Netzwerke für Frauen helfen bei der Karriere

Netzwerke für Frauen helfen bei der Karriere

Wenn Männer netzwerken, haben Frauen oft das Nachsehen. Geschäftsfrauen verbünden sich daher verstärkt in eigenen Netzwerken.

Soroptimisten-Clubtreffen in Stuttgart

© dpa

Clubtreffen in Stuttgart: Die Soroptimisten sind eines der größten Frauennetzwerke in Deutschland.

Heutzutage werden viele Jobs und besonders Positionen im mittleren und oberen Management über Kontakte und Referenzen vergeben. Um die eigene Karriere voranzutreiben, schließen sich auch Frauen verstärkt in eigenen Business-Netzwerken zusammen.

Frauennetzwerke in Deutschland

«Die wenigen Frauen, die ganz oben in der Wirtschaft mitmischen, sind häufig Mitglied in Frauennetzwerken», sagt die Soziologin Katrin Pittius, die an der TU Dresden zu Frauennetzwerken forscht. «Das liegt auch daran, dass Frauen oft nur schwer in die Führungsetagen kommen und es einfach andere Wege geben muss, Wissen zu teilen und auch Mentoring zu betreiben.»

Wie viele Frauennetzwerke es in Deutschland gibt, lässt sich nicht genau beziffern. Die Bündnisse müssen sich nirgendwo offiziell registrieren. Das Gründerinnenportal des Wirtschaftsministeriums listet aber allein 346 verschiedene Netzwerke auf.

Frauen Netzwerk Soroptimisten

«Ich finde es ganz legitim zu sagen: Es bringt mir auch Vorteile», sagt Jacqueline von Manteuffel. Sie ist Mitglied bei den Soroptimisten, einem der größten Frauennetzwerke. Wegen der wachsenden Mitgliederzahlen gibt es in einzelnen Städten mittlerweile sogar mehrere Clubs. Allein in Deutschland hat Soroptimist 6000 Mitglieder, weltweit sind es 90.000. Das Netzwerk bietet unter anderem Mentoren-Programme an, bei denen erfolgreiche Frauen Berufseinsteigerinnen unter ihre Fittiche nehmen. Die Frauen von Soroptimist wollen dabei ohne Männer auskommen, bei Wohltätigkeitsveranstaltungen dürften die Herren allerdings mitfeiern- und mitspenden.

Frauen-Netzwerk Business and Professional Women

«Es ist nicht so, als wenn Frauen ihre Karriere nicht planen würden», sagt Henrike von Platen, deutsche Präsidentin der Business and Professional Women (BPW), einem der größten und ältesten Frauennetzwerke mit weltweit rund 30.000 Mitgliedern. «Aber sie netzwerken nicht ganz so direkt karriereorientiert wie Männer.»

E-Mail-Listen, Stellenangebote und Workshops

Frauen kungeln in professionellen Netzwerken zwar anders als Männer, aber nicht unbedingt weniger effektiv: Die meisten berichten von Email-Listen, über die Mitglieder nicht nur geschäftliche Fragen stellen, sondern auch nach der geeigneten Besetzung für offene Stellen suchen können. Hinzu kommen persönliche Treffen oder Workshops. Bei den Soroptimisten gibt es ein dickes, blaues Buch mit Kontakten, das regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht wird.

European Women's Management Development

Während sich bei den «besten Schwestern»- wie sich der Name frei übersetzen lässt- Frauen aus verschiedenen Branchen verbünden, setzen andere Netzwerke gezielt auf Kontaktpflege im selben Metier. Wieder andere wollen sogar bewusst Männer in ihre Reihen holen- darunter das European Women's Management Development (EWMD). «Wenn man Netzwerke öffnet und sich austauscht, dann profitieren meines Erachtens beide Seiten extrem davon», sagt EWMD-Sprecherin Rena Bargsten. 730 Mitglieder hat das Bündnis weltweit- die Zahl der Herren möchte Bargsten aber nicht verraten. «Die ist so bescheiden», sagt sie. «Es erfordert für Männer auch sehr viel Selbstbewusstsein, in ein Frauennetzwerk einzutreten.»

Frauennetzwerke laden auch Männer ein

Die BPW-Frauen bleiben zwar lieber unter sich, allerdings sind Podien bei deutschlandweiten Tagungen mittlerweile zur Hälfte mit Männern besetzt, erzählt Präsidentin von Platen. «Wir müssen als Frauennetzwerk auf überregionaler Ebene in jedem Fall Männer und die Wirtschaft einbeziehen und eben nicht nur untereinander brüten.»

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 6. November 2012 20:05 Uhr

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