Ohne schlechte Ausreden durchs Studium

Ohne schlechte Ausreden durchs Studium

Fesselnde Vorlesungsvideos, ungewöhnliche Todesfälle oder der dritte Geburtstag desselben Familienmitglieds im selben Jahr: Studierende sind meist sehr kreativ, wenn es darum geht, Ausreden zu finden. Dabei hilft vor allem eines: Ehrlichkeit.

  • Wilde Ausreden© dpa
    Wenn die Hausarbeit nicht rechtzeitig fertig wird, tischen Studenten ihren Dozenten manchmal die wildesten Ausreden auf. Dabei gilt auch an der Hochschule: Ehrlich währt am längsten. Foto: Westend61
  • Oliver Vornberger© dpa
    Oliver Vornberger ist Professor am Institut für Informatik an der Universität Oldenburg. Foto: Foto Erhardt Osnabrück
  • Miloš Vec© dpa
    Miloš Vec ist Professor am Lehrstuhl für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien. Foto: Barbara Mair
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    Lutz Peters ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Sozialpädagogik an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Foto: Christian Scholz/Universität Hamburg
Hamburg (dpa/tmn) - Fast jeder Dozent hat eine Anekdote zu erzählen, wenn es um kreative Ausreden von Studierenden geht.
«Eine Studentin erschien deutlich zu spät zur Prüfung. Sie sagte zu mir: «Ich habe heute Morgen zur Vorbereitung noch einige Ihrer Vorlesungsaufzeichnungsvideos angesehen. Das war so faszinierend. Da habe ich völlig die Zeit vergessen»», erzählt zum Beispiel Oliver Vornberger, Professor für Informatik an der Uni Osnabrück.
Wenn Studierende eine gute Ausrede für ein Missgeschick brauchen, sind sie meist nicht verlegen, fantasievolle Argumentationen zu finden. Die kleinen Notlügen machen das Studentenleben jedoch meist nicht einfacher. Aber wie kommt man ohne peinliche Ausreden wieder aus einer verzwickten Situation?
Zu spät kommen
Eines der wohl häufigsten Phänomene an der Hochschule: Ein Student kommt zu spät zum Seminar. «Idealerweise entschuldigt man sich in einem solchen Fall kurz, gegebenenfalls mit einer plausiblen Begründung», rät die Kommunikations- und Kniggetrainerin Susanne Lührmann. Dann sollte man sich still und leise auf seinen Platz setzen - ohne seinen Nachbarn die Geschichte des Zuspätkommens aufzudrängen.
Referate hinauszögern
Auch wenn es um das Verschieben von Referaten geht, werden Studierende oft kreativ: «Vor Jahren sagte eine Studentin ihr Referat in meinem Blockseminar ab: Jemand, der ihr sehr viel bedeutet habe, sei verstorben. Es stellte sich heraus, dass sie Michael Jackson meinte, und es ihr ganz ernst damit war», berichtet Miloš Vec, Professor für Jura an der Universität Wien.
Grundsätzlich wissen viele Dozenten die Ausflüchte der Studierenden gut einzuschätzen. «In der Regel ist an den Problemen, die geschildert werden, nicht viel dran - sonst würden diese Sachverhalte schon vorher angesprochen werden und nicht erst zwei Tage vor der Abgabe einer Hausarbeit», sagt Lutz Peters, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Sozialpädagogik an der Uni Hamburg.
Fehler nicht auf andere schieben
Eine goldene Regel sollte lauten: Niemals Kommilitonen mit ins eigene Dilemma ziehen. Wer seine Fehler auf andere schiebt, macht meist alles nur noch schlimmer: «Haben Studierende einen Fehler gemacht, sollten sie dazu stehen und nicht beginnen, sich zu rechtfertigen», erklärt Susanne Lührmann. Das bestätigt auch Miloš Vec: «Fehler können passieren. Die Chance, dass sie verziehen werden, kann durchaus durch eigenes Verhalten gesteigert werden.»
Abgabefristen nicht einhalten können
Originelle Erklärungen haben Studierende auch parat, wenn sie die Abgabefrist für eine Projekt- oder Abschlussarbeit reißen. Fehlerhafte Hardware und Software gehört zur Standardausflucht im Fach Informatik. «Interessanterweise kann es vier Wochen dauern, bis es bemerkt wird», sagt Oliver Vornberger. Wenn Studierende aber gute Gründe haben und zum Beispiel erkranken, ist es wichtig, den Dozenten rechtzeitig zu informieren und ein entsprechendes Attest beim Prüfungsamt einzureichen.
Peinlich kann es für Seminar-Teilnehmer auch werden, wenn sie im Kurs eine Frage beantworten sollen und nicht Bescheid wissen.«Für Studierende sollte eine Wissenslücke im Seminar eigentlich kein Problem sein», findet Lutz Peters. Schließlich sind sie an der Uni, um etwas zu lernen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 17. Dezember 2018 04:30 Uhr