ABC für Erstsemester: Begriffe rund ums Studium

ABC für Erstsemester: Begriffe rund ums Studium

Akademische Begriffe erschweren Erstsemestern oft den Einstieg in den Hochschulalltag. Doch die neuen Vokabeln lassen sich schnell lernen. Ein kleines Wörterbuch für Studienanfänger.

Erstsemester ABC

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Wem nach dem ersten Uni-Tag der Kopf schwirrt, sollte sich nicht verrückt machen. Viele Begriffe werden bald selbstverständlich sein.

Besonders am Anfang des Studiums haben viele Studenten Orientierungsprobleme. Leichter ist es für sie in den vergangenen Jahren nicht gerade geworden, sich im Hochschulalltag zurechtzufinden. Und dabei ist es für sie wichtiger denn je, die Formalien zu kennen. Denn in den verschulten Bachelor-Studiengängen sind oft strenge Vorgaben einzuhalten. Folgende Begriffe sollten Erstsemester kennen:

Akkreditierung

Ist ein Studiengang akkreditiert, dann hat er eine Art Gütesiegel. Ein Akkreditierungsrat hat geprüft, dass das Studienangebot bestimmten Mindestanforderungen entspricht und studierbar ist. In Zukunft sollen alle Bachelor- und Masterangebote das Gütesiegel haben, so die Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz. Die Meinung der Studenten ist übrigens auch gefragt. Wer mitmachen möchte, muss sich vom Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) in den Akkreditierungsrat entsenden lassen.

Anwesenheitspflicht

Das Deutsche Hochschulrahmengesetz legt fest, dass Unis keine generelle Anwesenheitspflicht beschließen dürfen. Aber: Einzelne Übungen, Praktika oder Laborstunden können Anwesenheit voraussetzen.

AStA

AStA ist die Abkürzung für Allgemeiner Studierendenausschuss. Der AStA wird vom Studierendenparlament gewählt und vertritt die Interessen der Studierenden. Außerdem berät er zu allen Themen rund ums Studium.

Bachelor

Fast alle Studiengänge in Deutschland enden inzwischen mit einem Bachelor bzw. dem darauf aufbauenden Master. Der «B.A.», also Bachelor of Arts (B.A.), ist dabei nicht die einzige Variante des ersten akademischen Grades. In den Naturwissenschaften wird zum Beispiel ein Bachelor of Science (B.Sc.) verliehen. Auch der Bachelor of Laws (LL.B.), der Bachelor of Education (B.Ed.) und der Bachelor of Engineering (B.Eng.) werden vergeben. Kunst- und Musikstudenten können mit dem Bachelor of Fine Arts (B.F.A.), Bachelor of Music (B.Mus.) oder Bachelor of Musical Arts (B.M.A.) abschließen. Die Regelstudienzeit beträgt sechs bis acht Semester.

Bafög

Studenten, die für ihren Lebensunterhalt nicht genug Geld von ihren Eltern bekommen, können Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen. Diese Hilfe nennt man Bafög. Im Monat gibt es derzeit maximal 735 Euro (Stand: August 2017) und am Ende des Studiums muss das Geld zum Teil zurückgezahlt werden. Übrigens: Viele Studenten denken, dass sie keinen Anspruch auf Bafög haben, weil ihre Eltern zu viel verdienen. Das Deutsche Studentenwerk weist darauf hin, dass junge Menschen die Grenze oft falsch einschätzen. «Es können wesentlich mehr Studenten eine Förderung erhalten als einen Antrag stellen», sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Beantragt werden kann das Bafög beim Studentenwerk vor Ort.

Credit Points (CP)

Credit Points sind Teil des European Credit Transfer System (ECTS), das die Vergleichbarkeit von Studiengängen gewährleisten soll. Sie sind die Belohnung für die erfolgreiche Teilnahme an einem Modul. Sie bescheinigen, dass der Student die geforderte Leistung erbracht hat. Wie anstrengend ein Modul ist, können Studenten an der Anzahl der Credit Points ablesen. Die Universität rechnet, dass ein Credit Point etwa einem Arbeitsaufwand von 25 bis 30 Stunden entspricht. Die Credit Points werden dann im Laufe des Studiums immer mehr. Und wenn etwa bei einem sechs Semester langen Bachelor 180 Punkte erreicht sind, gibt es den Abschluss.

Cum tempore (CT)

Der Begriff cum tempore kommt aus dem Lateinischen und bedeutet «mit Zeit». Es wird auch oft vom akademischen Viertel gesprochen. Veranstaltungen die c.t. anfangen, beginnen nicht zur vollen Stunde, sondern 15 Minuten später. Veranstaltungen «sine tempore» beginnen zu genau der Uhrzeit, die angegeben ist.

Deutschland-Stipendium

Das Deutschland-Stipendium wurde im Sommersemester 2011 zum ersten Mal vergeben - auf Initiative der Bundesregierung. Die Idee ist, dass ausgewählte Studenten einen Festbetrag von 300 Euro im Monat als Stipendium bekommen. Anders als das Bafög muss das Geld am Ende des Studiums nicht zurückgezahlt werden. Es ist auch unerheblich, wie viel die Eltern verdienen. Gefördert werden Studenten, die gute Noten sowie einen interessanten Lebenslauf haben und sich gesellschaftlich engagieren. Bewerbungen sind an der Hochschule einzureichen.

