Elternzeit und Elterngeld richtig beantragen

Elternzeit und Elterngeld richtig beantragen

Viele werdende Eltern wissen nicht, wann, wo und wie sie Elterngeld beantragen müssen oder welche Regelungen für die Elternzeit gelten. Die wichtigsten Infos im Überblick.

Tipps für Berufstätige vor der Babypause

© dpa

Nimmt neben der Mutter auch der Vater Elternzeit, bekommen Paare länger Elterngeld.

Vor dem ersten Kind kennen die meisten Paare das Elterngeld nur aus den Nachrichten. Kaum einer weiß, was in dem Antrag stehen muss. Ähnlich geht es vielen mit der Elternzeit. Damit Berufstätige einen Überblick bekommen und beides optimal nutzen können, hier wichtige Informationen:

Elterngeld und Elternzeit: Was ist was?

Das Elterngeld ist eine finanzielle Unterstützung vom Staat. Anspruch hat grundsätzlich jeder, der Nachwuchs bekommt. Das Thema Elternzeit beschäftigt dagegen nur angestellte Arbeitnehmer. Ihnen gibt der Gesetzgeber das Recht, nach der Geburt des Kindes ihr Arbeitsverhältnis für eine bestimmte Zeit ruhen zu lassen.

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Wie hoch ist das Elterngeld?

Der Mindestbetrag beim Elterngeld liegt bei 300 Euro pro Monat. Voraussetzung ist, dass die Eltern das Kind selbst betreuen und die Person, die Elterngeld bezieht, nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet. «Grundsätzlich ist das Elterngeld ein Einkommensersatz», erklärt Frauke Greven von der Spielraum-Projekt Vereinbarkeit gGmbH. Bezugsberechtigte bekommen 65 Prozent des in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten Einkommens, bis zu einem Höchstbetrag von 1800 Euro monatlich.

Wie lange zahlt der Staat Elterngeld?

Das Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt. Bei Paaren sieht der Gesetzgeber eine Besonderheit vor: Sie bekommen die staatliche Leistung nur dann für 14 Monate, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen. Sprich: Setzt etwa nur die Mutter von ihrem Job aus, zahlt der Staat höchstens für 12 Monate Elterngeld. Nur wenn auch der Vater für mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt, bekommt das Paar die Leistung für 14 Monate.

Was ist ElterngeldPlus?

Eltern, die noch während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten wollen, haben Anspruch auf ElterngeldPlus. Sie bekommen dann doppelt so lange Elterngeld - allerdings in maximal halber Höhe. Die Höhe liegt dann bei mindestens 150 Euro und maximal 900 Euro im Monat. Wenn Mutter und Vater gleichzeitig für vier Monate jeweils zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche arbeiten und sich damit auch die Zeit mit ihrem Nachwuchs teilen, gibt es einen zusätzlichen Partnerschaftsbonus in Form von vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten pro Elternteil.

Wo muss das Elterngeld beantragt werden?

Das Elterngeld muss bei der Elterngeldstelle beantragt werden. «Häufig ist die Elterngeldstelle bei den Jugendämtern angesiedelt», sagt Friedrun Bastkowski vom Berliner Verein Kobra, der Frauen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie berät. Das lässt sich leicht mit einem Anruf bei der Stadt oder auf der entsprechenden Homepage herausfinden. Für den Antrag müssen Eltern ein Formblatt ausfüllen.

Wann muss das Elterngeld beantragt werden?

Das Elterngeld können Mütter und Väter erst beantragen, wenn der Nachwuchs auf der Welt ist. Dann muss der Antrag bei der Elterngeldstelle innerhalb von drei Monaten eingehen. Das Geld wird auch rückwirkend gezahlt.

Wo und wann muss Elternzeit beantragt werden?

Elternzeit beantragen Arbeitnehmer bei ihrem Arbeitgeber. «Der Antrag muss diesem spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit vorliegen», sagt Bastkowski. Das bedeutet, dass Frauen ihren Antrag spätestens eine Woche nach der Geburt einreichen müssen. Denn sie genießen acht Wochen nach der Geburt noch Mutterschutz. Wollen Väter unmittelbar nach der Geburt Elternzeit nehmen, müssen sie ihren Antrag sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einreichen. Der Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit.

Wie lange können Arbeitnehmer Elternzeit nehmen?

Vater und Mutter können ihr Arbeitsverhältnis jeweils für maximal drei Jahre ruhen lassen. In dieser Zeit können sie nur in Ausnahmesituationen- etwa im Fall einer Insolvenz- gekündigt werden. Bei der Beantragung der Elternzeit müssen sie sich festlegen, wie sie die Elternzeit gestalten wollen: So müssen sie dem Arbeitgeber etwa sagen, ob sie etwa zwei Jahre pausieren wollen oder nur eines und dann etwa Teilzeit arbeiten möchten.

Quelle: dpa/Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

| Aktualisierung: Donnerstag, 21. Januar 2016 10:35 Uhr