Teamarbeit Risiken: Schwarmschwachsinn, Ja-Sager, Drückeberger

Teamarbeit Risiken: Schwarmschwachsinn, Ja-Sager, Drückeberger

Teamarbeit gilt als ideale Form der Zusammenarbeit. Ist sie aber nicht immer. Experten erklären typische Fehler bei Teamarbeit und wie man sie vermeidet.

Teamarbeit

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Alle sind einer Meinung: Ein typisches Problem der Teamarbeit.

Kaum eine Stellenanzeige kommt ohne das Schlagwort Teamfähigkeit aus. Teamarbeit wird regelrecht glorifiziert. Gemeinsam sind wir schließlich stark. Oder? Experten zeigen typische Probleme bei Teamarbeit auf und wie man sie lösen kann.

Drückeberger verstecken sich im Team

Problem: In der Masse kann sich der Einzelne prima hinter den anderen verstecken - aus Trägheit oder Böswilligkeit. Jemand anderes wird die Arbeit schon machen. «Untersuchungen haben gezeigt, dass sich jeder Einzelne weniger anstrengt, je größer die Gruppe ist», sagt der Buchautor Volker Kitz. Die Leistung nimmt ab, das schlägt sich auf die Produktivität nieder und schließlich auf die eigene Motivation.
Lösung: In so einer Situation ist der Teamleiter gefragt, jedem eine klare Aufgabe zuzuteilen, deren Erfolg am Ende messbar ist und nicht im großen Mischmasch verschwindet.

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Alle sind einer Meinung

Problem: Gibt es keine klare Aufgabenverteilung, gerät das Team schnell in die Konformitäts-Falle. «Ansichten werden auf Einstimmigkeit getrimmt, Konventionen und Verhaltensstandards breiten sich aus», sagt Prof. Dietrich von der Oelsnitz. Er ist Leiter des Instituts für Unternehmensführung an der Technischen Universität Braunschweig. Wenn sich am Ende keiner mehr im Projekt wiedererkennt und auf seine eigene Leistung stolz sein kann, sinkt die Motivation.
Lösung: Neben einer klaren Aufgabenverteilung ist es deshalb wichtig, die Zusammensetzung regelmäßig zu wechseln: «Gerade in kreativen Bereichen sollte das Kernteam gesetzt sein, das Randteam aber stets neu besetzt werden.» Das sei ähnlich wie in der Filmbranche. Viele Regisseure arbeiten mit ein paar festen Kameraleuten oder Schauspielern zusammen, der Rest variiert.

Ja-Sager bestimmen die Richtung

Problem: «Gerade große Teambesprechungen fördern die Harmoniesucht und verleiten dazu, sich schlechter vorzubereiten», erklärt Kitz. Das bremst die Kreativität. «Ideen werden im Zweifelsfall von den Vielrednern erstickt, oder man hat es sich schon vorher in der Masse bequem gemacht», ergänzt der Hamburger Teamcoach Thorsten Visbal.
Lösung: Bei Besprechungen wieder auf Papier umsteigen. «Wenn jeder seine Idee aufschreiben muss, ist er gezwungen, sich Gedanken zu machen», sagt Visbal. Außerdem sollten Teams nicht zu groß sein. «Je mehr Mitarbeiter zusammensitzen, desto schneller werden Entscheidungen blockiert», warnt er. Er empfiehlt deshalb Teams von etwa sieben Mitarbeitern.

Homogenität ist der Tod der Kreativität

Ob ein Team erfolgreich ist, hängt auch von der Zusammensetzung ab. «Bei Routinearbeiten, etwa in Montageteams, ist es hilfreich, wenn eine hohe Homogenität herrscht, um Hand in Hand zu arbeiten», erklärt Prof. von der Oelsnitz. Für Kreativteams rät er allerdings zu hoher Diversität, damit sich die einzelnen Teamplayer gegenseitig befruchten können.

Kuscheln statt Arbeiten

Problem: «Viele schätzen ein Team, weil sie sich wohlfühlen, sie sagen «Ich geh auch wegen meiner netten Kollegen zur Arbeit»», erzählt Kitz. Für dieses Wohlgefühl muss man aber nicht im Team arbeiten.
Lösung: Es reicht, wenn Berufstätige sich in der Teeküche treffen oder die Mittagspause zusammen verbringen. Die Gefahr ist, dass sonst in so einer Atmosphäre die Arbeit in den Hintergrund rückt.

Warum familiäre Teams dennoch besser sind

Prof. von der Oelsnitz bewertet den sozialen Faktor nicht so negativ: «In Teams, die auf einer persönlichen Ebene funktionieren, gibt es weniger Krankschreibungen und weniger Fluktuation, die Motivation ist tendenziell höher.» Ein gutes Teamklima sei ein Stresspuffer. Gut sei das bei ehrenamtlicher Arbeit zu beobachten. «Da will jeder seinen Teil zum Buffet beitragen und den leckersten Kuchen backen. Die erlebte Solidarität steigert die Arbeitsfreude.»

Quelle: kra/dpa

| Aktualisierung: Montag, 13. Juli 2015 17:06 Uhr

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