen aus Kostengründen nach einem Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Doch nicht nur in Berlin, Hamburg oder München, sondern auch in kleinen Uni-Städten wie Freiburg oder Münster sind der Wohnungsmarkt angespannt und selbst WG-Zimmer rar. Es kann dauern, eine günstige Unterkunft für das Studium zu finden. Schneller geht es, wenn künftige Erstsemester die Suche klug angehen und mit ein paar Tricks ihre Erfolgschancen im WG-Casting erhöhen.

WG-Zimmer suchen: Das Geld entscheidet

Die wohl wichtigsten Parameter bei der Suche nach einem WG-Zimmer sind: Wie viel kann ich für mein Zimmer bezahlen, und wo soll die Wohnung liegen. Bei der Zimmergröße können angehende Erstis einen gewissen Spielraum lassen und so etwas Geld sparen. Wenn das Zimmer sehr klein ist, kann der Kleiderschrank beispielsweise vielleicht noch im Flur untergebracht werden.

Bei der Zimmersuche geduldig bleiben

Gerade in Städten mit hart umkämpftem Wohnungsmarkt wie Berlin ist WG-Suche ein Ausdauersport. Zehn bis 20 Termine sollten Studenten schon vereinbaren - und dabei auch in weniger angesagten Stadtteilen suchen. Dort ist die Wohnsituation häufig deutlich entspannter als in Nordneukölln, Kreuzberg oder Friedrichshain.

Eigene Chancen richtig einschätzen

Studenten konzentrieren sich am besten gleich auf Wohnungsanzeigen, auf die sie zu passen scheinen. Häufig erfährt man darin schon über das aktuelle WG-Leben ("Wir kochen am Wochenende gern gemeinsam" oder "Bei uns hat jeder Freiraum und seine Ruhe zum Lernen") und die Wünsche an den neuen Bewohner ("Wenn du auch gerne feiern gehst, bist du bei uns richtig").

Persönlicher Kontakt ist bei WG-Suche wichtig

Sobald die Liste mit Wunsch-WGs steht, sollten die potenziellen Mitbewohner am besten angerufen werden. Das ist persönlicher als eine schnöde E-Mail, von der im schlimmsten Fall hunderte im Postfach landen. Können die Suchenden nur per E-Mail anfragen, sollten sie zumindest ein paar interessante Details über sich verraten, um aufzufallen. Manche WGs bitten auch um Links zum Facebook-Profil.

Vorsicht bei Gastgeschenken und Versprechungen

Geschafft, die ersten Termine in verheißungsvollen WGs sind vereinbart. Eine gute Flasche Wein als Gastgeschenk kann da nicht schaden, oder doch? Was wie eine gute Idee erscheint, kann nach hinten losgehen. Schnell entsteht das Gefühl, der Bewerber will sich in die WG einkaufen. "Besser seinlassen" gilt übrigens auch für falsche Versprechungen wie: "Ich koche jeden Freitag für euch" oder "Wenn ihr mich nehmt, dann ist der Bierkasten immer gefüllt". Daran müsse sich der neue Bewohner später halten. Das gelte auch für Staubsauger, Kaffeemaschine und Co., die man beim Einzug in Aussicht stellt.

Eltern bei WG-Suche zu Hause lassen

Lieber nicht mitbringen sollten Abiturienten ihre Eltern. Erstsemester mit Eltern im Schlepptau erwecken schnell den Eindruck, sie sind unselbstständig und suchen einen Familienersatz. Auch Freunde mitzubringen ist ein No-Go. Das WG-Casting alleine zu meistern ist einer der vielen wichtigen Schritte in die Selbstständigkeit, die jeder für ein Studium braucht.

Gut auf das WG-Casting vorbereiten

Vor dem Besuch der WG sollten Bewerber die Details aus der Anzeige verinnerlichen, um nicht alles doppelt erfragen zu müssen. Auf Pünktlichkeit wird geachtet sowie auf normale Kleidung. Am besten erscheint man als der Mensch, der man ist. Schließlich geht es darum, einen authentischen Eindruck zu hinterlassen - und das von Anfang an. Wer es bis in die WG-Küche oder auf das Sofa geschafft hat, sollte fragen, was die WG von einem erwartet und wie sie funktioniert. Erst danach stellt man sich genauer vor und erzählt, was man in die WG einbringen kann. Dabei bloß nicht verbiegen - und auch ansprechen, wie man sich selbst das Leben in der WG vorstellt.

Mögliche Probleme ansprechen

Dazu gehört auch, Punkte anzusprechen, bei denen es zu Reibungen kommen könnte. Stehen die WG-Bewohner besonders früh auf? Mögen sie es tagsüber eher leise? Wird in der WG geraucht? Oder gemeinsam gekocht? Wie oft wird gefeiert? Wie viel Wert wird auf Ordnung gelegt? Wie häufig und nach welchem System wird geputzt? Gerade bei den Ordnungsangelegenheiten sollte der Bewerber überlegen, ob die Regeln zu einem passen oder ob man sich gegebenenfalls anpassen würde.

Ehrlich sein, nicht zu viel preisgeben

Generell kommt das offene Worte im Gespräch gut an. Die WG-Bewohner sollen schließlich merken, dass sich der Bewerber nicht verstellt. Dabei im Hinterkopf bleiben sollte natürlich, dass man ein Zimmer braucht. Im Klartext heißt das: Den Fokus statt auf die schlechten Eigenschaften eher auf die eigenen Stärken und Vorteile legen. Dabei gilt der Grundsatz, so wenige wie möglich, aber so viel wie nötig von sich preiszugeben. Zurückschalten sollte man vor allem, wenn man das Gefühl hat, man wird verhört. Sehr private Informationen haben im Vorstellungsgespräch grundsätzlich nichts zu suchen.

Bedingungen für Mietvertrag besprechen

Zumindest zum Ende des Gesprächs sollten unbedingt auch die Vertragsbedingungen der WG angesprochen werden. Welche Form hat der Mietvertrag? Gibt es einen Hauptmieter, der die anderen Zimmer untervermietet? Mieten alle Studenten die Wohnung gemeinsam? Davon hängt auch ab, welche Rechte und Pflichten jeder Einzelne hat - und wer haftet, wenn jemand in der WG die Miete nicht zahlen kann.

Nach der Suche kommt der Spaß

Eine WG-Suche ist oft viel Arbeit. Doch sobald man dann eine findet, hat man dort gerade als Studienanfänger meist einen Riesenspaß. Und auch wenn es erst einmal nicht klappt, sollte dies nicht zu sehr belasten. Oft liegt das nicht an einem selbst, sondern an der hohen Zahl der Bewerber für das Zimmer. Eine Alternative zum WG-Casting ist übrigens, selbst ein Wohnungsgesuch aufzugeben. Damit haben Studenten oft mehr Erfolg als man denkt.
Teamarbeit ist wichtig
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Quelle: dpa/kra/Berlin.de

| Aktualisierung: Montag, 28. August 2017 15:14 Uhr