Knapp 500 Jobs im Modellprojekt zum Soli-Grundeinkommen

Knapp 500 Jobs im Modellprojekt zum Soli-Grundeinkommen

Rund ein Jahr nach dem Start eines Modellprojekts zum solidarischen Grundeinkommen in Berlin haben 492 Arbeitslose dadurch eine Arbeit gefunden.

Geldbörse

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Eine Frau hält eine Geldbörse mit Banknoten und Bankkarten.

Die Betreffenden nahmen unterschiedlichste sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten im gemeinnützigen Bereich auf, wie die Sozialverwaltung am Dienstag (21. Juli 2020) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Trotz einer längeren Startphase und Verzögerungen bei der Stellenbesetzung wegen der Corona-Pandemie bleibe es beim Ziel, bis Jahresende 1000 Stellen zu besetzen. Das bundesweit einmalige Projekt war Anfang August 2019 mit der Unterzeichnung der ersten Arbeitsverträge gestartet. Idee ist, Arbeitslosen eine reguläre Tätigkeit zu finanzieren, anstatt sie in Hartz IV abrutschen zu lassen. Mehr als 200 Arbeitgeber aus dem privaten wie öffentlichen Bereich meldeten Stellen.

Projekt kostet etwa 35 Millionen Euro pro Jahr

Die Menschen arbeiten etwa als Kita- oder Schulhelfer, unterstützen Obdachlose, sind in der Umweltbildung, bei den Verkehrsbetrieben oder als Quartiershelfer in kommunalen Wohnungsgesellschaften tätig. Demnächst soll der Kulturbereich als weiteres Einsatzfeld dazukommen. Das Projekt wird allein vom Land finanziert, kostet pro Jahr um die 35 Millionen Euro und läuft zunächst fünf Jahre. Die Teilnehmer sollen aber Aussicht auf eine dauerhafte Beschäftigung haben.

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Teilnehmer werden nach Tarif- oder Mindestlohn bezahlt

«Es ist unser Ziel, dass wir über diese Maßnahmen Menschen wieder in den ersten Arbeitsmarkt bekommen und sie nicht sofort mit Sanktionen drangsalieren», sagte der Regierende Bürgermeister und Initiator des Modellversuchs, Michael Müller (SPD), in der RBB-«Abendschau». Es handele sich um ein neues arbeitsmarktpolitisches Instrument, «das langfristige Perspektiven schafft». Müller unterstrich, dass die Teilnehmer nach Tarif- oder Mindestlohn bezahlt würden. Sie hätten eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit statt Hartz IV oder Ein-Euro-Job. Das sei auch gut für ihr Selbstwertgefühl.
Eine Frau schüttelt einem Mann die Hand
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. Juli 2020 08:24 Uhr