Erasmus

Erasmus ist das älteste Austauschprogramm der Europäischen Union. Wer etwa ein Semester in Frankreich, Polen oder Dänemark studieren möchte, der nimmt meist am Erasmus-Programm teil. Mit der Planung dafür können junge Leute fast nicht früh genug beginnen. «Am besten ist es, gleich im ersten Semester anzufangen», rät Claudius Habbich vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn. Die Vorbereitung könne vom ersten Wunsch bis zur Umsetzung bis zu eineinhalb Jahre dauern.

ECTS

Das European Credit Transfer System (ECTS) soll dabei helfen, dass Studienleistungen bei einem Hochschulwechsel leichter anerkannt werden. Mit ihm lässt sich zum Beispiel bemessen, welchen Lernaufwand ein Seminar im Ausland erfordert. Damit liefert das System einen Maßstab zum Vergleich von solchen Veranstaltungen. Das erleichtert laut der HRK die Anrechnung an der Heimathochschule.

Fachschaftsrat

Der Fachschaftsrat wird kurz einfach Fachschaft genannt. Er vertritt die Interessen der Studierenden des jeweiligen Fachs und organisiert Info- und Kulturveranstaltung wie zum Beispiel die Ersti-Woche.

Hiwi

Hiwi ist die Abkürzung für Hilfswissenschaftler. Wer eine Stelle als studentischer Hiwi hat, arbeitet parallel zum Studium am Lehrstuhl und ist dort ein bisschen Mädchen für alles. Der Vorteil des Jobs liegt auf der Hand: Anders als bei Kellnern oder Taxi fahren, bringt einen die Tätigkeit im Studium weiter. Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk rät jedoch, im Bachelor pro Woche nicht mehr als einen Tag für einen Nebenjob einzuplanen.

Hochschulsport

Der Hochschulsport bietet eine gute Abwechslung vom Sitzen am Schreibtisch - und ist dabei oft günstiger als Fitness im Studio. Außerdem gibt es je nach Hochschule ein riesiges Angebot. Klassiker wie Fußball und Basketball sind fast immer mit dabei. Wer es ausgefallener mag: Auch Frisbee, Kickboxen, Parkour, Streetdance, Segeln und Bouldern sind manchmal im Angebot. Ebenfalls oft im Programm: Gesundheitskurse wie Yoga, Pilates und Rückengymnastik.

Immatrikulation

Das Wort Matrikel kommt aus dem lateinischen und bedeutet amtliches Personenverzeichnis. An der Universität werden in dem Verzeichnis immatrikulierte Studenten registriert. Sie bekommen daraufhin eine Nummer zugewiesen, die sie während ihres ganzen Studiums behalten.

Master

Für den zweiten akademischen Abschluss im Bolognamodell sind laut Hochschulrahmengesetz zwei bis vier Semester vorgesehen. Unterschieden wird zwischen konsekutiven und weiterbildenden Studiengängen. Die erste Sorte baut inhaltlich auf einen entsprechenden Bachelor auf. Bei der zweiten Sorte wird in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorausgesetzt, wie die HRK erläutert. Inklusive des vorangehenden Studiums sind für den Master 300 Leistungspunkte erforderlich.

Mensa

Sie sorgt für das leibliche Wohl der Studenten - genießt aber mit ihrem Essenangebot nicht bei allen Studenten einen guten Ruf. Die 11 Uni-Mensen in der Hauptstadt werden vom Studentenwerk Berlin betrieben. Sie bieten vegetarische und manchmal auch vegane Gerichte an, Klassiker wie Burger mit Pommes, Currywurst und Wurstgulasch haben aber nach wie vor ihren festen Platz. Bezahlt wird nicht mit Bargeld, sondern mit der Mensakarte. Die gibt es gegen Pfand vor Ort.

Modul

Ein Modul ist ein Block von Lehrveranstaltungen, die inhaltlich zusammengehören. Eine Vorlesung kann dabei zum Beispiel mit einer passenden Übung oder einem Praktikum kombiniert werden. Ziel ist es laut dem Akkreditierungsrat, dass jedes Modul in der Regel nur mit einer einzigen Prüfung abschließt. Derzeit werden Seminare und Vorlesungen aber häufig noch einzeln abgeprüft, was die Zahl der Klausuren und Hausarbeiten erhöht.

Vorlesungsfreie Zeit

Die vorlesungsfreie Zeit ist nicht mit Ferien zu verwechseln. Oft stehen Hausarbeiten und Prüfungen an, in manchen Studiengängen sind in der vorlesungsfreien Zeit Pflichtpraktika vorgesehen.

Workload

Wie viele Leistungspunkte Studenten für eine Vorlesung bekommen, hängt nicht nur vom Zeitaufwand ab. Sie werden vielmehr nach dem Lernaufwand einer Veranstaltung vergeben. Es wird also auch berücksichtigt, wie viel Arbeit Studenten in das Vor- und Nachbereiten in der Bibliothek investieren müssen, erklärt die Uni Kassel. Statt der Semesterwochenstunden heißt die entscheidende Größe daher «workload».

ZSB

Die Zentrale Studienberatung gibt es an jeder Uni und ihre Aufgabe ist es, Tipps beim Studieneinstieg, beim Studienverlauf und beim Studienabschluss zu geben. Kurz: Wenn der Student Fragen hat, findet er dort Ansprechpartner.
Teamarbeit ist wichtig
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 21. August 2017 12:10 Uhr