Frauen mit Kindern arbeiten weniger - Männer mehr

Frauen mit Kindern arbeiten weniger - Männer mehr

In Familien mit Kindern ist die Arbeitszeit noch immer ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt. Während Frauen häufig in Teilzeit arbeiten, steigt die Arbeitszeit von Männern sogar an, wenn sie bis zu zwei Kindern haben. Ergebnisse einer aktuellen Studie.

Familie

© dpa

Bei Müttern geht die Arbeitszeit deutlich zurück. Anders bei Vätern: Ihre Arbeitszeit sinkt erst bei drei oder mehr Kindern. Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Symbolbild

Duisburg (dpa/tmn) - Je mehr Kinder Frauen haben, desto weniger arbeiten sie - im Gegensatz zu Männern. Stattdessen arbeiten Väter sogar mehr, solange sie maximal zwei Kinder haben. Das haben Forscher des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen herausgefunden.
Kinderlose Männer arbeiten demnach 39,4 Stunden in der Woche, mit einem oder zwei Kindern steigt der Wert auf 40,1 beziehungsweise 40,3 Stunden. Bei Frauen geht die Arbeitszeit deutlich zurück: von 32,3 Stunden ohne Kinder auf 26,5 beziehungsweise 23 Stunden. Erst mit drei oder mehr Kindern sinkt die Wochenarbeitszeit der Väter - allerdings nur auf 39,3. Frauen arbeiten dann 20,8 Stunden in der Woche.
Insgesamt liegt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller abhängig Beschäftigten bei 35,1 Stunden. Dabei gibt es nach wie vor große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Männer arbeiten 39,3 Stunden pro Woche, Frauen 30,5. Grund dafür ist vor allem, dass Frauen deutlich häufiger in Teilzeit arbeiten.
Betrachtet man nur die Mittelwerte innerhalb der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten, sind die Geschlechterunterschiede nämlich deutlich kleiner: So arbeiten Männer in Vollzeit 41,1 Stunden, Frauen dagegen 39,4. Und bei den Teilzeitstellen liegt die Stundenzahl der Frauen sogar etwas höher - bei 20,5 im Vergleich zu 20,2 bei den Männern.
Die Studienergebnisse basieren auf Daten des Mikrozensus von 2014. Auftraggeber der Studie ist die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 23. Januar 2018 12:45 Uhr