Erster Student der Freien Universität gestorben

Erster Student der Freien Universität gestorben

Die Freie Universität Berlin trauert um ihren ersten Studenten Stanislaw Karol Kubicki. Der Mediziner mit der Matrikelnummer 1 starb am Wochenende im Alter von 93 Jahren, teilte die Hochschule mit.

Karol Kubicki

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Karol Kubicki (Archiv)

Kubicki gehörte zu den kritischen Studierenden der heutigen Humboldt-Universität, die nach ideologischem Druck im Berliner Ostsektor 1948 eine «freie Universität» im Westteil der Stadt forderten. Mithilfe der amerikanischen Alliierten und unterstützt von Berliner Politikern wurde die FU 1948 mitten in der Berlin-Blockade gegründet. Kubicki erhielt seine Matrikelnummer 1 vor fast 71 Jahren am 5. November 1948.
Kubicki leitete nach Studium und Promotion von 1974 bis 1991 eine FU-Abteilung für Klinische Neurophysiologie. Der Schlafforscher blieb seiner Uni auch im Ruhestand verbunden. «Er war nicht nur einer der frühen Wegbereiter und engagierten Kämpfer für unsere Hochschule, vielmehr verkörperte er sie», sagte Berlins FU-Präsident Günter Ziegler. Kubicki sei lebenslang FU-Botschafter geblieben. «Wir sind stolz auf unsere Matrikelnummer 1. Die Universität hat Karol Kubicki viel zu verdanken, wir werden ihn nicht vergessen.»
Kubicki war der Sohn des Schriftstellers, Philosophen, Übersetzers und expressionistischen Malers Stanislaw Kubicki, der sich Ende der 1930er Jahre der polnischen Widerstandsbewegung gegen die Nationalsozialisten anschloss. 1943 wurde der Vater von der Gestapo ermordet.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 22. Oktober 2019 11:49 Uhr