Brandenburg setzt auch auf Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten

Brandenburg setzt auch auf Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten

Brandenburg will zur Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte verstärkt über ein neues Bundesgesetz auf Zuwanderer aus Staaten außerhalb der Europäischen Union setzen. «Potenziell gehen wir von ungefähr 1600 (...) Fachkräften per annum aus», sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Freitag in Potsdam. Es gebe derzeit Nachfrage aus Indien, Malaysia und Indonesien vor allem im Gaststättenbereich. Steinbach betonte, diese Fachkräftegewinnung sei ein wesentlicher Baustein, damit allein lasse sich das Problem des Fachkräftemangels aber nicht lösen. Denn bis 2030 werde ein Rückgang von rund 210 000 Erwerbstätigen im Land erwartet. «Zentral bleibt, dass unsere Unternehmen weiter ausbilden», sagte Steinbach.

Jörg Steinbach sitzt im Landtag von Brandenburg

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Jörg Steinbach (SPD), Wirtschaftsminister von Brandenburg, sitzt im Landtag.

Seit März ermöglicht das Bundesgesetz zur Fachkräfteeinwanderung, dass suchende Unternehmen verstärkt qualifizierte Mitarbeiter aus Nicht-EU-Staaten gewinnen. Die Bundesregierung rechnet über die gezielte Einwanderung mit 25 000 zusätzlichen Fachkräften im Jahr. Seitdem können auch Fachkräfte zur Arbeitsplatzsuche kommen, wenn sie Deutsch sprechen und ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Zuvor hatten Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern nur mit akademischer Ausbildung einen unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt.
Wie groß genau der Bedarf an Fachkräften in Brandenburger Unternehmen ist, ist unklar. Steinbach verwies aber darauf, dass 43 Prozent der Fachkräftestellen in Brandenburger Betrieben im ersten Halbjahr 2019 vakant gewesen seien.

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Brandenburg bietet für Unternehmen und Fachkräfte ein Beratungsnetz an. Der International Talent Service der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) unterstützt Land und Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften. An einer Karrieremesse im Internet hätten sich 24 Brandenburger Unternehmen beteiligt, sagte WFBB-Geschäftsführer Steffen Kammradt. Weltweit hätten 44 000 Nutzer diese Messe gesehen. Danach habe es 294 Chat-Anfragen gegeben, die direkt mit Unternehmen gesprochen hätten. Die Zahl der Abschlüsse ist offen.
Zur Beratungsstruktur gehören auch Informationszentren für die Einwanderung von Fachkräften: Für den Norden und Westen des Landes übernimmt das eine Projektgesellschaft der Industrie- und Handelskammer, für den Osten und Süden die Dare Consulting GmbH. Eine zentrale Ausländerbehörde, die vom 1. Oktober an beim Landkreis Dahme-Spreewald angesiedelt ist, soll sich um ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren kümmern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. September 2020 17:46 Uhr