Verdi: In Berlins Finanzämtern fehlen Hunderte von Stellen

Verdi: In Berlins Finanzämtern fehlen Hunderte von Stellen

Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Senat vor, die Berliner Finanzämter personell nicht ausreichend auszustatten. Im kommenden Jahr fehlten 756 Stellen, so viele wie in drei Berliner Finanzämtern zusammengenommen, wie der Verdi-Landesbezirk Berlin-Brandenburg am Montag (22. Juni 2020) mitteilte.

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Schild der Gewerkschaft "Verdi".

«Durch diesen Personalmangel entgehen dem Land Berlin wichtige Steuereinnahmen in erheblichem Umfang, die gerade jetzt für notwendige Investitionen und die Finanzierung durch die Corona-Krise erforderlich gewordener Unterstützungen dringend benötigt werden.» Die Unterbesetzung der Finanzämter werde auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen ausgetragen.

87,35 Prozent der erforderlichen Stellem stehen für Besetzung zur Verfügung

Der Personalbedarf wird von der Senatsverwaltung für Finanzen nach bundeseinheitlichen Grundsätzen berechnet. «Seit Jahren werden die Finanzämter nur mit 90 Prozent des errechneten Personalbedarfs ausgestattet», kritisierte Verdi. Diese Vorgabe stammt noch aus dem Jahr 2006. Die zögerliche Haushaltsanmeldung zum jüngsten Doppelhaushalt habe dazu geführt, dass in 2020 gerade 87,35 Prozent der erforderlichen Stellen für eine Besetzung zur Verfügung stünden. «Eine Ausstattung der Berliner Finanzämter mit den von der Verwaltung errechneten 7283 Stellen wäre aber dringend erforderlich», so Jörg Bewersdorf von der Verdi-Fachkommission Steuerverwaltung.

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Etwa 260 Stellen bei Finanzämtern unbesetzt

Nach Angaben der Finanzverwaltung sind bei den Finanzämtern aktuell etwa 260 Stellen unbesetzt. «Wir werden im laufenden Jahr einen Stand von 87,4 Prozent bezogen auf die sogenannte Personalbedarfsberechnung erreichen, im Jahr 2021 wird der Anteil bei 90 Prozent liegen», erläuterte eine Sprecherin.

Finanzämter in Berlin und Hamburg gehören zu den schnellsten

Wenn es um das Bearbeiten von Steuererklärungen geht, arbeiten nach einer im April veröffentlichten Erhebung des Steuerzahlerbundes die Berliner und Hamburger Finanzämter bundesweit allerdings am schnellsten. Von der Abgabe der Steuererklärung bis zum Bescheid dauert es der Untersuchung zufolge bei den Spitzenreitern Berlin und Hamburg im Schnitt 40 Tage. In Thüringen und Schleswig-Holstein, die auf den letzten Plätzen landen, sind es gut 58 Tage. Der Vergleich bezieht sich auf das Veranlagungsjahr 2018.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 22. Juni 2020 14:39 Uhr