Auszubildende: So gelingt das Praktikum im Ausland

Auszubildende: So gelingt das Praktikum im Ausland

Lebenserfahrung, Sprachkenntnisse und Selbstvertrauen: Ein Aufenthalt im Ausland bringt Azubis eine Menge Vorteile. Was bei der Planung zu beachten ist.

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Für einige Zeit in ein anderes Land: Gute Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung sind in vielen Berufen eine Voraussetzung. Foto: Jens Schierenbeck/Archiv

Gute Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung sind in vielen Berufen eine Voraussetzung. Doch im Gegensatz zu Studenten gehen Azubis eher selten in die Ferne. Nur vier Prozent eines Jahrgangs verlassen während ihrer Ausbildung Deutschland, hat die Nationale Agentur Bildung für Europa festgestellt. Doch auch für Azubis werde ein Auslandsaufenthalt immer wichtiger, sagte Susanne Boy, Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer Berlin.

Auslandsaufenthalt erweitert Wissen über das Berufsfeld

Eine Reise ins Ausland sei nicht nur für die eigene Persönlichkeit von Vorteil, sondern erweitere auch den Horizont im eigenen Berufsfeld. "Es kann zum Beispiel hilfreich sein, zu wissen, wie die jeweilige Branche im Ausland arbeitet", erklärte die Expertin. Die erworbenen Sprachkenntnisse machten den Azubi zudem für den heimischen Betrieb wertvoller. "Das ist dann eine zusätzliche Kompetenz, mit der man bei der Übernahme punkten kann."

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Förderprogramme für Azubis von der EU und der GIZ

Förderprogramme gibt es inzwischen viele. Das größte ist das EU-Austauschprogramm Leonardo da Vinci, das Praktika in allen europäischen Ländern unterstützt. Azubis können an organisierten Gruppenaustauschen teilnehmen oder sich selbst einen Betrieb in einem Land ihrer Wahl suchen. Auch die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit organisiert Auslandsreisen in die Niederlande und Norwegen. Wer nach Frankreich will, kann vom Deutsch-Französischen Jugendwerk ein Stipendium bekommen.

Ausbildungsbetrieb muss die Reise genehmigen

Vor der Planung muss zunächst der Ausbildungsbetrieb gefragt werden. Denn der muss die Reise in die Ferne genehmigen, so Boy. Nicht jeder Chef ist begeistert, wenn der Azubi Wochen oder sogar Monate als Arbeitskraft fehlt. Deshalb sei es ratsam, dem Ausbildungsleiter klarzumachen, dass es auch für seinen Betrieb Vorteile habe, wenn der Azubi über den Tellerrand schaut.

Vor dem Auslandspraktikum Sprachkurs absolvieren

Außerdem muss eine Freistellung bei der Berufsschule beantragt werden. Vor dem Auslandspraktikum empfiehlt es sich, einen Sprachkurs und ein interkulturelles Training zu absolvieren, um sich auf die Gepflogenheiten im jeweiligen Gastland vorzubreiten. Infos bekommen Azubis bei den Berufsschulen und Handwerkskammern.

Zweites Lehrjahr ist geeigneter Zeitpunkt für Auslandsaufenthalt

Der Zeitpunkt der Auslandsstationen will gut überlegt sein. "Im ersten Jahr ist es wichtig, zunächst Erfahrung im eigenen Betrieb zu sammeln. Am Ende kollidiert ein Auslandsaufenthalt wiederum mit den Abschlussprüfungen", erläuterte Boy. Der beste Zeitpunkt sei deshalb in der Mitte der Ausbildung, also in der Regel im zweiten Lehrjahr.

Auslandspraktikum dauert zwei bis vier Wochen

Meistens dauerten die Stationen in der Fremde zwischen zwei und vier Wochen, aber auch längere Praktika seien möglich. Nach dem Berufsbildungsgesetz darf der Auslandsaufenthalt aber ein Viertel der gesamten Ausbildungszeit nicht überschreiten. Bei längeren Aufenthalten muss außerdem der verpasste Stoff der Berufsschule nachgeholt werden.

Zertifikat bestätigt Lehrlingen den Auslandsaufenthalt

Nach dem Aufenthalt bekommen Azubis, die über eines der Förderprogramme ins Ausland gegangen sind, in der Regel automatisch ein Zertifikat über das System Europass der EU. Wer ein individuelles Zeugnis haben möchte, sollte dieses rechtzeitig in dem Gastbetrieb beantragen, empfahl die Expertin. "Das macht sich gut für spätere Bewerbungen."

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 8. Juli 2013 17:29 Uhr