Mindestlohn für Azubis kommt

Mindestlohn für Azubis kommt

Zehntausende Azubis sollen künftig besser bezahlt werden. Der Bundestag hat am Donnerstag, den 28. November 2019 eine Reform des Berufsbildungsgesetzes beschlossen, die unter anderem die Einführung eines Azubi-Mindestlohns von 515 Euro im ersten Lehrjahr vorsieht.

Mehr Geld im Portemonnaie

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Mit dem neuen Gesetz sollen unter anderem die Abbrecherzahlen in der Ausbildung minimiert werden.

Die Bundesregierung will mit dem Mindestlohn die Berufsausbildung attraktiver machen und Abbrecherzahlen in der Ausbildung verringern. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte in der Debatte, die duale Ausbildung sei neben «Made in Germany» ein Markenzeichen Deutschlands. Erfolg sei aber kein Selbstläufer, sagte sie mit Verweis auf nicht besetzte Lehrstellen.

515 Euro Mindestlohn im ersten Lehrjahr

Jeder, der im kommenden Jahr eine Berufsausbildung beginnt, soll nun mindestens 515 Euro im ersten Lehrjahr bekommen. Der Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise weiter erhöht auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es mehr. Ab 2024 soll die Azubi-Mindestvergütung dann automatisch mit der Entwicklung der Lehrlingsgehälter steigen.

Ausnahmen sind möglich

Wermutstropfen für diejenigen, die heute schon in einer Ausbildung stecken: Sie haben nichts von der Neuregelung. Außerdem sind Ausnahmen von der Mindestvergütung möglich, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eigene Vereinbarungen treffen.

Friseure bekommen besonders wenig

Rechnerisch könnten rund 89.000 junge Menschen vom neuen Lehrlings-Mindestlohn profitieren. So viele Azubis verdienten jedenfalls nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Ende 2018 weniger als 500 Euro im Monat, viele davon sogar weniger als 400 Euro. In bestimmten Berufen wie dem Friseurhandwerk und vor allem im Osten bekommen Azubis bisher besonders wenig Geld.

Kritik an Höhe des Mindestlohns

Gewerkschaften, Grüne und Linke begrüßten am Donnerstag die Reform, kritisierten die Höhe des Mindestlohns allerdings als zu niedrig. Auf dem Bau liege der tarifliche Azubi-Lohn im ersten Lehrjahr jetzt schon bei 850 Euro, sagte der Bundesjugendsekretär der IG Bau, Moritz Greil. Der AfD-Bildungspolitiker Götz Frömming warnte in der Bundestagsdebatte dagegen davor, dass sich Klein- und Kleinstbetriebe wegen erwarteter Mehrkosten durch den Mindestlohn aus dem System der Berufsausbildung zurückziehen könnten.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 2. Januar 2020 12:15 Uhr