Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in Berlin gesunken

Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in Berlin gesunken

Deutlich weniger junge Menschen haben im vergangenen Jahr in Berlin eine Ausbildung begonnen. Die Zahl der neuen Verträge ging im ersten Jahr der Corona-Krise um rund 17,5 Prozent im Vergleich zu 2019 zurück, wie die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) am Dienstag (09. Februar 2021) mitteilte.

Ein Schild weist auf die Industrie- und Handelskammer hin

© dpa

Ein Schild weist auf die Industrie- und Handelskammer hin.

Vor allem die von der Krise besonders schwer betroffenen Branchen stellten weniger Nachwuchskräfte ein als sonst. Um mehr als die Hälfte ging etwa die Zahl der Neu-Ausbildungsverträge bei den Veranstaltungstechnikern zurück. Auch im Hotel-, Restaurant-, und Tourismussektor lagen die Rückgänge bei mehr als 40 Prozent. Ausbildung bedeute, für die Zukunft der nächsten zwei bis drei Jahre zu planen, teilte die Präsidentin der IHK Berlin, Beatrice Kramm, mit. «Vielen Betrieben fehlte - und fehlt - es an diesem Planungshorizont.»

Zunahme der Ausbildungsverträge in Eisenbahn- und IT-Branche

In manchen Branchen wiederum nahm die Zahl der Verträge zu. Besonders Eisenbahn-Unternehmen stellten kräftig ein: Die Zahl der Ausbildungsverträge stieg im vergangenen Jahr um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei IT-System-Eletronikern lag die Steigerung bei mehr als 30 Prozent. Den allgemeinen Rückgang konnten diese Branchen indes nicht kompensieren.

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Auflösungsquote so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr

Insgesamt habe die Berliner Wirtschaft im vergangenen Jahr rund 14 900 Ausbildungsplätze angeboten, teilte die IHK weiter mit. Das waren demnach rund 13 Prozent weniger als 2019. Mehr als 1600 der Stellen blieben unbesetzt. Diesen offenen Plätzen standen und stehen laut Statistik der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit derzeit fast 3400 junge Menschen gegenüber, die als ausbildungssuchend gemeldet sind. Wer aber bereits mitten in der Ausbildung steckte, musste sich zunächst nicht mehr Sorgen machen als sonst. Rund 2800 Verträge wurden im vergangenen Jahr aufgelöst, so wenige wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Auflösungsquote lag 2020 damit laut IHK bei knapp 12 Prozent.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Februar 2021 14:44 Uhr