Einschulung: Extreme Unterschiede bei Kindern nehmen zu

Einschulung: Extreme Unterschiede bei Kindern nehmen zu

Die einen können das ABC, sind konzentriert und fit. Andere Erstklässler dagegen haben selbst bei elementaren Fähigkeiten große Defizite.

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© dpa

Eine Lehrerin steht vor Schülern der ersten Klasse.

Im Vorfeld der Einschulung 2010 beobachten Kinderärzte, dass die Schere zwischen zu wenig geförderten und besonders cleveren, gut erzogenen Kindern immer weiter auseinandergeht. Die Extreme könnten nicht größer sein: Während die einen mit der Einschulung nicht auf einem Bein stehen oder sich länger konzentrieren könnten, beherrschten die anderen schon das Alphabet.

Sie einen können lesen, die anderen kein Deutsch

«Es gibt ganz pfiffige Kinder, die schon lesen können, bevor sie in die Schule kommen. Es gibt aber auch viele, die die Sprache nicht richtig beherrschen. Als Grundschullehrer stelle ich mir das sehr schwierig vor», sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Kinderärzte, Wolfgang Lässig.

Übergewicht und schlechte Motorik

Die Extreme seien auch bei den motorischen Fähigkeiten zu beobachten. Nach wie vor könnten viele Kinder nicht auf einem Bein stehen oder hüpfen. Auf der anderen Seite gebe es die Gruppe von Kindern, die das alles relativ gut beherrsche. Im Vergleich zu vor 20 Jahren gebe es auch mehr Übergewichtige. «Der Trend ist noch nicht gestoppt», schätzte Lässig ein. Zum Beginn des neuen Schuljahrs werden nach Angaben des Kultusministeriums 15 800 Mädchen und Jungen eingeschult.
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Hilfe bei Erziehung fehlt

Bei der Lösung des Problems der Extreme ist Lässig nach eigenem Bekunden ratlos. «Ich halte es für einen Segen, dass viele Kinder in eine Einrichtung gehen. Dort wird viel getan.» Allerdings reiche die Förderung in den Kindertagesstätten allein nicht. Die Eltern seien gefragt, ihren Kindern das Richtige vorzuleben. «Viele Eltern haben Schwierigkeiten mit dem Leben», sagte Lässig. Sie seien bei der Erziehung unsicher. «Oft fehlt die Oma, die hilft, und selbst schon drei Kinder großgezogen hat», sagte der Mediziner.

Kinder kennen Regeln nicht mehr

Und: «Die Kinder akzeptieren zunehmend nicht das 'Leittier Mutter'», schilderte Lässig seine Beobachtungen aus den Sprechstunden; Studien aus Sachsen-Anhalt gebe es jedoch nicht. Es sei «ganz auffällig», dass viele Kinder ihr nicht mehr gehorchen. «Sie toben durch die Sprechstunde und wollen sich nicht ausziehen, um abgehört zu werden.» Die Mütter stünden ermahnend und doch hilflos da. «Die Kinder kennen zunehmend die Regeln nicht», sagte Lässig, der in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara arbeitet.

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  • Erstklässler mit Mutter auf dem Schulweg© dpa
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  • Das Alter berücksichtigen© dpa
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 8. August 2012 17:03 Uhr

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