Erneut Karstadt-Proteste in Berlin: Verhandlungen laufen

Erneut Karstadt-Proteste in Berlin: Verhandlungen laufen

Mehrere hundert Beschäftigte haben in Berlin erneut gegen geplante Standortschließungen beim Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof protestiert.

  • Demonstration gegen Karstadt-Schließungen© dpa
    30.07.2020, Berlin: Gregor Gysi (Die Linke), Mitglied des Deutschen Bundestages, spricht während der Demonstration von Angestellten von Karstadt-Sports gegen geplante Schließungen. Neben den Beschäftigten der Berliner Karstadt-Sport-Filialen sind Delegationen unter anderem aus Köln und Dortmund dabei.
  • Demonstration gegen Karstadt-Schließungen© dpa
    30.07.2020, Berlin: Angestellte von Karstadt-Sports demonstrieren vor der Filiale in Charlottenburg gegen geplante Schließungen. Neben den Beschäftigten der Berliner Karstadt Sport-Filialen sind Delegationen unter anderem aus Köln und Dortmund dabei.
  • Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof am Schaufenster© dpa
    Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof am Schaufenster
Bei der Aktion am Donnerstag (30. Juli 2020) ging es vor allem um die dabei ebenfalls bedrohten Karstadt-Sports-Filialen in Berlin und im ganzen Land, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Die Teilnehmer kamen vor der Berliner Zentrale der Eigentümerholding Signa zusammen, die dem österreichischen Investor René Benko gehört. «Es ist doch klar, dass diese Sanierung zulasten der Beschäftigten geht, die jetzt die Zeche für eine misslungene Unternehmenspolitik und für die anstehende Sanierung zahlen sollen. Das ist nicht in Ordnung», teilte Verdi-Landesbezirksleiter Frank Wolf mit.

Senatsverwaltung für Wirtschaft ist «vorsichtig optimistisch»

Insgesamt betreibt Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin elf Warenhäuser, von denen ursprünglich sechs geschlossen werden sollten. Auch eine von zwei Karstadt-Sports-Filialen steht vor dem Aus. Ein Standort konnte inzwischen bei Verhandlungen zwischen dem Senat, Vermietern und Eigentümern gerettet werden. Dabei handelt es sich um die Warenhausfiliale im Ringcenter in Lichtenberg. Für alle weiteren Standorte laufen die Gespräche weiter. Nach wie vor sei man «vorsichtig optimistisch», hieß es am Donnerstag aus der Senatsverwaltung für Wirtschaft.

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Derzeit sollen nur noch 50 Filialen geschlossen werden

Der Warenhauskonzern war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Mitte Juni kündigte das Unternehmen im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser an. Inzwischen ist die Zahl bundesweit auf 50 gesunken.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 30. Juli 2020 16:43 Uhr